Schät­ze in Scheu­nen

Am Wo­che­n­en­de Old­ti­mer­tref­fen im Trak­to­ren­mu­se­um

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Westfälische Tagespost -

Viel zu be­stau­nen gibt es am kom­men­den Wo­che­n­en­de beim Old­ti­mer­tref­fen im Trak­to­ren­mu­se­um – un­ter an­de­rem die neu­es­te Er­run­gen­schaft der Hob­by­tüft­ler um Fried­helm Freh­mey­er.

Die Schrau­ber vom Trak­to­ren­mu­se­um ha­ben wie­der die Är­mel hoch­ge­krem­pelt und ei­ne wei­te­re al­te Ma­schi­ne auf Vor­der­mann ge­bracht: Der dun­kel­grün la­ckier­te Stand­mo­tor steht jetzt auf ei­nem fahr­ba­ren Un­ter­ge­stell aus Ei­chen­holz mit Deich­sel. Da­mit lässt sich das 550 Ki­lo­gramm schwe­re Ar­beits­ge­rät aus Guss­ei­sen ei­ni­ger­ma­ßen leicht über das Ge­län­de des Dü­ter Mu­se­ums zie­hen.

Fried­helm Freh­mey­er, Horst Kel­ler­mey­er und Pe­ter Knetsch ge­hö­ren zu dem Frei­wil­li­gen-Team, das dem Stand­mo­tor aus den 1950erJah­ren in wo­chen­lan­ger Ar­beit neu­es Le­ben ein­ge­haucht hat. Ein we­nig stolz sind sie schon auf den All­zweck­mo­tor, mit dem frü­her un­ter an­de­rem Holz­sä­gen und Dreschkäs­ten an­ge­trie­ben wur­den. „Das Ding hat ei­ne nied­ri­ge Dreh­zahl und ist auch des­halb un­ver­wüst­lich“, sagt Horst Kel­ler­mey­er und lacht.

Beim Old­ti­mer­tref­fen am kom­men­den Wo­che­n­en­de soll der Mo­tor ei­nen gu­ten Platz be­kom­men. „Schwer­punkt bei der dies­jäh­ri­gen Ver­an­stal­tung sol­len Stand­mo­to­ren sein“, er­läu­tert Freh­mey­er, der fest da­mit rech­net, dass noch zahl­rei­che wei­te­re Mo­del­le bei dem Tref­fen vor­ge­führt wer­den. „Wir hat­ten in den ver­gan­ge­nen Wol­len die al­te Tech­nik für zu­künf­ti­ge Ge­ne­ra­tio­nen er­hal­ten: Jah­ren im­mer wie­der ent­spre­chen­de An­fra­gen.“

Der al­te Stand­mo­tor ist aber nicht die ein­zi­ge Ma­schi­ne, die die Schrau­ber vom Mu­se­um an der Lot­ter Stra­ße 20 im Lau­fe der Jah­re re­stau­riert ha­ben. In den Scheu­nen ste­hen zahl­rei­che Schlep­per aus den 1930erJah­ren, die meis­ten des Her­stel­lers Klöck­ner-Hum­boldt-Deutz (KHD), der heu­te als Deutz AG fir­miert. Ins­ge­samt sind es mehr als 30 Schlep­per, die beim Old­ti­mer­tref­fen vor­ge­führt wer­den. Vie­le da­von ha­ben die Eh­ren­amt­li­chen selbst re­stau­riert, sie pfle­gen sie re­gel­mä­ßig – und manch­mal dre­hen sie auch ei­ne klei­ne Run­de mit den al­ten Ge­fähr­ten. Was ei­nem Kraft­akt gleich­kommt: „So ein Tre­cker ist wie ein stu­res, bo­cken­des Pferd“, er­zählt Horst Kel­ler­mey­er. Der Schalt­he­bel sei nur schwer zu be­we­gen, „da muss man vor­her ein Schin­ken­brot mehr es­sen“, scherzt er. Und be­vor sich das Ge­fährt über­haupt in Be­we­gung set­ze, müs­se es ei­ne hal­be St­un­de vor­ge­heizt wer­den.

Auch wenn die Re­stau­rie­rung und In­stand­hal­tung der Fahr­zeu­ge viel Kraft und Zeit in An­spruch nimmt – Horst Kel­ler­mey­er und die an­de­ren Frei­wil­li­gen sind mit Ei­fer da­bei. „Ein paar Ver­rück­te muss es ge­ben. Sonst ver­fällt al­les“, sagt Pe­ter Knetsch. Da­mit die al­te Land­tech­nik auch für zu­künf­ti­ge Ge­ne­ra­tio­nen er­hal­ten bleibt, wür­den sie sich al­ler­dings Un­ter­stüt­zung von jün­ge­ren Hel­fern wün­schen.

So­wohl am Sams­tag als auch am Sonn­tag, 13. und 14. Mai, öff­net das Trak­to­ren­mu­se­um von 10 bis 18 Uhr sei­ne To­re. Ne­ben den land­tech­ni­schen Vor­füh­run­gen hat das Team vom Trak­to­ren­mu­se­um ein klei­nes Un­ter­hal­tungs­pro­gramm auf die Bei­ne ge­stellt. Im St­ein- und Lehmo­fen wer­den au­ßer­dem ver­schie­de­ne Brot­sor­ten und Ku­chen ge­ba­cken.

Fried­helm Freh­mey­er, Horst Kel­ler­mey­er und Pe­ter Knetsch vom Trak­to­ren­mu­se­um. Fo­to: Kat­ja Nie­mey­er

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