Mit spit­zen Fin­gern

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Nordwest - Von Klaus Wie­sche­mey­er k.wie­sche­mey­er@noz.de

Die po­li­tisch mo­ti­vier­te Kri­mi­na­li­tät von links im Land nimmt zu.

Das hat auch et­was mit den Rü­pe­lei­en, ge­klau­ten und ver­un­zier­ten NPD- und AfD-Pla­ka­ten im Kom­mu­nal­wahl­kampf 2016 zu tun. Doch bei­lei­be nicht nur. Die Fall­zahl steigt be­reits län­ger an. Seit 2014 hat sich die Zahl der Ge­walt­de­lik­te von links fast ver­dop­pelt. Zwar sind die Zah­len nicht neu; zwi­schen 2009 und 2011 gab es ähn­lich ho­he Wer­te. Und Mi­nis­ter Pis­to­ri­us be­tont auch, dass der Staat je­de Art von Ex­tre­mis­mus ver­folgt.

Doch be­ru­hi­gen kann das nicht. Vor al­lem in Göt­tin­gen schlägt der schwe­len­de Kon­flikt zwi­schen den Po­lit-Ex­tre­men im­mer öf­ter in auch für Un­be­tei­lig­te ge­fähr­li­che Ge­walt um.

Trotz der stei­gen­den Zah­len fasst die Lan­des­re­gie­rung das The­ma nur mit spit­zen Fin­gern an. Es gibt Fort­bil­dun­gen und Fly­er, aber kei­ne Ge­samt­stra­te­gie. Ein 2014 an­ge­kün­dig­tes Prä­ven­ti­ons­pro­gramm lässt auf sich war­ten.

Of­fen­si­ver geht Rot-Grün mit der Ge­fahr von rechts um: Nach dem Auf­flie­gen der Ter­ror­zel­le NSU wur­den Kon­zep­te über­ar­bei­tet. Mit dem Pro­jekt „Kein Raum für Rechts“will das So­zi­al­mi­nis­te­ri­um Men­schen hel­fen, Neo­na­zis zu er­ken­nen.

Ähn­li­ches wür­de man sich auch in Sa­chen Links­ex­tre­mis­mus wün­schen. Es wür­de dem Ein­druck ent­ge­gen­tre­ten, dass das Land in Sa­chen Ex­tre­mis­mus mit zwei­er­lei Maß misst.

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