Lob­by­ist der Bür­ger im Teck­len­bur­ger Land

Grü­nen-Kan­di­dat Den­nis Sch­mit­ter im Ge­spräch zur Land­tags­wahl in NRW

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Westfälische Tagespost -

Den­nis Sch­mit­ter ist der Kan­di­dat der Grü­nen für die Land­tags­wahl am 14. Mai. Lang­fris­tig den­ken und nach­hal­tig han­deln ist sei­ne De­vi­se. Er for­dert ei­ne Vi­si­on für NRW in 15 oder 20 Jah­ren und be­nennt Hand­lungs­fel­der in sei­nem Wahl­kreis.

Von Jes­si­ca von den Ben­ken

Den­nis Sch­mit­ter ist 35 alt und ar­bei­tet als In­ge­nieur seit fast zehn Jah­ren im Be­reich der er­neu­er­ba­ren Ener­gi­en – die meis­te Zeit da­von im ge­nos­sen­schaft­li­chen Sek­tor. Er ist ver­hei­ra­tet und lebt in Len­ge­rich. Dort ist er Orts­ver­bands­spre­cher der Grü­nen, als sach­ver­stän­di­ger Bür­ger im Pla­nungs- und Um­welt­aus­schuss und Auf­sicht­rats­mit­glied der Stadt­wer­ke. Sei­ne we­ni­ge Frei­zeit ver­bringt er ger­ne in der Na­tur, dann trifft man ihn am Klee­berg in Len­ge­rich. „Ich ge­he ger­ne hier am Can­yon spa­zie­ren oder ge­nie­ße im Skulp­tu­ren­park den herr­li­chen Aus­blick“, er­zählt er. Auch das Tau­chen ge­hö­re zu sei­nen Lei­den­schaf­ten. In der Na­tur kann Den­nis Sch­mit­ter sich am bes­ten vom po­li­ti­schen All­tag er­ho­len.

In sei­ner Fa­mi­lie ha­be po­li­ti­sches En­ga­ge­ment zum All­tag ge­hört, da­her re­sul­tie­re auch sei­ne Mo­ti­va­ti­on. „Mein Va­ter war jah­re­lang in der SPD, in der Ge­werk­schaft und im Be­triebs­rat tä­tig. In der Schu­le ha­be ich schon Äm­ter über­nom­men und ha­be die­ses im­mer als nö­tig be­trach­tet“, sagt Sch­mit­ter. Für ihn sei es von vor­her­ein klar ge­we­sen, dass ei­ne ak­ti­ve Be­tei­li­gung an der po­li­ti­schen Ar­beit wich­tig sei und für ihn ein­fach da­zu­ge­hö­re. Po­li­tik le­be von ak­ti­ven Men­schen, und De­mo­kra­tie le­be von ak­ti­ven Po­li­ti­kern. „Vie­le, die mich ken­nen, wür­den mich eher als Ma­cher im Hin­ter­grund

be­zeich­nen und we­ni­ger als je­man­den, der sich in den Vor­der­grund stellt“, sagt er über sich. Er ver­su­che, Zie­le mög­lichst ef­fi­zi­ent zu er­rei­chen. Da­bei sei ihm egal, wer sich den Er­folg nach­her „auf die Fah­ne“schrei­be. Sei­ner Mei­nung nach soll­te es in der Po­li­tik nicht um Ein­zel­in­ter­es­sen oder per­sön­li­chen Ehr­geiz ge­hen. Son­dern viel­mehr dar­um, das Um­feld in dem man le­be zu ver­bes­sern. „Für mich ist der Po­li­ti­ker noch der Volks­ver­tre­ter, al­so der Lob­by­ist des Bür­gers.“

