Pfau-Tec setzt auf den E-Bi­ke-Trend

Qua­ken­brü­cker Spe­zia­lis­ten bie­ten un­ter an­de­rem Las­ten­fahr­rä­der und Pe­del­ecs an – Sechs Mil­lio­nen Eu­ro um­ge­setzt

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Wirtschaft -

Von Da­vid Haus­feld

In ei­nem Ni­schen­seg­ment hat sich die Fir­ma Pfau-Tec in Quakenbrück über knapp 17 Jah­re zu ei­nem in­no­va­ti­ven Ex­per­ten ent­wi­ckelt. Bei der Her­stel­lung von Spe­zi­al-Drei­rä­dern und Las­ten­fahr­rä­dern im Re­haund Frei­zeit­be­reich set­zen die Mit­tel­ständ­ler auf In­no­va­ti­on dank Pe­del­ec-Tech­no­lo­gie.

Elek­tro­un­ter­stüt­zung ist der Fahr­rad­t­rend der letz­ten Jah­re: ob ge­müt­lich auf dem Ci­ty-Rad, oder ra­sant über Berg und Tal auf dem Moun­tain­bike. Auch im Pro­dukt­seg­ment von Pfau-Tec sei das Pe­del­ec (Pe­dal Electric Cy­cle) sehr ge­fragt, er­klärt Ge­schäfts­füh­rer Fried­rich Schlü­ter. Ge­mein­sam mit Achim Mus­ter­mann hat er das Un­ter­neh­men nicht nur ge­grün­det, son­dern lei­tet es auch. Heu­te wür­den be­reits 45 Pro­zent der Pfau-Tec-Rä­der mit die­ser Tech­nik aus­ge­rüs­tet, sagt er.

Da­bei ist die elek­tri­sche Tret­un­ter­stüt­zung ei­gent­lich nur Ne­ben­sa­che, wirk­lich re­le­vant ist aus Schlü­ters Sicht et­was an­de­res: „Seit Pe­del­ecs gibt es Strom am Fahr­rad, und seit es Strom am Fahr­rad gibt, ist es mög­lich, As­sis­tenz­sys­te­me wie im Au­to dar­auf zu über­tra­gen.“Mög­lich Wet­ter­fest sind et­wa un­ter­stüt­zen­des Brem­sen auf Knopf­druck, oder ei­ne au­to­ma­ti­sche Gang­schal­tung. Bei­des wur­de bei Pfau-Tec be­reits ent­wi­ckelt und er­probt.

Ak­tu­ell ist Pfau-Tec et­wa an dem Pro­jekt „Sa­fe­ty­4Bi­kes“be­tei­ligt, das vom Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Bil­dung und For­schung ge­för­dert wird. Mit Part­nern wie den Uni­ver­si­tä­ten Ol­den­burg und Pa­der­born sol­len da­bei As­sis­tenz­sys­te­me für Rad­fah­rer ent­wi­ckelt wer­den. „Bei Ge­fah­ren­si­tua­tio­nen wird dann der Rad­fah­rer zum Bei­spiel über akus­ti­sche Si­gna­le am Helm ge­warnt“, er­klärt And­re Stu­cken­berg, Pro­dukt­ma­na­ger bei Pfau-Tec.

Pfau-Tec ist au­ßer­dem spe­zia­li­siert auf „Mo­bi­li­täts­hil­fen für Men­schen mit Ein­schrän­kun­gen“. Dar­un­ter vor­ran­gig the­ra­pie­ge­eig­ne­te Drei­rä­der, „T-Bi­kes“(zwei Rä­der vor­ne, ei­nes hin­ten) und Quads mit vier Rä­dern. Die The­ra­pie­rä­der sind im Hilfs­mit­tel­ver­zeich­nis der ge­setz­li­chen Kran­ken­kas­sen ge­lis­tet. Seit ei­ni­gen Jah­ren sträub­ten sich die Kas­sen je­doch ge­gen ei­ne Kos­ten­über­nah­me, sagt Schlü­ter. Oft wür­den An­trä­ge zu­nächst ka­te­go­risch ab­ge­lehnt – mit Aus­wir­kun­gen auf den oh­ne­hin klei­nen Ab­satz­markt.

Um dem ent­ge­gen­zu­wir­ken, bie­ten die Qua­ken­brü­cker auch so­ge­nann­te Shop­ping­drei­rä­der für den her­kömm­li­chen Han­del an, die nicht vom Kos­ten­trä­ger be­zu­schusst wer­den. Die­se er­fül­len zum Teil die glei­chen Kri­te­ri­en wie The­ra­piedrei­rä­der, sind aber durch Ein­spa­run­gen beim Ma­te­ri­al auch oh­ne Kas­sen­un­ter­stüt­zung er­schwing­lich. Sie rich­ten sich vor al­lem an äl­te­re Rad­fah­rer und die von den Kos­ten­trä­gern ab­ge­lehn­ten Kun­den, er­klärt Stu­cken­berg.

Auch im Be­reich der Las­ten­rä­der ist der Fahr­rad­her­stel­ler tä­tig. Sie wer­den laut Stu­cken­berg vor­ran­gig über Fahr­rad­groß-und Ein­zel­han­del ver­trie­ben und be­die­nen den Werks­ver­kehr gro­ßer Fir­men oder Bo­ten­diens­te wie et­wa Piz­za­ser­vices. Die Fahr­zeu­ge sei­en aber auch im­mer mehr im pri­va­ten Be­reich be­liebt.

Das Kon­zept der Fahr­rad­ex­per­ten scheint auf­zu­ge­hen: Im Jahr 2016 ver­zeich­ne­te Pfau-Tec ei­nen Um­satz von 6 Mil­lio­nen Eu­ro, ei­ne deut­li­che Stei­ge­rung zu den 4,5 Mil­lio­nen Eu­ro im Vor­jahr. Pfau-Tec-Pro­duk­te sind in 16 Län­dern eu­ro­pa­weit zu kau­fen. Neu­er­dings ge­hen die Rä­der auch nach Aus­tra­li­en, Chi­na und in die USA, sagt Schlü­ter.

wird die­ser Fahr­rad­rah­men bei Pfau-Tec mit ei­ner Be­schich­tung ge­macht. Fo­to:

Jörn Mar­tens

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