Par­tei­en­knatsch in Dis­sen um Ho­mann

Nü­mann: Wahl­kampf of­fen­bar wich­ti­ger

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Region -

sta Dis­sen. Als wä­re der Kampf um den Er­halt von Ho­mann nicht schon her­aus­for­dernd und kniff­lig ge­nug, bricht in Dis­sen jetzt auch noch par­tei­po­li­ti­sches Ge­plän­kel aus. CDU, UWG und Grü­ne er­klä­ren sich als vom Bür­ger­meis­ter dü­piert. Der hält den Vor­wurf für Wahl­kampf­ge­tö­se.

Statt sich ge­mein­sam zu be­mü­hen, die Kar­tof­feln für den nächs­ten Ho­mann-Sa­lat aus dem Feu­er zu ho­len, wird jetzt par­tei­po­li­ti­sches Pü­ree aus ih­nen ge­macht. Woran er­hit­zen sich die Ge­mü­ter? Der Dis­se­ner SPD-Vor­sit­zen­de Heinz-Gün­ter Stol­le hat­te in ei­nem An­zei­gen­ma­ga­zin ei­ne re­dak­tio­nell er­schei­nen­de Anzeige ver­öf­fent­li­chen las­sen, in der Nü­manns Re­de auf der gro­ßen De­mons­tra­ti­on für den Er­halt des Fein­kos­trie­sen ab­ge­druckt wird.

Un­ter der Über­schrift „SPD Dis­sen setzt sich ein: Ho­mann muss blei­ben!“er­schie­nen ein­lei­tend lo­ben­de Wor­te über die So­li­da­ri­täts­kund­ge­bung, die Nü­man­nRe­de im Wort­laut und ein Fo­to der an­we­sen­den so­zi­al­de­mo­kra­ti­schen Po­li­ti­ker vor dem Rat­haus – von Wirt­schafts­mi­nis­ter Olaf Lies bis zum Bür­ger­meis­ter.

CDU, UWG und Grü­ne ha­ben sich dar­auf­hin mit ei­nem of­fe­nen Brief an un­se­re Re­dak­ti­on ge­wandt. Te­nor: Der Bür­ger­meis­ter wah­re kei­ne Neu­tra­li­tät.

Ge­mein­sam hät­ten al­le vier im Rat ver­tre­te­nen Frak­tio­nen den Rats­vor­sit­zen­den Hei­ner Prell von der CDU da­mit be­auf­tragt, die Men­schen­ket­te zu or­ga­ni­sie­ren. Schließ­lich ge­he es CDU, UWG und Grü­nen aus­schließ­lich um die Mit­ar­bei­ter und die Men­schen vor Ort.

Wei­ter for­dern sie den Bür­ger­meis­ter auf, „we­gen der Dring­lich­keit schnells­tens zur Sach­po­li­tik zu­rück­zu­keh­ren“ und in­ner­halb von drei Ta­gen ei­ne Sit­zung des Ver­wal­tungs­aus­schus­ses ein­zu­be­ru­fen, „da­mit wei­te­re Vor­ge­hens­wei­sen ge­mein­sam mit uns ab­ge­stimmt wer­den kön­nen“.

Da­bei ha­be es Nü­mann doch gut mit den drei­en. Man ar­bei­te so zu­sam­men, dass es ei­gent­lich kei­ne Op­po­si­ti­on im Rat ge­be. Au­ßer­dem ha­be man dar­auf ver­zich­tet, Nü­mann öf­fent­lich zu rü­gen, weil er zwei Ta­ge nach Be­kannt­wer­den der Ho­man­nPlä­ne mit den an­de­ren Land­kreis-Bür­ger­meis­tern in Prag ge­we­sen sei. „Nor­ma­ler­wei­se ver­lässt ein Bür­ger­meis­ter in ei­ner so schwie­ri­gen Si­tua­ti­on vor Ort sei­ne Stadt nicht“, kri­ti­sie­ren die drei Frak­tio­nen. Nü­mann selbst fin­det die Auf­re­gung völ­lig ver­fehlt. Er be­daue­re, dass die in­ten­si­ven Be­mü­hun­gen um den Ver­bleib von Ho­mann nun auf al­len Ebe­nen zum par­tei­po­li­ti­schen Ge­zänk wür­den. Da­mit be­zieht sich Nü­mann nicht nur auf die Kri­tik von CDU, UWG und Grü­nen in Dis­sen, son­dern auch auf die Kri­tik der Kreis-Grü­nen am Um­gang des Land­ra­tes mit den Kreis­tags­frak­tio­nen. „Of­fen­bar sind die be­vor­ste­hen­den Wah­len für man­che Par­tei­ver­tre­ter be­deu­ten­der als die pre­kä­re Si­tua­ti­on von Ho­mann“, fol­gert Nü­mann. An­ders kön­ne er sich das Ver­hal­ten der drei Rats­frak­tio­nen nicht er­klä­ren, das auf dem Rü­cken der Mit­ar­bei­ter von Ho­mann aus­ge­tra­gen wer­de.

Sei­ne Re­de auf der Kund­ge­bung kön­ne je­der ver­öf­fent­li­chen. „Ich ste­he zu dem, was ich ge­sagt ha­be. Für mei­ne Ver­wal­tung und mich kann ich er­klä­ren, dass wir un­ver­än­dert an sach­li­chen Ar­gu­men­ten für ei­nen Ver­bleib der Fir­ma Ho­mann in Dis­sen ar­bei­ten und da­bei kei­nen Ein­fluss auf Ver­öf­fent­li­chun­gen der hie­si­gen Par­tei­en neh­men.“

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