Rich­ter­bund: Ge­setz zu Ein­brü­chen hat Lü­cken

Ka­bi­nett be­schließt här­te­re Stra­fen

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Politik - Von Ma­ri­on Trim­born

Bei Woh­nungs­ein­brü­chen sol­len bald här­te­re Stra­fen gel­ten. Das Bun­des­ka­bi­nett hat ei­ne Ge­set­zes­än­de­rung auf den Weg ge­bracht, wo­nach für den Ein­bruch in ei­ne „dau­er­haft ge­nutz­te Pri­vat­woh­nung“künf­tig ei­ne Min­dest­stra­fe von ei­nem Jahr gel­ten soll – bis­lang lag die­se bei sechs Mo­na­ten. Der Straf­rah­men reicht bis zu zehn Jah­ren. Min­der schwe­re Fäl­le soll es beim Ein­bruch in Pri­vat­woh­nun­gen künf­tig gar nicht mehr ge­ben.

Der Deut­sche Rich­ter­bund (DRB) be­grüß­te grund­sätz­lich das Ge­setz, mit dem die Bun­des­re­gie­rung den Weg für ei­ne ef­fek­ti­ve­re Straf­ver­fol­gung von Woh­nungs­ein­brü­chen frei ma­che. Er be­zwei­felt je­doch die Wir­kung und sieht noch Nach­bes­se­rungs­be­darf. Bun­des­ge­schäfts­füh­rer Sven Re­behn sag­te un­se­rer Re­dak­ti­on: „Die Ko­ali­ti­on darf im Kampf ge­gen Ein­bre­cher nicht auf hal­ber Stre­cke ste­hen blei­ben.“Es sei wich­tig, dass Fahn­der auch die In­hal­te von Te­le­fon­ge­sprä­chen und Mails von Ver­däch­ti­gen über­wa­chen könn­ten. „Hier weist das Ge­setz noch Lü­cken auf, durch die Ein­bre­cher ent­wi­schen könn­ten.“

Nach An­sicht des Rich­ter­bun­des wer­den här­te­re Stra­fen al­lein we­nig be­wir­ken. „Al­ler Er­fah­rung nach über­legt sich ein Ein­bre­cher nicht vor­her, ob ihm für ei­nen Woh­nungs­ein­bruch sechs oder zwölf Mo­na­te Min­dest­stra­fe dro­hen“, be­ton­te Ge­schäfts­füh­rer Re­behn. Ne­ben Mai­lund Te­le­fon­über­wa­chung sei des­halb hö­he­re Po­li­zei­prä­senz drin­gend nö­tig, um mög­li­che Tä­ter ab­zu­schre­cken.

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