Kraft er­teilt Lin­ken in NRW kla­re Ab­sa­ge

Mi­nis­ter­prä­si­den­tin: Rot-Rot-Grün nicht mit mir – Grü­ne be­kräf­ti­gen vor Wahl ihr Nein zu „Ja­mai­ka“

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Politik - Von Lothar Schma­len

Auf den letz­ten Me­tern vor der NRW-Wahl kämp­fen die Spit­zen­kan­di­da­ten bei un­kla­ren Mehr­heits­ver­hält­nis­sen um Glaub­wür­dig­keit. Mi­nis­ter­prä­si­den­tin Kraft gibt den Lin­ken ei­nen Korb – so deut­lich wie noch nie.

Vier Ta­ge vor der Land­tags­wahl hat Mi­nis­ter­prä­si­den­tin Han­ne­lo­re Kraft (SPD) Spe­ku­la­tio­nen über ei­ne Zu­sam­men­ar­beit mit den Lin­ken in Nord­rhein-West­fa­len ei­ne kla­re Ab­sa­ge er­teilt. „Rot-Ro­tG­rün wird es in NRW mit mir als Mi­nis­ter­prä­si­den­tin nicht ge­ben“, sag­te die Re­gie­rungs­che­fin im Gespräch mit un­se­rer Re­dak­ti­on.

Mit ei­ner Par­tei, die sich nicht an die Ver­fas­sung hal­te, wol­le sie nicht zu­sam­men­ar­bei­ten, füg­te Kraft hin­zu. Da­bei be­zog sie sich auf Äu­ße­run­gen von Öz­lem Alev De­mi­rel, der Spit­zen­kan­di­da­tin der NRW-Lin­ken, in ei­ner ge­mein­sa­men Fern­seh­de­bat­te. De­mi­rel ha­be in der WDR„Wahl­a­re­na“die in der Lan­des­ver­fas­sung fest­ge­schrie­be­ne Schul­den­brem­se als nicht bin­dend be­zeich­net, er­läu­ter­te die SPD-Che­fin ih­re kla­re An­sa­ge.

Spe­ku­la­tio­nen über die Zu­sam­men­ar­beit von So­zi­al­de­mo­kra­ten und Lin­ken hat­ten die Wahl­nie­der­la­gen der SPD bei den Land­tags­wah­len im Saar­land und in Schles­wi­gHol­stein mög­li­cher­wei­se mit ver­ur­sacht. Sol­che Spe­ku­la­tio­nen will Han­ne­lo­re Kraft in NRW nicht auf­kom­men las­sen. Schon in den ver­gan­ge­nen Wo­chen hat­te sie im­mer wie­der be­tont, sie hal­te die Lin­ke in NRW nicht für re­gie­rungs­fä­hig und auch nicht für re­gie­rungs­wil­lig.

Den­noch hat CDU-Spit­zen­kan­di­dat Ar­min La­schet der NRW-Mi­nis­ter­prä­si­den­tin im­mer wie­der vor­ge­wor­fen, sich nicht ein­deu­tig zu den Lin­ken po­si­tio­niert zu ha­ben. „Alarm­stu­fe Dop­pel­rot“prangt seit ei­ni­gen Ta­gen so­gar auf vie­len Groß­pla­ka­ten der CDU im gan­zen Land. Kraft setzt jetzt da­ge­gen: „Da­mit es je­der weiß: Für ein rot-rot-grü­nes Bünd­nis ste­he ich nicht zur Ver­fü­gung.“

La­schet spricht da­ge­gen von ei­nem Kurs­wech­sel aus Pa­nik, der nicht glaub­wür­dig sei. Mo­na­te­lang ha­be die Mi­nis­ter­prä­si­den­tin auf die Fra­ge nach der Zu­sam­men­ar­beit mit den Lin­ken aus­wei­chend ge­ant­wor­tet. Zu­dem ma­che ih­re For­mu­lie­rung klar, dass sie die Dul­dung ei­ner rot­grü­nen Re­gie­rung durch die Lin­ken, wie sie von 2010 bis 2012 statt­fand, nicht aus­schlie­ße. „Die­se Hin­ter­tü­re lässt Frau Kraft of­fen.“

Die Lin­ken-Spit­zen­kan­di­da­tin De­mi­rel kom­men­tier­te Krafts Ab­sa­ge an Rot-Ro­tG­rün in ei­ner Mit­tei­lung mit den Wor­ten: „Sie knickt vor ei­ner Kam­pa­gne der CDU ein.“Dies zei­ge, wie mut­los Kraft agie­re.

Auch die Grü­nen, de­ren Wie­der­ein­zug in den Land­tag kein Selbst­läu­fer wird, tre­ten im End­spurt Zwei­feln ent­ge­gen, ob ihr Par­tei­tags­be­schluss ge­gen ei­ne Ja­mai­ka-Ko­ali­ti­on

nicht doch Mög­lich­kei­ten für ein Bünd­nis mit CDU und FDP of­fen­lässt. Ih­re Spit­zen­kan­di­da­tin Syl­via Löhr­mann ver­si­cher­te: „Un­ser Be­schluss ist ein­deu­tig: Ja­mai­ka ist kei­ne Op­ti­on für Nord­rhein-West­fa­len.“

In ei­ner neu­en Um­fra­ge des Mei­nungs­for­schungs­in­sti­tuts Insa zur Land­tags­wahl liegt die SPD vor der CDU mit 33 zu 30 Pro­zent. Die wei­te­ren Par­tei­en: FDP 13, Grü­ne und AfD je 7 und Lin­ke 5 Pro­zent.

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