Na­gel­pilz rich­tig be­han­deln

So schüt­zen Sie Fü­ße und Ze­hen­nä­gel

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Gesund Im Mai -

OS­NA­BRÜCK. Zum Schutz vor Fuß- und Na­gel­pilz soll­te man die Schu­he täg­lich wech­seln. Denn Pil­ze mö­gen es näm­lich warm und feucht. Zu­dem soll­te man in Schwimm­bä­dern, der Sau­na, beim Sport bzw. in den Ge­mein­schafts­du­schen oder Ho­tel­zim­mern nicht bar­fuß lau­fen.Oft ist ein un­be­han­del­ter Fuß­pilz der Aus­lö­ser für hart­nä­cki­gen Na­gel­pilz. Ist der Na­gel be­schä­digt, kön­nen die Er­re­ger ein­drin­gen. Des­halb Pilz­in­fek­tio­nen an den Fü­ßen un­be­dingt kon­se­quent be­han­deln, zum Bei­spiel mit pilz­hem­men­den Cre­mes. Sind die Nä­gel doch be­fal­len, müs­sen Be­trof­fe­ne viel Ge­duld auf­brin­gen: Die Be­hand­lung von Na­gel­pilz, zum Bei­spiel mit ei­ner Lack­lö­sung, dau­ert manch­mal mo­na­te­lang. Vor­ge­hen soll­te man da­ge­gen auf je­den Fall: „Ei­ne Na­gel­my­ko­se ist ei­ne ech­te In­fek­ti­on. Und mit ei­ner In­fek­ti­on im Kör­per soll­te kei­ner dau­er­haft le­ben“, sagt Isaak Ef­fen­dy, Pro­fes­sor für Der­ma­to­lo­gie an der Haut­kli­nik Bie­le­feld.

Es wird ge­schätzt, dass et­wa 10 Mil­lio­nen Deut­sche un­ter ei­ner Na­gel­pilz­er­kran­kung, auch Ony­cho­my­ko­se ge­nannt, lei­den. Be­güns­tigt wird die­se durch ei­ne vor­her­ge­hen­de Haut­pilz­er­kran­kung.

Heilt nie von al­lei­ne

Ist ein Na­gel von ei­nem Pilz be­fal­len, so er­kennt man dies schon früh dar­an, dass er sei­nen perl­mutt­ar­ti­gen Glanz und sei­ne Trans­pa­renz ver­liert. Spä­ter ver­dickt sich die Na­gel­plat­te, die Na­gel­rän­der kön­nen ein­rei­ßen. Un­be­han­delt kann der Na­gel­pilz zur völ­li­gen Zer­stö­rung der Na­gel­plat­te füh­ren.

Da­her soll­te be­reits bei den ers­ten An­zei­chen mit der Be­hand­lung be­gon­nen wer­den. Auch, weil ei­ne Pil­z­er­kran­kung der Haut nicht von al­lei­ne ab­heilt – und Pilz­in­fek­tio­nen zu­dem sehr an­ste­ckend sind.

Mit­tel der Wahl ist ein me­di­zi­ni­scher was­ser­fes­ter Na­gel­lack, der den Wirk­stoff Ci­clo­pirox ent­hält. Die An­wen­dung ist leicht: Zu­nächst wird das be­fal­le­ne Na­gel­ma­te­ri­al mit ei­ner Fei­le ent­fernt. Da­für soll­te man aus­schließ­lich die bei­lie­gen­den Ein­mal­fei­len be­nut­zen. Dann wird der Na­gel mit ei­nem Al­ko­hol­tup­fer des­in­fi­ziert. An­schlie­ßend wird der was­ser­fes­te Lack auf­ge­tra­gen, der trans­pa­rent ist und nicht auf­fällt.

Der Vor­teil von was­ser­fes­tem Lack: Er wird durch Wa­schen, Du­schen, Schweiß etc. nicht ab­ge­wa­schen und muss da­her auch nicht täg­lich auf­ge­tra­gen wer­den. Da­durch ist die Be­hand­lung im Ge­gen­satz zu ab­wasch­ba­ren La­cken we­sent­lich preis­wer­ter.

Na­gel­pilz-In­fek­tio­nen las­sen sich gut mit re­zept­frei­en La­cken aus der Apo­the­ke be­han­deln. Am bes­ten wen­det man die­se Mit­tel abends an. Über Nacht hat der Wirk­stoff so ge­nü­gend Zeit, in den Na­gel ein­zu­drin­gen. Am nächs­ten Mor­gen kann dann so­gar ge­duscht wer­den, oh­ne dass das Prä­pa­rat ab­ge­wa­schen wird.

La­ser­the­ra­pie

Die Be­hand­lung ei­nes Na­gel­pilz­be­falls ist ei­ne lang­wie­ri­ge An­ge­le­gen­heit und er­for­dert viel Ge­duld. Die The­ra­pie­dau­er kann durch ei­ne zu­sätz­li­che Be­hand­lung mit ei­nem en­er­gie­rei­chen La­ser deut­lich ver­kürzt wer­den. „In der haut­ärzt­li­chen Pra­xis hat sich das Ver­fah­ren un­ter­stüt­zend zu Na­gel­lack und In­ter­vall­the­ra­pie be­reits be­währt“, sagt der Münch­ner Der­ma­to­lo­ge Pro­fes­sor Dietrich Abeck, der auch Mi­t­au­tor der ärzt­li­chen Leit­li­ni­en zu Fuß- und Na­gel­pilz ist. Er Na­gel­pilz sieht nicht nur un­schön ist vom La­ser so über­zeugt, dass er ihn in die Leit­li­ni­en ein­bin­den möch­te. Die Pa­ti­en­ten müs­sen die Be­hand­lung al­ler­dings selbst zah­len.

Rich­tig kür­zen

Die Fuß­nä­gel müs­sen re­gel­mä­ßig und in ge­ra­der Li­nie ge­schnit­ten wer­den, da­mit sie an den Sei­ten nicht ein­wach­sen. Das geht leich­ter, wenn die Nä­gel weich sind, zum Bei­spiel nach dem Du­schen oder ei­nem Fuß­bad. Gut ge­eig­net sind spe­zi­el­le Fuß­na­gel­sche­ren. Für Äl­te­re, die sich nicht mehr so gut bü­cken kön­nen, gibt es Mo­del­le mit län­ge­rem Griff. Wich­tig ist es, vor­sich­tig vor­zu­ge­hen und die Haut am Na­gel nicht zu ver­let­zen. Vor al­lem bei Dia­be­tes oder schlech­ter Wund­hei­lung kön­nen selbst klei­ne Ver­let­zun­gen schwer­wie­gen­de Fol­gen ha­ben.

aus, er kann auch schmer­zen. Fo­to: istock.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.