Im­mer mehr be­waff­ne­te Kon­flik­te ver­la­gern sich in Städ­te

Re­nom­mier­tes Lon­do­ner In­sti­tut IISS legt neue Stu­die vor und warnt vor zu­neh­men­den Ge­fah­ren vor al­lem für Zi­vi­lis­ten

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Politik -

Städ­te sind im­mer häu­fi­ger Schau­platz be­waff­ne­ter Kon­flik­te. Dies er­gab ei­ne am Di­ens­tag ver­öf­fent­lich­te Stu­die des In­ter­na­tio­na­len In­sti­tuts für Stra­te­gi­sche Stu­di­en (IISS) in Lon­don.

Auch Flücht­lin­ge zie­hen zu­neh­mend in Städ­te, wie IISS-Ge­ne­ral­di­rek­tor John Chip­man be­rich­te­te. In knapp der Hälf­te der 36 Kon­flik­te, die in der Stu­die er­wähnt wer­den, spie­len Städ­te ei­ne be­deu­ten­de Rol­le.

„Wenn der ty­pi­sche Auf­stän­di­sche frü­her in Ber­gen, Wäl­dern oder im Dschun­gel kämpf­te, ist er oder sie in­zwi­schen ge­nau­so häu­fig in ei­ner städ­ti­schen Um­ge­bung an­zu­tref­fen“, sag­te Chip­man ei­ner Mit­tei­lung zu­fol­ge. Die Leid­tra­gen­den sei­en oft Zi­vi­lis­ten. Gleich­zei­tig neh­me die Bru­ta­li­tät zu, die von im­mer stär­ker zer­split­ter­ten und mit­ein­an­der kon­kur­rie­ren­den Ter­ror­or­ga­ni­sa­tio­nen aus­ge­he.

Auch Flücht­lin­ge su­chen im­mer häu­fi­ger Schutz in Städ­ten statt in aus­ge­wie­se­nen Flücht­lings­la­gern oder in Grenz­ge­bie­ten. Zum Bei­spiel lie­ßen sich rund 90 Pro­zent der sy­ri­schen Flücht­lin­ge nach An­ga­ben des Flücht­lings­kom­mis­sars der Ver­ein­ten Na­tio­nen in städ­ti­schen und teil­wei­se ur­ba­nen Ge­bie­ten der Nach­bar­län­der Sy­ri­ens nie­der.

Die Ver­la­ge­rung der Kon­flik­te in die Städ­te stel­le Re­gie­rungs­trup­pen vor gro­ße Her­aus­for­de­run­gen. Auch Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen stün­den vor Schwie­rig­kei­ten, Flücht­lin­ge in Städ­ten aus­fin­dig zu ma­chen und zu un­ter­stüt­zen. Vie­le Zi­vi­lis­ten sind um­ge­ben von ge­walt­be­rei­ten Grup­pen und in Städ­ten ein­ge­schlos­sen. Ein be­kann­tes Bei­spiel ist die ira­ki­sche Stadt Mos­sul, in der sich die Ter­ror­mi­liz Is­la­mi­scher Staat (IS) fest­setz­te.

Die Stu­die des IISS er­gab au­ßer­dem, dass der Krieg in Sy­ri­en mit et­wa 50000 To­des­op­fern im fünf­ten Jahr in Fol­ge der ge­walt­tä­tigs­te Kon­flikt welt­weit ist. Da­hin­ter ran­giert der Kampf Me­xi­kos mit den dort tä­ti­gen Dro­gen­kar­tel­len, der be­reits 23000 Men­schen­le­ben ge­for­dert ha­be.

Ins­ge­samt ging die Zahl der Kriegs­to­ten leicht zu­rück. 2016 star­ben et­wa 157 000 Men­schen in be­waff­ne­ten Kon­flik­ten, un­ge­fähr 10 000 Men­schen we­ni­ger als im Jahr da­vor.

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