Eh­ren­amt ist exis­ten­zi­ell

CDU-Kan­di­dat Fe­lix Hol­ling im Gespräch zur Land­tags­wahl

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Westfälische Tagespost - Von Jes­si­ca von den Ben­ken

CDU-Kan­di­dat Fe­lix Hol­ling ist auf dem Hof sei­ner Fa­mi­lie in Hops­ten auf­ge­wach­sen und in der Po­li­tik groß ge­wor­den. Sein Ein­satz für sei­ne Hei­mat und das Ge­mein­wohl prägt ihn. Jetzt will sich der 30-Jäh­ri­ge da­für auch in der Lan­des­po­li­tik in Düs­sel­dorf ein­set­zen.

LOT­TE. Seit 2003 ist Fe­lix Hol­ling Mit­glied der Jun­gen Uni­on, und seit 2005 ge­hört er der CDU an. Seit sei­nem 18. Le­bens­jahr en­ga­giert er sich als sach­kun­di­ger Bür­ger in ver­schie­de­nen Fach­aus­schüs­sen der Ge­mein­de Hops­ten. 2014 wur­de er in den Rat sei­ner Hei­mat­ge­mein­de ge­wählt und ist seit­her stell­ver­tre­ten­der Vor­sit­zen­der der CDU-Rats­frak­ti­on. Auch als Vor­sit­zen­der der CDU Hops­ten-Scha­le-Hal­ver­de, stell­ver­tre­ten­der Kreis­vor­sit­zen­der der Jun­gen Uni­on und Mit­glied des CDU-Kreis­vor­stan­des ist Hol­ling ak­tiv. Er ist ver­hei­ra­tet und lebt heu­te noch auf dem Hof sei­ner Fa­mi­lie im Orts­kern.

Je­de freie Mi­nu­te, die ihm ne­ben der Po­li­tik blei­be, in­ves­tie­re er in eh­ren­amt­li­che Ar­beit bei der Feu­er­wehr, im Hei­mat­ver­ein oder bei der Schüt­zen­ge­sell­schaft. Eh­ren­amt­li­ches En­ga­ge­ment sei für sei­ne Hei­mat exis­ten­zi­ell wich­tig. Zeit für an­de­re groß­ar­ti­ge Hob­bys blei­be ihm da­bei nicht. „Wenn ich mich ent­span­nen möch­te, ge­he ich raus in die Na­tur oder trin­ke in Ru­he ei­nen Kaf­fee.“Po­li­tisch in­ter­es­siert sei er schon im­mer in ho­hem Ma­ße ge­we­sen und ha­be sich für sei­ne Hei­mat ein­set­zen wol­len. „Es ist ein sehr gu­tes Ge­fühl, Din­ge an­zu­pa­cken und dann vor­an­zu­brin­gen. Ich will die Gestal­tung un­se­rer Zu­kunft nicht al­lein an­de­ren über­las­sen“, er­klärt er sei­ne Mo­ti­va­ti­on.

Die drei gro­ßen The­men­ge­bie­te, auf de­nen sich in NRW ei­ni­ges tun muss, sind sei­ner Mei­nung nach Wirt­schaft, in­ne­re Si­cher­heit und Bil­dung. „Die Lan­des­re­gie­rung hat un­se­rer Wirt­schaft über Jah­re St­ei­ne in den Weg ge­wor­fen. Un­ser Land ist ein In­dus­trie­land und muss es auch blei­ben.“Im Be­reich der in­ne­ren Si­cher­heit ha­be es aus sei­ner Sicht eben­falls enor­me Ver­säum­nis­se ge­ge­ben. Die ho­hen Zah­len im Be­reich der Woh­nungs­ein­brü­che sei­en da­für ein deut­li­cher Be­leg.

