Che­mie­fa­brik sucht neue Mit­ar­bei­ter

Of­fe­ne Tü­ren bei Hunt­s­man

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Osnabrück - Von Norbert Mey­er Bil­der­ga­le­rie auf www.noz.de

Che­mie in Deutsch­land – das sind nicht nur Platz­hir­sche wie BASF oder Bay­er. Auch in Os­na­brück ist die Bran­che ver­tre­ten, et­wa durch den US-Kon­zern Hunt­s­man.

OS­NA­BRÜCK. Am Sams­tag hat­ten An­ge­hö­ri­ge von Mit­ar­bei­tern und Nach­barn des an der Ha­fen­ring­stra­ße ge­le­ge­nen Che­mie­be­trie­bes bei ei­nem Tag der of­fe­nen Tür Ge­le­gen­heit, sich ein Bild da­von zu ma­chen. Laut Werks­lei­ter Bernhard Mei­jer ging es auch dar­um, um Ver­brau­en zu wer­ben für ei­ne Bran­che, die bis­wei­len we­gen Um­welt­skan­da­len und Un­fäl­len in der Kri­tik steht. Rund 300 Gäs­te nah­men die Ein­la­dung an.

Das Hunt­s­man-Werk in Os­na­brück, des­sen Vor­läu­fer 1975 in Sch­le­de­hau­sen un­ter der Re­gie des ka­na­di­schen Che­mie­kon­zerns Iro­quois ge­grün­det wur­de, be­schäf­tigt der­zeit rund 160 Mit­ar­bei­ter und ist ein füh­ren­der Her­stel­ler von ther­mo­plas­ti­schen Po­ly­ure­tha­nen (TPU). Die­se ver­las­sen das Os­na­brü­cker Werk in ei­ner kör­ni­gen Form (Gra­nu­lat) und wer­den zu 70 bis 80 Pro­zent an Kun­den in Deutsch­land und Eu­ro­pa ver­kauft – der Rest wird in die üb­ri­ge Welt ex­por­tiert.

Die Ab­neh­mer ver­ar­bei­ten das TPU-Gra­nu­lat zum Bei­spiel zu Sport­schuh­soh­len. Wie die Na­men der Kun­den un­ter­liegt nach An­ga­ben von Werks­lei­ter Mei­jer vie­les dem Be­triebs­ge­heim­nis, so auch der Jah­res­um­satz und das Pro­duk­ti­ons­vo­lu­men der An­la­gen auf dem rund 39 000 Qua­drat­me­ter gro­ßen Fir­men­ge­län­de an der Ha­fen­ring­stra­ße in Os­na­brück. Wich­ti­ge End­pro­duk­te

aus Hunt­s­man-TPU sind et­wa Ka­belum­man­te­lun­gen, Trans­port­bän­der oder Kunst­stoff­tei­le in Au­tos. Gut 40 Ki­lo­me­ter ent­fernt in Lemförde stellt der BASF-Kon­zern eben­falls Pro­duk­te für sol­che An­wen­dun­gen her – und ist folg­lich ein Wett­be­wer­ber von Hunt­s­man.

Zehn Pro­zent mehr

„Das Pro­duk­ti­ons­vo­lu­men des Hunt­s­man-Stand­orts Os­na­brück hat sich in den ver­gan­ge­nen Jah­ren im Schnitt um zehn Pro­zent er­höht“, sagt Mei­jer. Von ei­ner ent­spre­chen­den Stei­ge­rung geht der Werks­lei­ter auch für die Zu­kunft aus. Da­her wer­den

für den Stand­ort neue Mit­ar­bei­ter ge­sucht. Zu den der­zeit drei an­ge­hen­den Che­mie­la­bo­ran­ten sol­len noch in die­sem Jahr fünf neue Aus­zu­bil­den­de hin­zu­kom­men, die vor al­lem in der Pro­duk­ti­on be­nö­tigt wer­den.

Laut Werks­lei­ter Mei­jer und Pro­zess­tech­ni­ker Kai Zim­mer­ling ist der Stand­ort Os­na­brück das Herz­stück der Po­ly­ure­than-Spar­te des Hunt­s­man-Kon­zerns, der welt­weit rund 15 000 Mit­ar­bei­ter be­schäf­tigt. In Chi­na und den USA ge­be es zwar je­weils ei­nen wei­te­ren TPUStand­ort, doch Os­na­brück sei der größ­te von den drei­en. Hier sei­en auch die Hälf­te

der 320 Mit­ar­bei­ter des Ge­schäfts­be­reichs be­schäf­tigt – und in Os­na­brück ge­be es ne­ben der drei­schich­ti­gen Pro­duk­ti­on an sie­ben Ta­gen in der Wo­che (wo rund 80 Per­so­nen ar­bei­ten) und Ver­wal­tungs­be­rei­chen auch die wich­ti­gen Be­rei­che For­schung, Ent­wick­lung und Qua­li­täts­kon­trol­le. Da­her brau­che Hunt­s­man in der Ha­se­stadt auch Che­mie­ex­per­ten mit Hoch­schul­aus­bil­dung, de­ren An­teil an der Be­leg­schaft der­zeit knapp zehn Pro­zent aus­macht.

Dass Hunt­s­man sei­ne TPU-Spar­te in ab­seh­ba­rer Zeit ver­kau­fen und sich da­mit aus Os­na­brück ver­ab­schie­den

könn­te, er­war­tet Mei­jer nicht. Seit der Über­nah­me die­ser Ak­ti­vi­tä­ten vom vor­he­ri­gen US-Ei­gen­tü­mer Rohm & Haas im Jahr 2000 ha­be Hunt­s­man in Os­na­brück 28 Mil­lio­nen Eu­ro in die Er­wei­te­rung und Er­neue­rung sei­ner An­la­gen in­ves­tiert, er­klärt der Werks­lei­ter. Vor al­lem aber stel­le Hunt­s­man den Roh­stoff für die Os­na­brü­cker TPU-Er­zeug­nis­se selbst her, näm­lich Me­thy­len­di­phe­nyl­iso­cya­nat (MDI) – und kön­ne da­mit ei­ne in­te­grier­te Pro­duk­ti­on si­cher­stel­len.

Kunst­stoff­gra­nu­lat der Fir­ma Hunt­s­man Po­ly­ure­tha­nes in Os­na­brück. Das Gra­nu­lat wird zum Bei­spiel in der Pro­duk­ti­on von Sport­schuh­soh­len ein­ge­setzt. Fo­tos: Da­vid Ebe­ner

Das Werk an der Ha­fen­ring­stra­ße in Os­na­brück.

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