Wen­zel ent­schärft Was­ser­ge­setz

Schutz­strei­fen dür­fen schma­ler aus­fal­len

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Nordwest - Mehr zum The­ma un­ter noz.de/land­wirt­schaft

Von Klaus Wie­sche­mey­er

Die rot-grü­ne Lan­des­re­gie­rung hat den Ent­wurf zum neu­en Was­ser­ge­setz nach Pro­tes­ten des Ko­ali­ti­ons­part­ners SPD deut­lich ent­schärft.

Das Ka­bi­nett ver­ab­schie­de­te am Di­ens­tag ei­nen Ge­setz­ent­wurf, der weit schma­le­re Schutz­strei­fen an Ge­wäs­sern vor­sieht, als zu­nächst an­ge­strebt. So soll nur in Hang­la­gen der ur­sprüng­lich für al­le Ge­wäs­ser im Land ge­plan­te fünf Me­ter brei­te Schutz­strei­fen gel­ten, in dem Bau­ern nicht dün­gen dür­fen. Ste­fan Wen­zel

Ge­ne­rell soll das Dün­ge­ver­bot im Land in ei­nem Ab­stand von vier Me­tern zum Was­ser gel­ten. Dies gilt aber nur für Ge­rä­te oh­ne Grenz­streu­ein­rich­tun­gen wie Gül­le­wa­gen mit Prall­tel­ler. Beim Ein­satz prä­zi­se­rer Ge­rät­schaf­ten kann der un­be­han­del­te Grün­strei­fen bis auf ei­nen Me­ter Min­dest­brei­te schrump­fen.

Re­gio­na­le Aus­nah­me­re­ge­lun­gen sind in dem Ent­wurf nicht mehr vor­ge­se­hen. Vor al­lem in was­ser­rei­chen Re­gio­nen wie Ost­fries­land, der We­ser­marsch und Cux­land hat­ten Land­wir­te und Po­li­ti­ker ge­gen die ur­sprüng­li­chen Plä­ne pro­tes­tiert. Trotz des Ver­zichts auf re­gio­na­le Be­find­lich­kei­ten sind Aus­nah­men mög­lich: Die Was­ser­be­hör­den sol­len die Vor­ga­ben lo­ckern oder – bei ei­ner ho­hen Be­las­tung von Ge­wäs­sern – auch ver­schär­fen dür­fen.

Bei den Re­ge­lun­gen zum Nähr­stof­f­e­in­trag ver­zich­tet das Land auf ei­ne ei­ge­ne Fünf-Me­ter-Re­ge­lung, da­für soll künf­tig al­lein das kürz­lich ver­schärf­te Bun­des­recht gel­ten. Das sieht dras­tisch ver­schärf­te Stra­fen für Dün­ge­mit­tel­sün­der vor – der Buß­geld­rah­men wur­de auf 50 000 Eu­ro er­wei­tert.

Kon­trol­lie­ren sol­len die Was­ser­be­hör­den die Ein­hal­tung der Re­geln nicht nur bei Ge­wäs­ser­schau­en, son­dern auch durch Stich­pro­ben­aus­wer­tun­gen von Geo­da­ten. Die Auf­la­gen zum Dün­ge­recht sol­len von der im Ja­nu­ar neu ge­schaf­fe­nen Dün­ge­be­hör­de über­wacht wer­den. Um­welt­mi­nis­ter Ste­fan Wen­zel (Grü­ne) lob­te den Kom­pro­miss. „Ich bin über­zeugt, dass wir da­mit ei­nen wich­ti­gen Bei­trag da­zu leis­ten kön­nen, dass auch kom­men­de Ge­ne­ra­tio­nen sau­be­res Trink­was­ser ha­ben“, er­klär­te er. Dass die Land­wirt­schaft mit der nun ge­fun­de­nen Lö­sung zu­frie­den ist, glau­be er aber nicht.

Neue Re­geln für Si­la­ge

Zu­dem kom­men auf ei­ni­ge Be­trie­be wo­mög­lich wei­te­re re­gu­la­to­ri­sche Ver­schär­fun­gen zu: Wen­zel kün­dig­te ei­ne neue Ver­ord­nung an, die die Zwi­schen­la­ge­rung von Si­la­ge und Mist auf land­wirt­schaft­li­chen Flä­chen „fest­schreibt“.

Das neue Was­ser­ge­setz soll nach Wen­zels Wor­ten noch im Herbst den Land­tag pas­sie­ren. Die Grü­nen-Frak­ti­on sprach von ei­nem „wich­ti­gen Schritt für mehr Ge­wäs­ser­schutz“. Die was­ser­po­li­ti­sche Spre­che­rin Re­gi­na Asen­dorf schließt aber wei­te­re Ver­schär­fun­gen nicht aus: „Blei­ben die Er­fol­ge aus, müs­sen wei­te­re Maß­nah­men fol­gen“, er­klär­te sie.

Dün­gen und Ni­trat:

kommt den Kri­ti­kern ent­ge­gen. Fo­to: dpa

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