Er­folgs­ge­schich­te wird fort­ge­setzt

Ver­ein Ma­gi kann Hil­fe in Ma­la­wi aus­bau­en – 5000 Eu­ro vom Li­ons Club „He­ger Tor“

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Osnabrück -

Der Os­na­brü­cker Ver­ein Ma­gi (Ma­la­wi­an Girls) küm­mert sich seit sie­ben Jah­ren um Mäd­chen in dem afri­ka­ni­schen Staat Ma­la­wi. Nun wur­de ein wei­te­res Ka­pi­tel in der Er­folgs­ge­schich­te ge­schrie­ben.

Von Tho­mas Wüb­ker

Die Initia­ti­ve zur Grün­dung des Ver­eins ging einst von der At­te­ra­ner Grund­schul­leh­re­rin An­ja Hir­sch­mann aus, die nun als 1. Vor­sit­zen­de tä­tig ist. Als sie vor ei­ni­gen Jah­ren bei ei­nem Be­such der Part­ner­schu­le in der Stadt Blan­ty­re von dem Elend vie­ler Mäd­chen er­fuhr, wur­de sie ak­tiv. Mitt­ler­wei­le hat der Ver­ein schon rund 100 Kin­dern da­zu ver­hol­fen, ein wür­di­ges Le­ben zu füh­ren. Die Mäd­chen wur­den vor dem Ver­hun­gern, vor Ver­ge­wal­ti­gun­gen oder vor der Er­mor­dung ge­schützt. Denn ein Mäd­chen­le­ben sei in Ma­la­wi nicht viel wert, wie Hir­sch­mann trau­rig be­rich­tet. Sie be­rich­tet, ein zwölf­jäh­ri­ges Mäd­chen ha­be ihr ge­sagt, es wis­se nun, wie es sich an­füh­le, ge­liebt zu wer­den. „Für so et­was bin ich dank­bar“, sagt die Leh­re­rin, die von den Mäd­chen in Ma­la­wi „Ma­mi An­ja“ge­nannt wird.

Wenn die Mäd­chen zu­meist von der Po­li­zei ge­bracht wer­den, wer­den sie zu­nächst mit dem Nö­tigs­ten ver­sorgt. Sie be­kom­men zu es­sen und et­was zum An­zie­hen. Der Ver­ein er­mög­licht den Mäd­chen au­ßer­dem den Zu­gang zur Schul­bil­dung. Da­für ist ne­ben dem üb­li­chen Schul­ma­te­ri­al auch ein Stück Sei­fe nö­tig. Da­mit wa­schen die Kin­der ih­re Klei­der.

Neu ist die „Girls Corner“

In den Ge­nuss der Sei­fe so­wie der Stif­te und Hef­te kön­nen seit An­fang des Jah­res 30 zu­sätz­li­che Mäd­chen kom­men: Im Ja­nu­ar wur­de die so­ge­nann­te „Girls Corner“ein­ge­rich­tet. In der „Mäd­chen­ecke“wer­den 30 Kin­der in ei­ner Art Kurz­zeit­pfle­ge auf­ge­nom­men. Sie sind wie die an­de­ren Be­woh­ner des Heims von Ma­gi Wai­sen oder wur­den von ih­ren Müt­tern aus­ge­setzt oder ver­bannt. An­ja Hir­sch­mann er­zählt, dass ei­ne Mut­ter ih­ren Sohn wei­ter bei sich trug, ihr zwei­jäh­ri­ges Mäd­chen aber weg­schick­te, weil sie der An­sicht war, es kom­me schon al­lein zu­recht. Auch ei­ne Zwölf­jäh­ri­ge, die von ih­rem Bru­der ver­hei­ra­tet wer­den soll­te und von ihm ver­ge­wal­tigt wur­de, konn­te von Ma­gi auf­ge­nom­men wer­den.

Ein wei­te­rer Baustein für ein ver­nünf­ti­ges Le­ben ist ei­ne Aus­bil­dung in der Land­wirt­schaft. Der Ver­ein konn­te acht Hekt­ar Land kau­fen und die­sen Be­reich „kräf­tig aus­bau­en“, wie Hir­sch­mann sagt. Den meis­ten Be­darf an Un­ter­stüt­zung ha­ben Kin­der, die un­ter fünf Jah­re alt sind. Dank der fi­nan­zi­el­len Hil­fe von Os­na­brü­cker und Teck­len­bur­ger Fir­men so­wie ei­ner 5000-Eu­ro-Spen­de des Os­na­brü­cker Li­ons Clubs „He­ger Tor“konn­te kürz­lich ein „Un­der5Hou­se“fer­tig­ge­stellt wer­den. Dort wer­den nun ins­ge­samt 14 Klein­kin­der be­treut.

Fünf Haus­müt­ter und ein Wach­mann ar­bei­ten vor Ort für den Ver­ein Ma­gi. Die meis­ten Kin­der sind trau­ma­ti­siert. Sie wer­den von ei­ner The­ra­peu­tin in ei­nem Kran­ken­haus in Blan­ty­re be­han­delt.

Ei­ni­ge der äl­te­ren Mäd­chen ste­hen mitt­ler­wei­le auf ei­ge­nen Fü­ßen und kön­nen sich selbst so­wie ih­re Groß­el­tern er­näh­ren. Das macht „Ma­mi An­ja“stolz.

Stol­ze „Ma­mi An­ja“: Die At­te­ra­ner Grund­schul­leh­re­rin An­ja Hir­sch­mann ist 1. Vor­sit­zen­de des Ver­eins Ma­gi, der sich um Mäd­chen in Ma­la­wi küm­mert. Fo­to: An­ja Hir­sch­mann

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