Er kann trotz­dem wie­der la­chen

Eis­ho­ckey: WM-Aus für To­bi­as Rie­der – Heu­te Schlüs­sel­spiel ge­gen die Slo­wa­kei

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Sport -

Ei­ne Sen­sa­ti­on, zwei ein­kal­ku­lier­te Nie­der­la­gen, nun ein Schlüs­sel­spiel: Die deut­sche Eis­ho­ckey­Na­tio­nal­mann­schaft geht bei der Heim-WM mit ge­misch­ten Ge­füh­len in die heu­ti­ge Par­tie ge­gen die Slo­wa­kei in Köln.

KÖLN. Das ers­te Bul­ly ge­gen den Welt­meis­ter von 2002 wird um 20.15 Uhr ge­spielt (Sport1). Doch es ist längst nicht al­les ei­tel Son­nen­schein beim Team von Bun­des­trai­ner Mar­co Sturm.

Pech­vo­gel und Sün­der: Die Per­so­nal­la­ge trübt die Stim­mung un­ter den deut­schen Ku­fen­cracks. Denn auch wenn er zum of­fi­zi­el­len Fo­to­ter­min am spiel­frei­en Di­ens­tag lä­chel­te, so ist To­bi­as Rie­der das La­chen mit Blick auf die WM ver­gan­gen. Der NHL-Pro­fi der Ari­zo­na Co­yo­tes und ak­tu­ell bes­ter Stür­mer im Ka­der hat sich am Mon­tag beim 3:6 ge­gen Re­kord-Welt­meis­ter Russ­land die Syn­des­mo­se im rech­ten Fuß ge­ris­sen. Bit­ter: Wie schon 2016 ist das Tur­nier für den 24 Jah­re al­ten Lands­hu­ter vor­zei­tig be­en­det. „Von den Schmer­zen her geht es ei­gent­lich, aber es ist na­tür­lich trotz­dem ir­gend­wie schei­ße“, sag­te Rie­der, der von ei­ner vier- bis sechs­wö­chi­gen Pau­se aus­geht. Im­mer­hin: Fürs Mann­schafts­fo­to scho­ben ihn die Mit­spie­ler auf ei­nem Stuhl aufs Eis. Rie­ders Kom­men­tar: „Ich darf noch mit rauf. Ich fin­de es schön, dass mich die Mann­schaft noch un­ter­stützt.“

Den Un­mut des Bun­des­trai­ners zu­ge­zo­gen hat sich der­weil Sturm­part­ner Patrick Ha­ger, der nach der un­über­leg­ten Atta­cke aus dem Russ­land-Spiel ei­ne är­ger­li­che Match­stra­fe kas­sier­te und auch die nächs­ten bei­den Spie­le ge­sperrt ist. Wirk­lich ein­sich­tig zeig­te sich Ha­ger al­ler­dings nicht: „Wir müs­sen schau­en, dass wir das nicht über­the­ma­ti­sie­ren und das The­ma nicht hei­ßer ko­chen, als es ist“, sag­te er.

Per­so­nel­le Plan­spie­le: Ob Sturm den An­griff nun mit dem bis­lang noch nicht ge­mel­de­ten Mann­hei­mer Da­vid Wolf auf­füllt oder wei­ter auf Ver­stär­kung aus der NHL war­tet, ließ er ges­tern noch Lacht schon wie­der: Der ver­letz­te To­bi­as Rie­der (Mit­te) wird von Phy­sio­the­ra­peut And­re Kreid­ler (links) und den Mit­spie­lern Jus­tin Krue­ger (Zwei­ter von links) und Ger­rit Fau­ser aufs Eis ge­scho­ben.

of­fen. Die zwei­te Play­of­fRun­de in der nord­ame­ri­ka­ni­schen Pro­fi­li­ga dau­ert in­zwi­schen län­ger als ge­hofft. Erst in der Nacht zu Don­ners­tag ist die Sai­son für zwei wei­te­re Na­tio­nal­spie­ler be­en­det.

Wohl erst zum letz­ten Vor­run­den­spiel ge­gen Lett­land am 16. Mai wä­ren Le­on Drai­saitl oder Kor­bi­ni­an Hol­zer so­wie Phil­ipp Gru­bau­er oder Tom Kühn­hackl dann mit da­bei.

Psy­cho­lo­gie und Re­chen­spie­le: „Wenn man zwei­mal hoch ver­liert, muss man das erst mal vom Kopf her ver­kraf­ten. Wir müs­sen jetzt ir­gend­wie den Re­set-Knopf drü­cken“, sag­te Ka­pi­tän Chris­ti­an Ehr­hoff.

Nach der Über­ra­schung zum Auf­takt ge­gen die USA (2:1) kas­sier­ten die Deut­schen da­nach zwei letzt­lich deut­li­che Nie­der­la­gen ge­gen die an­de­ren Eis­ho­ckey-Groß­mäch­te Schwe­den (2:7) und Russ­land (3:6). „Es wird jetzt um­so schwe­rer, die an­de­ren Na­tio­nen zu schla­gen“, sag­te Sturm zur pa­ra­do­xen Si­tua­ti­on nach dem schwe­ren Auf­takt­pro­gramm.

Aus den ers­ten drei von sie­ben Vor­run­den­par­ti­en hat das deut­sche Team drei Punk­te ge­sam­melt und da­mit gu­te Chan­cen auf das Wei­ter­kom­men. Wei­te­re Geg­ner sind noch Dä­ne­mark (12. Mai), Ita­li­en (13.) und Lett­land (16. Mai). Je­weils die ers­ten vier aus den bei­den Ach­ter­grup­pen zie­hen in die Run­de der bes­ten acht ein.

Ak­tu­el­le In­fos zur Eis­ho­ckey-WM le­sen Sie auf noz.de/sport

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