Stadt patzt er­neut beim Stick­stoff­di­oxid

Wer­te seit Jah­ren deut­lich über­höht – Kla­gen dro­hen

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Osnabrück -

OS­NA­BRÜCK. Nun ist es amt­lich: Os­na­brück hat 2016 die Lat­te beim Stick­stoff­di­oxid er­neut ge­ris­sen.

Die Ver­kehrs­sta­ti­on am Schloss­wall maß ei­nen Mit­tel­wert von 47 Mi­kro­gramm Stick­stoff­di­oxid (NO2) pro Ku­bik­me­ter Luft (µg/m³) – 17,5 Pro­zent mehr als von der EU er­laubt. Am Neu­en Gr­a­ben maß der Pas­siv­samm­ler 48 Mi­kro­gramm – 20 Pro­zent über dem er­laub­ten Höchst­wert. Die Hin­ter­grund­sta­ti­on in der Bom­blat­stra­ße maß 20 Mi­kro­gramm, wie aus nun end­gül­ti­gen Zah­len des Luft­hy­gie­ni­schen Über­wa­chungs­sys­tems Nie­der­sach­sen vom Di­ens­tag her­vor­geht. Bis­lang la­gen nur vor­läu­fi­ge Zah­len vor.

Seit 2010 be­grenzt die EU den Jah­res­mit­tel­höchst­wert auf 40 µg/m³. Das ge­lang Os­na­brück seit­her kein ein­zi­ges Mal. Da­bei wa­ren die 47 Mi­kro­gramm am Schloss­wall in 2016 schon das bes­te Er­geb­nis seit 2010 (eben­so wie in 2013). 2011 maß der Pas­siv­samm­ler am Ne­u­markt gar 63 µg/m³. NO2 gilt als krebs­ver­däch­tig, greift die Atem­we­ge an und kann Asth­ma ver­ur­sa­chen. Da­her kön­nen An­woh­ner und Um­welt­ver­bän­de die Stadt ver­kla­gen.

Auch an­de­re Städ­te patz­ten in 2016. Drei Sta­tio­nen in Han­no­ver ma­ßen 50 bis 55 Mi­kro­gramm NO2. Sta­tio­nen in Ol­den­burg (50), Hil­des­heim (44) und Ha­meln (43) ka­men eben­falls auf mehr als die er­laub­ten 40 µg/m³. In Göt­tin­gen und Braun­schweig wa­ren es ex­akt 40 Mi­kro­gramm.

Für das lau­fen­de Jahr ist die Aus­sicht nicht bes­ser: In den ers­ten vier Mo­na­ten maß die Sta­ti­on am Schloss­wall durch­schnitt­lich 47 Mi­kro­gramm NO2.

Bes­ser sieht es beim Fe­in­staub (PM10) aus: Die Sta­ti­on am Wall maß 2016 ei­nen Mit­tel­wert von 24 Mi­kro­gramm – auch hier sind 40 µg/m³ im Jah­res­mit­tel er­laubt so­wie jähr­lich 35 Über­schrei­tun­gen von 50 Mi­kro­gramm. In Os­na­brück wa­ren es acht. Mit durch­schnitt­lich 24 µg/m³ liegt Os­na­brück den­noch an der ne­ga­ti­ven Spit­ze – vor Ol­den­burg und Han­no­ver (je 22), Göt­tin­gen (20) und Wolfs­burg so­wie Braun­schweig ( je 19).

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