Tür­kei darf nicht für To­des­stra­fe wer­ben

Deutsch­land er­kennt mehr Asyl­an­trä­ge an

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Politik -

Kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel (CDU) hat be­tont, dass die Tür­kei – soll­te sie die To­des­stra­fe wie­der ein­füh­ren wol­len – da­für nicht auf deut­schem Bo­den un­ter ih­ren Bür­gern wer­ben dürf­te. Zwar ge­be es noch kei­ne kon­kre­ten An­fra­gen, sag­te Mer­kel dem Ra­dio­sen­der WDR 5. Die Fra­ge sei aber „lei­der, lei­der so hy­po­the­tisch dann auch nicht, denn das The­ma ist in der Tür­kei dis­ku­tiert wor­den“.

Re­gie­rungs­spre­cher Stef­fen Sei­bert hat­te be­reits klar­ge­stellt, dass die Bun­des­re­gie­rung auf deut­schem Bo­den ein Re­fe­ren­dum über die Wie­der­ein­füh­rung der To­des­stra­fe in der Tür­kei un­ter­sa­gen wür­de. Der Vor­sit­zen­de der Tür­ki­schen Ge­mein­de in Deutsch­land, Gö­kay So­fuog­lu, sprach sich klar ge­gen das even­tu­el­le Re­fe­ren­dum aus. „Wir sind ge­gen das Re­fe­ren­dum, wir sind ge­gen die To­des­stra­fe“, sag­te er.

Die An­er­ken­nungs­quo­te von Schutz­su­chen­den aus der Tür­kei hat sich im Ver­gleich zum Vor­jahr ver­dop­pelt. 2016 wur­de über 1837 Asyl­an­trä­ge von tür­ki­schen Bür­gern ent­schie­den, da­von er­hiel­ten nur 8,2 Pro­zent ei­nen Schutz­ti­tel, wie das Bun­des­amt für Mi­gra­ti­on und Flücht­lin­ge (Bamf ) auf An­fra­ge der „Welt“mit­teil­te. Im lau­fen­den Jahr gab es bis En­de April be­reits 1655 Ent­schei­dun­gen, die Schutz­quo­te lag mit 17,8 Pro­zent mehr als dop­pelt so hoch wie 2016. Ins­ge­samt stell­ten laut Bun­des­amt bis En­de April 2130 Bür­ger der Tür­kei Asyl­an­trä­ge in Deutsch­land.

Am Di­ens­tag be­stä­tig­te das Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­um zu­dem, dass seit dem ge­schei­ter­ten Putsch im ver­gan­ge­nen Ju­li meh­re­re Tür­ken mit Di­plo­ma­ten­pass in Deutsch­land Asyl be­kom­men ha­ben. Nach Me­dien­be­rich­ten ge­hö­ren da­zu tür­ki­sche Sol­da­ten und ih­re Fa­mi­li­en. Dies dürf­te das oh­ne­hin be­las­te­te Ver­hält­nis zur Tür­kei wei­ter ver­schlech­tern.

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