Gro­ße Emo­tio­nen

Chris de Burgh be­geis­tert Os­na­brü­cker Fans

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Kultur Regional - Von Tom Bull­mann

Bei sei­nem Kon­zert in der Os­na­brück-Hal­le mix­te der iri­sche Sän­ger Chris de Burgh meh­re­re Songs von sei­nem neu­en Al­bum „A Bet­ter World“mit vie­len Hits, die er vor­ran­gig in den 80er-Jah­ren lan­den konn­te.

Spä­tes­tens beim Song „Wait­ing For The Hur­ri­ca­ne“gibt es kein Hal­ten mehr. Vie­le Fans er­he­ben sich von ih­ren Sit­zen. Es treibt sie nach vorn an den Büh­nen­rand, da­mit die ih­rem Star na­he sein und sich zu den ro­cki­gen Klän­gen sei­ner Band be­we­gen kön­nen.

Es ist Chris de Burgh, der im Rah­men sei­ner „A Bet­ter World“-Tour Os­na­brück ei­nen Be­such ab­stat­tet. Trotz Ein­tritts­prei­sen zwi­schen 60 und 100 Eu­ro sind im Eu­ro­pa­saal der Os­na­brück-Hal­le nur noch we­ni­ge Plät­ze frei. Die Fans des iri­schen Mu­si­kers sol­len et­was für ihr Geld be­kom­men: Chris de Burgh, der im kom­men­den Jahr sei­nen 70. Ge­burts­tag fei­ert, zeigt sich von sei­ner char­man­ten Sei­te, for­dert das Pu­bli­kum zum Tanz auf, hat aber auch je­de Men­ge sei­ner mit sanf­ter Stim­me vor­ge­tra­ge­nen Lie­bes­bal­la­den im Pro­gramm.

„Sie sind si­cher neu­gie­rig, ob ich noch auf der Büh­ne ste­hen und sin­gen kann“, ko­ket­tiert der popro­cken­de Edel­mann mit sei­nem Al­ter. „Lasst es uns über­prü­fen“, ist die Ant­wort, die er sei­nen Fans gibt.

Al­so spitzt man die Oh­ren: Soll­te sei­ne In­to­na­ti­on in ei­ni­gen Song­pas­sa­gen wirk­lich nicht rein sein, wenn sei­ne Stim­me durch die Ok­ta­ven in den Kopf­be­reich glei­tet? Doch schnell be­weist de Burgh, dass die Un­sau­ber­kei­ten wohl eher sei­nem Mo­ni­tor­sound per Knopf im Ohr ge­schul­det sind.

Di­ver­se neue Songs von sei­nem ak­tu­el­len Al­bum „A Bet­ter World“mischt er mit vie­len Hits, die er vor­ran­gig in den 80er-Jah­ren lan­den konn­te. Ro­ckig und zu­pa­ckend ge­ra­ten die ak­tu­el­len Ope­ner „Beth­le­hem“und „Chain Of Com­mand“. Der „größ­ten Ka­ta­stro­phe, die die Welt ge­ra­de aus den Fu­gen ge­ra­ten lässt“, wid­met er den Song „Home­land“: dem Sy­ri­en-Krieg mit all sei­nen Fol­gen. Als Song­wri­ter se­he er es als Pflicht an, sich mit den Din­gen zu be­schäf­ti­gen, die um ihn her­um pas­sie­ren, sagt der in Ar­gen­ti­ni­en als Sohn ei­nes bri­ti­schen Di­plo­ma­ten und ei­ner ad­li­gen Mut­ter ge­bo­re­ne Ire. Aber er bleibt nicht lan­ge so nach­denk­lich. Schon bald dreht sei­ne Band wie­der auf, es setzt äl­te­re Hits, es darf ge­klatscht und mit­ge­sun­gen wer­den.

Ein akus­ti­sches In­ter­mez­zo sorgt nach der Pau­se für gro­ße Emo­tio­nen. Der Schlag­zeu­ger ver­lässt sein Drum­set, um mit Con­gas den Rhyth­mus zu schla­gen, die an­de­ren Mu­si­ker sit­zen auf Ho­ckern, spie­len Akus­tik­gi­tar­re und Stum­mel­flü­gel.

Nach ei­ner Ode an rus­si­sche Voll­mond­näch­te mit lau­si­gem Bier und schlech­tem Es­sen, da­für mit viel gu­tem Wod­ka, ver­las­sen de Burghs Mu­si­ker­kol­le­gen die Büh­ne. „Wo­für brau­che ich ei­ne Band“, wit­zelt der Ire trot­zig und zeigt so­lo zur Gi­tar­re und am Pia­no, dass er ein gu­ter Mu­si­ker und tat­säch­lich noch gut bei Stim­me ist. Na­tür­lich kehrt sei­ne ver­sier­te Vier-Mann-Band da­nach wie­der zu­rück und legt ein grif­fi­ges Fun­da­ment, das vor al­lem die weib­li­chen Fans aus der Re­ser­ve lockt. „La­dy In Red“sin­gend, be­gibt sich der eins­ti­ge Hit­lie­fe­rant mit­ten ins Pu­bli­kum und herzt en­thu­si­as­ti­sche Fans. Mit dy­na­mi­schen Live-Ver­sio­nen von „Don’ t Pay The Fer­ry­man“und „High On Emo­ti­on“ver­ab­schie­det sich Chris de Burgh schließ­lich, um zu ei­ner Zu­ga­be auf die Büh­ne zu­rück­zu­keh­ren: Ein ge­füh­li­ges „Go Whe­re Your He­art Be­lie­ves“bil­det den Ab­schluss ei­nes Kon­zerts, das die Be­su­cher rest­los be­geis­tert.

Bald 70 und noch im­mer gut bei Stim­me: der iri­sche Sän­ger und Kom­po­nist Chris de Burgh bei sei­nem Auf­tritt in Os­na­brück. Fo­to: Da­vid Ebe­ner

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