Das Glück, sich reich zu woh­nen

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Vorderseite - Von Kat­ha­ri­na Rit­zer k.rit­zer@noz.de

In der Wer­bung ei­ner Schwei­zer Uh­ren­mar­ke heißt es, dass ei­nem die­se Uhr ei­gent­lich nie ganz al­lein ge­hö­re. Man er­freue sich zwar an ihr, be­wah­re den ed­len Chro­no­me­ter aber ei­gent­lich für die nächs­te Ge­ne­ra­ti­on. So ver­hält es sich auch mit Im­mo­bi­li­en: Der nor­ma­le Häus­le­bau­er freut sich an sei­nen vier Wän­den. Und er freut sich, dass er et­was ver­er­ben kann. So je­den­falls war es über Ge­ne­ra­tio­nen.

Seit ei­nem Jahr­zehnt je­doch ge­hen die Uh­ren an­ders auf dem Im­mo­bi­li­en-

markt. Die Prei­se sind seit 2010 um gut 50 Pro­zent ge­stie­gen – ein Plus von knapp zehn Pro­zent pro Jahr. Das ist gut für die, die be­reits ein Haus oder ei­ne Woh­nung ihr Ei­gen nen­nen: Sie woh­nen sich reich. Schlecht ist es für jun­ge Fa­mi­li­en mit nor­ma­lem Ein­kom­men. Für sie ist ein Ei­gen­heim un­er­schwing­lich und bleibt es auch. Denn die Im­mo­bi­li­en­prei­se ken­nen wei­ter nur ei­ne Rich­tung: nach oben.

Soll­te der Staat die­sen jun­gen Fa­mi­li­en noch mehr hel­fen? Im­mer­hin gibt es seit 1952 die Woh­nungs­bau­prä­mie, die sich der Bund jähr­lich 365 Mil­lio­nen Eu­ro kos­ten lässt. För­de­run­gen nach dem Gieß­kan­nen­prin­zip wie die 2006 ab­ge­schaff­te Ei­gen­heim­zu­la­ge ver­bie­ten sich. Der Im­mo­bi­li­en­markt in ei­nem frei­en Land funk­tio­niert eben nach dem Prin­zip An­ge­bot und Nach­fra­ge.

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