Das Den­ken in kurz­fris­ti­gen Pro­jek­ten sei aus sei­ner Sicht ei­nes der Pro­ble­me, die

man ak­tu­ell in der Po­li­tik ha­be. Er selbst ste­he für ei­ne lang­fris­ti­ge Vi­si­on. Für ihn sei es wich­tig, dass de­fi­niert wer­de, in wel­chem NRW die Men­schen in 15 oder 20 Jah­ren le­ben wol­len, und dann ei­nen Weg zu er­ar­bei­ten, wie die­se Ziel­vor­stel­lung zu er­rei­chen sei. „Kurz­fris­ti­ge Än­de­run­gen und häu­fi­ges Um­schwen­ken brin­gen uns nicht vor­an. Die Men­schen und auch die Wirt­schaft brau­chen ei­nen po­li­ti­schen Rah­men, in dem sie auch für die Zu­kunft pla­nen kön­nen.“Für ihn per­sön­lich sei­en be­son­ders die The­men­fel­der Ener­gie­wen­de, Ver­kehrs­wen­de und das Ein­füh­ren di­rek­ter Bür­ger­be­tei­li­gungs­sys­te­me The­men in de­nen man heu­te ein Bild von der Zu­kunft ma­len müs­se. Aber auch die Be­rei­che Bil­dung, so­zia­le Ge­rech­tig­keit, das Ge­sund­heits­sys­tem und die Fi­nan­zie­rung der Kom­mu­nen wür­den Lösungen er­for­dern, die lang­fris­tig funk­tio­nie­ren müss­ten.

„Mein Wahl­kreis ist das Teck­len­bur­ger Land. Es ist ge­prägt von ei­ner Mi­schung aus tol­len Na­tur­räu­men, in­no­va­ti­ven Un­ter­neh­men und Land­wirt­schaft“, be­tont er. Die Auf­ga­be, die sich aus sei­ner Sicht für die Zu­kunft stel­le, sei die Fra­ge, wie man die­se at­trak­ti­ve Mi­schung er­hal­ten und wei­ter­ent­wi­ckeln kön­ne um da­mit auch in 20 Jah­ren noch ein le­bens­wer­tes Um­feld zu ha­ben. Ei­ne wich­ti­ge Auf­ga­be sei da­bei, den Flä­chen­ver­brauch zu re­du­zie­ren. Ak­tu­ell ge­be es die Ten­denz, gro­ße Flä­chen für Lo­gis­tik­hal­len zu nut­zen. Hier müs­se man ent­schei­den, ob sich sol­che Bran­chen mit ei­nem ho­hen Flä­chen­ver­brauch pro Ar­beits­platz und nied­ri­gem Lohn­ni­veau wei­ter an­sie­deln sol­len. Ein ho­her Flä­chen­ver­brauch be­deu­te in ers­ter Li­nie, dass Na­tur ver­lo­ren ge­he. „Die Na­tur soll­ten wir nicht op­fern. Na­tur, die ein­mal ver­lo­ren ist, kann man nicht zu­rück­brin­gen.“

Aus sei­ner Sicht ist die Lis­te der drän­gen­den Fra­gen in sei­nem Wahl­kreis lang. Egal ob im Ge­sund­heits­sek­tor, im Ver­kehr oder in der Bil­dung – im­mer stel­le sich die Fra­ge, wie man im Müns­ter­land da­für sor­gen kön­ne, dass die gu­te In­fra­struk­tur auch in Zu­kunft er­hal­ten blei­be. Die­ses er­for­de­re ei­ne Vi­si­on der Zu­kunft.

Ein Wo­che­n­en­de in sei­nem Wahl­kreis wür­de Sch­mit­ter ger­ne mit der ge­sam­ten FDP-Frak­ti­on ver­brin­gen. „Viel­leicht kann es ge­lin­gen, den ei­nen oder an­de­ren da­von zu über­zeu­gen, dass man wirt­schaft­li­chen In­ter­es­sen und Wachs­tum nicht al­les an­de­re un­ter­ord­nen darf.“

Grund­sätz­lich schließt Sch­mit­ter für sich kei­ne Ko­ali­ti­on aus, vor­aus­ge­setzt die Par­tei han­de­le de­mo­kra­tisch. Be­vor­zu­gen wür­de er ei­ne Fort­füh­rung der „er­folg­rei­chen Re­gie­rungs­ko­ali­ti­on“mit der SPD.

Fo­to: Jes­si­ca von den Ben­ken

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