Ha­beck de­men­tiert Wech­sel nach Ber­lin

Grü­ner will Mi­nis­ter in Kiel blei­ben – CDU kün­digt Ge­sprä­che über Ja­mai­ka-Bünd­nis an

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Politik -

Der Kie­ler Um­welt­mi­nis­ter Ro­bert Ha­beck (Grü­ne) hat Spe­ku­la­tio­nen zu­rück­ge­wie­sen, wo­nach er Spit­zen­kan­di­dat sei­ner Par­tei für die Bun­des­tags­wahl am 24. Sep­tem­ber wer­den könn­te. „Ich bin in Schles­wig-Hol­stein an­ge­tre­ten, um die Grü­nen wie­der in die Re­gie­rung zu füh­ren und hier als Mi­nis­ter Ver­ant­wor­tung fürs Land zu über­neh­men“, sag­te Ha­beck un­se­rer Re­dak­ti­on.

Sei­ne „vol­le Kon­zen­tra­ti­on“gel­te jetzt der Re­gie­rungs­bil­dung. „Al­les an­de­re ist zu­sam­men­ge­rühr­ter Ge­rüch­te­quark“, er­klär­te der Po­li­ti­ker, der zu­sam­men mit Fi­nanz­mi­nis­te­rin Mo­ni­ka Heinold Aus­hän­ge­schild der Grü­nen bei der Schles­wi­gHol­stein-Wahl war.

Nach ih­rem Sieg will die CDU kom­men­de Wo­che mit Grü­nen und FDP über ein Re­gie­rungs­bünd­nis spre­chen. „Die Men­schen wol­len ei­nen Wech­sel in Schles­wig-Hol­stein, und den wer­den sie mit ei­ner CDU-ge­führ­ten Lan­des­re­gie­rung be­kom­men“, sag­te CDU-Spit­zen­kan­di­dat Da­ni­el Gün­ther am Ran­de ei­ner Frak­ti­ons­sit­zung. Dort wur­de er ein­stim­mig als Frak­ti­ons­chef be­stä­tigt.

Gün­ther setzt auf ei­ne „Ja­mai­ka“-Ko­ali­ti­on mit FDP und Grü­nen, um SPD-Mi­nis­ter­prä­si­dent Tors­ten Al­big ab­zu­lö­sen. Ziel sei ei­ne sta­bi­le Re­gie­rung, sag­te er. „Dar­in müs­sen sich FDP und Grü­ne wie­der­fin­den kön­nen, aber wir als CDU auch.“Er räum­te ein, dass dies für die Grü­nen ein wei­ter Weg sei.

Scharf kri­ti­sier­te Gün­ther Äu­ße­run­gen von SPD-Frak­ti­ons­chef Ralf Steg­ner, der trotz Wahl­nie­der­la­ge Re­gie­rungs­am­bi­tio­nen Ro­bert Ha­beck

hegt. Es ge­be ein kla­res Wäh­ler­vo­tum. „Die sind fünf Pro­zent­punk­te schwä­cher als wir. Ein biss­chen De­mut vor dem Wah­l­er­geb­nis wä­re jetzt an­ge­bracht“, sag­te Gün­ther.

Steg­ner sprach von ei­ner schwie­ri­gen Über­gangs­zeit. Un­klar sei, ob die So­zi­al­de­mo­kra­ten „Re­gie­rungs­frak­ti­on blei­ben oder Op­po­si­ti­ons­frak­ti­on wer­den. Wir stre­ben na­tür­lich Ers­te­res an.“In der kom­men­den Wo­che wer­de ent­schie­den, „ob wir an­de­re Par­tei­en und wel­che wir ein­la­den“. Wie Gün­ther wur­de auch Steg­ner ein­stim­mig als Frak­ti­ons­chef be­stä­tigt.

Prä­fe­renz der Grü­nen ist die wei­te­re Zu­sam­men­ar­beit mit den So­zi­al­de­mo­kra­ten. „Bei uns in der Frak­ti­on gibt es kei­ne Stim­men pro Ja­mai­ka“, sag­te Frak­ti­ons­che­fin Eka von Kal­ben. „Wir schlie­ßen zwar nichts aus, aber bei uns ist ein­stim­mig die Prio­ri­tät bei der Am­pel.“

Der noch am­tie­ren­de Re­gie­rungs­chef Al­big sag­te auf die Fra­ge, ob man mit sei­nem Rück­tritt rech­nen müs­se: „Nee, müs­sen Sie nicht.“Sei­ne Par­tei ar­bei­te dar­an, „ei­ne nächs­te Re­gie­rung auf die Bei­ne zu stel­len“. FDP-Spit­zen­mann Wolf­gang Ku­bi­cki be­zeich­ne­te Fra­gen nach der Chan­ce ei­ner Am­pel-Ko­ali­ti­on mit SPD und Grü­nen als „al­bern“– auch im Fal­le ei­nes Rück­tritts von Al­big.

Fo­to: dpa

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