Dahl­ke-Fans hö­ren an­däch­tig zu

Um­strit­te­ner Arzt re­fe­riert

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Osnabrück - Spin­ner oder Auf­klä­rer? Re­den Sie mit: noz.de/lo­ka­les

Von Fans ver­ehrt, von Skep­ti­kern an­ge­fein­det: Auf Ein­la­dung des Fo­rums für In­te­gra­le Spi­ri­tua­li­tät (fis) re­fe­rier­te der po­la­ri­sie­ren­de Arzt und Au­tor Rüdiger Dahl­ke in der Ver­an­stal­tungs­rei­he „Ganz Mensch sein“im aus­ver­kauf­ten Lu­ther­haus.

Von Matthias Liedt­ke

OS­NA­BRÜCK. Es schie­nen die An­hän­ger Dahl­kes wei­test­ge­hend un­ter sich zu sein. Je­den­falls lausch­ten die rund 300 Be­su­cher mehr­heit­lich an­däch­tig sei­nen Aus­füh­run­gen, lie­ßen sich im An­schluss per­sön­li­che Tipps für die Le­bens­füh­rung ge­ben oder be­dank­ten sich so­gar für das Ge­hör­te, oh­ne es kri­tisch zu hin­ter­fra­gen.

Dahl­ke be­ton­te gleich zu Be­ginn, wohl im Vor­griff auf mög­li­che skep­ti­sche Stim­men, dass es ihm nicht dar­um ge­he, der Schul­me­di­zin et­was weg­zu­neh­men, son­dern sie „über die Ana­to­mie hin­aus“durch die Hin­zu­fü­gung der See­le sinn­voll zu er­gän­zen und „zu­rei­chen­der“zu ma­chen. Erst durch die zu er­grün­den­de „tie­fe­re Be­deu­tung“, die sich hin­ter oft­mals „ge­sell­schaft­lich be­stimm­ten“Krank­heits­bil­dern ver­ber­ge, kön­ne man je­ne Ganz­heit­lich­keit im Blick be­hal­ten, die bei al­ler Spe­zia­li­sie­rung ver­lo­ren gin­ge. Dahl­ke räum­te zwar ein, dass ei­ne sol­che not­wen­dig sei, um hier und dort et­was „weg­zu­schnei­den“, warn­te aber gleich­zei­tig ein­dring­lich vor ei­ner „Tren­nung von Ob­jekt und Sub­jekt“, die ei­ner „ab­klä­ren­den Wir­kung“und ei­ner ef­fek­ti­ven Vor­beu­gung et­wa durch die Um­stel­lung des Le­bens­stils und der Ernährung ent­ge­gen­ste­he.

Am Bei­spiel von Herz­pro­ble­men und Krebs­er­kran­kun­gen als den bei­den häu­figs­ten To­des­ur­sa­chen ver­an­schau­lich­te er, dass zum Bei­spiel By­päs­se zwar „ge­nia­le Re­pa­ra­tu­ren“sei­en, mit de­nen man „Zeit ge­win­nen“kön­ne, die aber eben über die

le­dig­lich lin­dern­de und nicht hei­len­de „Un­ter­drü­ckung der Sym­pto­me“nicht hin­aus­gin­gen. Es wer­de da­bei sei­tens der „Me­di­zy­ni­ker“nicht be­ach­tet, wel­che Le­bens­the­men die Krank­heit ur­säch­lich sym­bo­li­sie­re. Des­halb plä­dier­te Dahl­ke da­für, mehr Ei­gen­ver­ant­wor­tung zu über­neh­men, um mu­tig, of­fen und „oh­ne fau­le Kom­pro­mis­se“mit Selbst­ver­wirk­li­chung und ei­nem „er­füll­ten Le­ben“Krank­hei­ten vor­zu­beu­gen.

Wäh­rend ein Wachs­tum des Her­zens auf phy­si­scher, kar­dio­lo­gi­scher Ebe­ne ver­häng­nis­voll sein kön­ne, sei es im über­tra­ge­nen Sin­ne der Herz­lich­keit „wun­der­voll“, das Herz „groß und weit“wer­den zu las­sen, sag­te er sal­bungs­voll. Her­zens­wün­sche er­füll­ten sich nur dann, wenn man auf sein Herz hö­re und sich früh­zei­tig um sei­ne Her­zens­an­ge­le­gen­hei­ten küm­me­re, statt „stän­dig mit küh­lem Kopf ge­gen das hei­ße Herz“vor­zu­ge­hen. Ei­nen

Herz­in­farkt als ma­xi­ma­len „Ver­nich­tungs­schmerz“deu­te­te er ent­spre­chend als „Schrei um Hil­fe und Zu­wen­dung“. Mit sei­nem in­te­gra­len An­satz möch­te Dahl­ke da­zu er­mu­ti­gen, nicht im töd­li­chen Schat­ten ei­ner fal­schen Le­bens­wei­se die Or­ga­ne, son­dern statt­des­sen das spi­ri­tu­el­le Herz, den Geist und die See­le wach­sen zu las­sen.

Foto: Da­vid Ebe­ner

Wer­bung in ei­ge­ner Sa­che: Arzt und Au­tor Rüdiger Dahl­ke im Lu­ther­haus vor ei­nem Bild sei­nes ve­ga­nen Fas­ten-Zen­trums in der Süd­stei­er­mark.

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