„Wir müs­sen in die Si­cher­heit der Men­schen in­ves­tie­ren, in­dem wir mehr Po­li­zis­ten auf die Stra­ße brin­gen, und wir müs­sen un­se­ren Be­am­ten auch die recht­li­chen Mit­tel ge­ben, die für er­folg­rei­che Kri­mi­na­li­täts­be­kämp­fung nö­tig sind.“War­um es in fast al­len Bun­des­län­dern die Schlei­er­fahn­dung ge­be, nur nicht in NRW, fra­ge er sich. Ganz be­son­ders wich­tig sei ihm auch die Un­ter­stüt­zung der Schu­len bei den ak­tu­el­len Her­aus­for­de­run­gen durch In­klu­si­on und In­te­gra­ti­on. Vie­le Leh­rer ha­ben aus sei­ner Sicht ih­re Be­las­tungs­gren­ze be­reits er­reicht oder über­schrit­ten, und man ver­sün­di­ge sich an der Zu­kunft der Schü­le­rin­nen und Schü­ler, wenn dort wei­ter nichts ge­tan wer­de. Hol­ling selbst sei für die In­klu­si­on, aber das Gan­ze kön­ne nur zur Er­folgs­ge­schich­te wer­den, wenn man den Schu­len auch ge­be, was sie brauch­ten. Dies sei bis­lang nicht ge­sche­hen.

Ein wei­te­res drän­gen­des The­ma in den nächs­ten Jah­ren sei für ihn die fi­nan­zi­el­le Aus­stat­tung der Städ­te und Ge­mein­den im Kreis St­ein­furt. Das Land ha­be vie­le Auf­ga­ben an die Kom­mu­nen über­tra­gen, oh­ne sie da­für fi­nan­zi­ell rich­tig aus­zu­stat­ten. „Pro Kopf zahlt das Land den Städ­ten und Ge­mein­den im Müns­ter­land nur 425 Eu­ro, an Rhein und Ruhr sind es 665 Eu­ro. Un­se­re Kom­mu­nen sind spar­sam, aber wir brau­chen ei­ne or­dent­li­che fi­nan­zi­el­le Gr­und­aus­stat­tung“, for­dert er. Au­ßer­dem müs­se man da­für sor­gen, dass es auch in Zu­kunft in den klei­ne­ren Or­ten noch Ar­beits­plät­ze und Schu­len ge­be. Er wol­le sich nicht da­mit ab­fin­den, dass ei­ni­ge Or­te zu „rei­nen Schlaf­stät­ten ver­kom­men“. Leb­haf­te Städ­te, Ge­mein­den, Orts­tei­le und Bau­er­schaf­ten wün­sche er sich. Auch im Be­reich der ärzt­li­chen Ver­sor­gung se­he er drin­gend Hand­lungs­be­darf.

Ei­nen Tag in sei­nem Wahl­kreis wür­de Hol­ling ger­ne mit Bil­dungs­mi­nis­te­rin und Grü­nen-Po­li­ti­ke­rin Syl­via Löhr­mann ver­brin­gen und sie mit in ei­ni­ge Schu­len neh­men, um ihr die Si­tua­ti­on vor Ort zu zei­gen. „Aber ich glau­be nicht, dass sie das wirk­lich küm­mern wür­de. Ideo­lo­gie ist halt kein gu­ter Rat­ge­ber.“Auf die Fra­ge nach mög­li­chen Ko­ope­ra­ti­ons­part­nern schließt Hol­ling „de­fi­ni­tiv die AfD und Link­s­par­tei“aus. Mit al­len de­mo­kra­ti­schen Par­tei­en sol­le man, fin­det er, Ko­ali­ti­ons­ver­hand­lun­gen füh­ren kön­nen. Bei den Grü­nen se­he er al­ler­dings doch ziem­lich gro­ße Hür­den. „Ei­nen Wunsch­part­ner ha­be ich ehr­lich gesagt nicht. Es muss mög­lichst viel für un­ser Land her­aus­kom­men.“

CDU-Youngs­ter Fe­lix Hol­ling ist seit Wo­chen mit dem Feu­er­wehr-Old­ti­mer un­ter­wegs, um für sei­ne Kan­di­da­tur für den Düs­sel­dor­fer Land­tag zu wer­ben. Foto: Jes­si­ca von den Ben­ken

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