Ein­fach we­ni­ger ex­por­tie­ren? Nein dan­ke!

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Vorderseite - U.west­do­erp@noz.de

Je­de Me­dail­le hat zwei Sei­ten. Das gilt auch für die deut­sche Han­dels­bi­lanz. Zwar ei­len die Ex­por­te von Re­kord zu Re­kord, was Grund zur Freu­de ist, weil es Jobs und Ge­win­ne be­deu­tet. Da wir aber deut­lich we­ni­ger Wa­ren ein­füh­ren als aus­füh­ren, steht un­ter dem Strich ein mil­li­ar­den­schwe­rer Han­dels­bi­lanz­über­schuss, der auf pro­ble­ma­ti­sche welt­wirt­schaft­li­che Un­gleich­ge­wich­te hin­deu­tet. Von Uwe West­dörp

Sol­che Un­wuch­ten kön­nen zu Pro­tek­tio­nis­mus und Han­dels­krie­gen füh­ren. Sie aus­zu­glei­chen ist des­halb ei­ne be­rech­tig­te For­de­rung der USA, der EU und des In­ter­na­tio­na­len Wäh­rungs­fonds an die Bun­des­re­gie­rung. Die Fra­ge bleibt al­ler­dings, wie das ge­sche­hen soll.

Nie­mand kann er­war­ten, dass deut­sche Un­ter­neh­men sich aus lu­kra­ti­ven Märk­ten zu­rück­zie­hen. Ei­ne an­de­re Va­ri­an­te wä­re, mehr Wa­ren zu im­por­tie­ren. Da­zu müss­ten die­se Pro­duk­te frei­lich preis­lich und qua­li­ta­tiv wett­be­werbs­fä­hig sein. Doch dar­auf hat die Bun­des­re­gie­rung kei­nen Ein­fluss. Eben­so we­nig kann sie den Eu­ro ver­teu­ern.

Als Aus­weg bleibt, dass die Deut­schen deut­lich mehr Geld im In­land in­ves­tie­ren. Loh­nen­de Fel­der gibt es reich­lich, sie­he die vie­len ma­ro­den Stra­ßen und Brü­cken und die mie­se In­ter­net-In­fra­struk­tur.

Es bleibt je­den­falls un­ver­ständ­lich, dass Deutsch­land ei­ner­seits Ex­port­welt­meis­ter ist, an­de­rer­seits aber von der Sub­stanz lebt.

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