Der Neue aus dem Nor­den

Kanz­le­rin ist mit Gün­ther hoch­zu­frie­den

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Politik - Von Bea­te Ten­fel­de

„Ein fröh­li­ches Moin, Moin aus Schles­wi­gHol­stein“wünscht der Sie­ger. Da­ni­el Gün­ther hat bei der Wahl im Nor­den ei­nen „kla­ren Re­gie­rungs­auf­trag“für die Küs­ten-CDU her­aus­ge­holt – wie die Bun­des­vor­sit­zen­de An­ge­la Mer­kel in Berlin hoch­zu­frie­den un­ter­streicht. Da­mit ist der 43Jäh­ri­ge der neue Star der Uni­on. Das Schö­ne ist: Er hat kei­ne Al­lü­ren, noch je­den­falls nicht.

Die un­ver­stell­te Art des Fa­mi­li­en­va­ters (die Toch­ter ist 15 Mo­na­te alt) fällt auf im Ber­li­ner Po­lit­be­trieb. „Su­per­stim­mung in Prä­si­di­um und Vor­stand. Es wur­de rich­tig ge­fei­ert“, be­rich­tet der Po­li­tik­wis­sen­schaft­ler gut ge­launt. „Sie­ge sind noch schö­ner, wenn sie un­er­war­tet kom­men“, fin­det er. Erst vor sechs Mo­na­ten wur­de Gün­ther Chef der Schles­wig-Hol­stein-CDU. Und jetzt hat er sie mit 32 Pro­zent der Stim­men bei der Land­tags­wahl zur stärks­ten Kraft ge­macht.

Die SPD von Mi­nis­ter­prä­si­dent Tors­ten Al­big da­ge­gen ver­lor rund drei Zäh­ler und kam auf 27,2 Pro­zent. Dass er wirk­lich noch mit­mi­schen wird bei der Re­gie­rungs­bil­dung, gilt selbst in SPD-Krei­sen als aus­ge­schlos­sen. Die „Küs­ten­ko­ali­ti­on“aus SPD, Grü­nen und dem Süd­schles­wig­schen Wäh­ler­ver­band sei ab­ge­wählt, be­kräf­tig­te auch Mer­kel in Berlin. Sie be­glück­wünsch­te den CDU-Spit­zen­kan­di­da­ten Gün­ther zu sei­nem „be­acht­li­chen“Er­geb­nis bei der Land­tags­wahl. Ist der Kie­ler Über­ra­schungs­coup bei­spiel­ge­bend, kom­men mehr jun­ge Kan­di­da­ten zum Zug? Mer­kel run­zelt nur die Stirn.

Im Hin­ter­grund be­ob­ach­ten Da­vid McAl­lis­ter, frü­he­rer Mi­nis­ter­prä­si­dent in Nie­der­sach­sen, und sein mög­li­cher Nach­fol­ger Bernd Al­t­hus­mann, wie sich der Neue aus dem Nor­den macht. Freund­lich, aber be­stimmt streicht Gün­ther bei der Pres­se­kon­fe­renz mit Mer­kel her­aus: „Die SPD hat glas­klar ver­lo­ren.“Von da­her sei klar, dass der Re­gie­rungs­auf­trag an die CDU ge­he. Die Uni­on kann au­ßer ei­ner Gro­ßen Ko­ali­ti­on auch ein Bünd­nis mit FDP und Grü­nen („Ja­mai­ka“) bil­den.

Al­ler­dings gibt die Sitz­ver­tei­lung auch die Am­pel her, ein Bünd­nis aus SPD, Grü­nen und FDP. Die Grü­nen zei­gen da­für kla­re Sym­pa­thie. Sie und die FDP sind die „Kö­nigs­ma­cher“– wo­bei der FDP-Spit­zen­kan­di­dat Wolf­gang Ku­bi­cki schon mal durch­bli­cken lässt, er kön­ne gut mit der CDU.

Kanz­le­rin Mer­kel guckt schon auf den Wahl­tag am 14. Mai in Nord­rhein-West­fa­len. Auch dort wer­de die CDU of­fen­siv be­to­nen, was der SPD-ge­führ­ten Lan­des­re­gie­rung nicht ge­lun­gen sei, sag­te Mer­kel. „Und das ist viel.“Nimmt die CDU-Vor­sit­zen­de nach der Kie­ler Nie­der­la­ge den SPD- Kanz­ler­kan­di­da­ten Mar­tin Schulz we­ni­ger ernst? Von Mer­kel kommt nur die­ser Satz: „Je­der Her­aus­for­de­rer ist ernst zu neh­men.“

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Fo­to: dpa

Neu­er Hoff­nungs­trä­ger: Da­ni­el Gün­ther mit CDU-Che­fin An­ge­la Mer­kel.

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