Bald geht die Fahrt bis nach Lecht­in­gen

Mi­nis­ter Wen­zel (Grü­ne) über­reicht För­der­be­scheid für Er­wei­te­rung der Feld­bahn­stre­cke auf dem Pies­berg

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Region / Lokalsport - Mehr auf noz.de/os

Wenn al­les klappt, könn­te die Feld­bahn am Pies­berg schon im Herbst 2018 vom Süd­stieg un­ter­halb der Fels­rip­pe bis zum Gru­ben­weg in Wal­len­horst-Lecht­in­gen fah­ren. Nie­der­sach­sens Um­welt­mi­nis­ter Ste­fan Wen­zel (Grü­ne) über­reich­te ges­tern den För­der­be­scheid für den Stre­cken­aus­bau.

Von Sandra Dorn

Für 1,35 Mil­lio­nen Eu­ro soll die be­lieb­te Mi­ni-Zug­stre­cke drei­mal so lang wer­den wie bis­her. Auf dem 1,2 Ki­lo­me­ter lan­gen al­ten Ab­schnitt vom Mu­se­um In­dus­trie­kul­tur bis zum Süd­stieg dau­ert die Fahrt mit dem die­sel­be­trie­be­nen Schmal­spur­zug nur we­ni­ge Mi­nu­ten – da­von durf­te der Mi­nis­ter sich selbst über­zeu­gen. Rat­ternd fuhr die Bahn da­bei auch an den Schie­nen-Stü­cken vor­bei, die die Feld­bah­ner vom Ver­ein „Mu­se­um für feld­spu­ri­ge In­dus­trie­bah­nen Os­na­brückPies­berg“sich schon vor an­dert­halb Jah­ren ge­si­chert hat­ten und die dar­auf war­ten, Rich­tung Nor­den ver­baut zu Kann los­ge­hen: Jörg Spren­gel­mey­er vom Feld­bah­ner-Ver­ein (links) steht für den Aus­bau der Stre­cke be­reit, Nie­der­sach­sens Um­welt­mi­nis­ter Ste­fan Wen­zel (Grü­ne, Zwei­ter von links) be­sich­tigt die Bahn­stre­cke mit den ört­li­chen Prot­ago­nis­ten. 65 Pro­zent des Aus­baus zah­len Land und EU.

wer­den. Künf­tig wird die Bahn den Berg zu et­wa drei Vier­teln um­run­den und da­mit auch den Nor­den er­schlie­ßen, der auf Wal­len­hors­ter Ge­mein­de­ge­biet liegt. Die Stadt Os­na­brück be­rei­tet zur­zeit die Aus­schrei­bung vor

und hofft, dass es zü­gig vor­an­geht.

Was wä­re die schnö­de Über­ga­be ei­nes För­der­be­schei­des oh­ne Sym­bo­lik? Erst ganz oben, auf der ro­ten Aus­sichts­platt­form, wech­sel­te ein brau­ner Um­schlag die Be­sit­zer,

nach­dem die Wür­den­trä­ger mit und oh­ne Kra­wat­te die 269 Stu­fen vom Bahn­halt Süd­stieg bis zur Fels­rip­pe er­klom­men hat­ten – und die rest­li­chen bis auf die Platt­form. Da stan­den sie dann, mehr oder we­ni­ger schwer at­mend:

Der Mi­nis­ter, Wal­len­horsts Bür­ger­meis­ter Ot­to St­ein­kamp (par­tei­los) mit sei­ner Ge­mein­de im Rü­cken, Os­na­brücks Ober­bür­ger­meis­ter Wolf­gang Grie­sert (CDU), Det­lef Gerdts vom städ­ti­schen Fach­be­reich Um­welt und Kli­ma­schutz und zig an­de­re, die mit dem Pies­berg zu tun ha­ben. Der Os­na­brü­cker Land­tags­ab­ge­ord­ne­te Vol­ker Ba­jus (Grü­ne) wies dar­auf hin, wie er­staun­lich es sei, dass ei­ne tou­ris­ti­sche Er­schlie­ßung des Bergs von der St­ein­ab­bruch­fir­ma über­haupt zu­ge­las­sen wor­den sei. 1,3 Mil­lio­nen Ton­nen St­ein baut Cemex jähr­lich ab.

Gerdts wies den Um­welt­mi­nis­ter auf die drei Wind­rä­der auf dem Pies­berg hin, auf die So­lar­an­la­gen und das mit De­po­nie­gas be­trie­be­ne Block­heiz­kraft­werk. „Des­halb nen­nen wir ihn ja den Ener­gie­berg“, so Gerdts, „vom frü­he­ren Koh­le­ab­bau bis zur Ener­gie­wen­de ist al­les hier oben zu se­hen – und 13 ver­schie­de­ne Fle­der­maus­ar­ten.“Wen­zel lob­te: „Hier kann man gut be­ob­ach­ten, wie die Na­tur ein in­dus­tri­ell ge­nutz­tes Ge­biet zu­rück­er­obert.“Grie­sert wies auf die „wei­te­re Stei­ge­rung der At­trak­ti­vi­tät des Kul­turund Land­schafts­parks“durch den Aus­bau der Feld­bahn­stre­cke hin. „Und die Ge­mein­de Wal­len­horst be­kommt erst­mals ei­nen Gleis­an­schluss“, so Grie­sert. Sein Wal­len­hors­ter Kol­le­ge St­ein­kamp sag­te: „Wenn man hier oben steht, könn­te man den Ein­druck ha­ben, der Pies­berg trennt die Stadt und Wal­len­horst. Ge­nau das Ge­gen­teil ist der Fall.“Nur, dass Grie­sert die Ge­mein­de beim Blick von oben als „klei­nes ver­schla­fe­nes gal­li­sches Dorf “be­ti­tel­te, das woll­te er nicht so ste­hen las­sen. Be­gos­sen wur­de die För­der­mit­tel­zu­sa­ge des Lan­des üb­ri­gens mit Pies­ber­ger Gru­ben­was­ser. Der Wei­zen­korn war ein Ge­schenk des er­krank­ten frü­he­ren Os­na­brü­cker Rats­vor­sit­zen­den und Py­er Orts­bür­ger­meis­ters Jo­sef Thö­le, der sich jah­re­lang für die Ent­wick­lung des Pies­bergs ein­ge­setzt hat.

Das Aus­bau­pro­jekt wird mit Lan­des- und EU-Mit­teln in Hö­he von 875 000 Eu­ro be­gli­chen, der Ver­ein Na­tur­park Ter­ra-Vi­ta ist mit 225 000 Eu­ro da­bei, die Stadt Os­na­brück mit 212000 Eu­ro – und die Ge­mein­de Wal­len­horst mit 35 000 Eu­ro.

Wer ein­mal mit der his­to­ri­schen Feld­bahn fah­ren möch­te, kann das an je­dem ers­ten und drit­ten Sonn­tag im Mo­nat zwi­schen 10 und 18 Uhr tun.

Fas­zi­na­ti­on Pies­berg:

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