Ar­beits­kreis für die Schul­zu­kunft

Ver­wal­tung legt Zah­len für Se­kun­dar­stu­fe I in Os­na­brück vor

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Osnabrück - Schu­le und Bil­dung: noz.de/bil­dung

Es hat ge­dau­ert, aber nun ist der Schul­ent­wick­lungs­plan für die Se­kun­dar­stu­fe I in der Stadt Os­na­brück fort­ge­schrie­ben. Die Ver­wal­tung prä­sen­tier­te dem Schul­aus­schuss jetzt das um­fang­rei­che Zah­len­werk.

Von Diet­mar Krö­ger

Vie­le Zah­len und Sta­tis­ti­ken fül­len die 60 Sei­ten des Schul­ent­wick­lungs­plans für die Se­kun­dar­stu­fe I an den Os­na­brü­cker Schu­len. Sie sol­len die Grund­la­ge bil­den für die zu­künf­ti­ge Ent­wick­lung der städ­ti­schen Schul­land­schaft. Auf Ba­sis des Zah­len­werks, das jähr­lich fort­ge­schrie­ben wer­den soll, wer­den Po­li­tik und Ver­wal­tung in den kom­men­den Mo­na­ten Ent­schei­dun­gen er­ar­bei­ten. Da­zu ge­hört un­ter an­de­rem die Fra­ge nach dem Auf­bau der Neu­en Schu­le, al­so dem Zu­sam­men­schluss der drei In­nen­stadt­schu­len Mö­ser-Re­al­schu­le, För­der­schu­le an der Ro­lands­mau­er und Haupt­schu­le In­nen­stadt. Aber auch für die Ant­wort auf die Fra­ge nach dem Raum­be­darf für die Um­stel­lung von G8 auf G9, mit­hin die Rück­kehr zur drei­zehn­jäh­ri­gen Schul­zeit an den Gym­na­si­en, soll der Schul­ent­wick­lungs­plan das grund­le­gen­de Zah­len­ma­te­ri­al lie­fern.

Die von Schul­ent­wick­lungs­pla­ne­rin Re­gi­ne Pra­bel zu­sam­men­ge­stell­ten Zah­len fu­ßen un­ter an­de­rem auf Da­ten des Ein­woh­ner­mel­de­am­tes, der Schul­sta­tis­tik des Fach­be­reichs Bil­dung, Schu­le und Sport und des Lan­des­am­tes für Sta­tis­tik. Pra­bel be­ton­te, wie auch Schul­de­zer­nent Wolf­gang Be­cker­mann, dass al­ler­dings der Be­richt in Tei­len auch Lü­cken of­fen­ba­re, die so ein­fach nicht zu schlie­ßen sei­en, da ent­spre­chen­de Da­ten wie zum Bei­spiel die Schü­ler­strö­me zwi­schen den Schul­for­men nicht er­ho­ben wer­den könn­ten. Aber auch die Fra­ge, wie sich das an­ge­streb­te Ziel der Stadt, bis zum Jahr 2020 3000 neue Woh­nun­gen zu schaf­fen, auf die Schü­ler­zah­len aus­wirkt, muss na­tur­ge­mäß als nicht zu ve­ri­fi­zie­ren­de Grö­ße in die Über­le­gun­gen ein­be­zo­gen wer­den. Wei­te­re, der­zeit sta­tis­tisch nicht zu er­fas­sen­de Fak­to­ren kom­men noch hin­zu.

Der Be­richt be­schreibt im Kern den de­mo­gra­fi­schen Hintergrund so­wie die Ent­wick­lung von In­klu­si­on und Zu­wan­de­rung. So leb­ten zum Stich­tag 31. De­zem­ber 2016 9427 der für den Se­kund­ar­be­reich I re­le­van­ten 10 bis 16Jäh­ri­gen in Os­na­brück. Sie ver­tei­len sich auf 21 Schu­len in sie­ben Schul­for­men. In­ter­es­san­tes of­fen­bar­te der Blick auf die Ent­wick­lung der Schü­ler­zah­len seit 2011: Sei­ner­zeit be­such­ten ins­ge­samt 12 215 Schü­ler den Se­kund­ar­be­reich I. Bis 2016 ging die­se Zahl auf 11 472 zu­rück. Ab 2018 bis 2022 wird sie vor­aus­sicht­lich von 11 082 auf 11 642 stei­gen. Bei den Auf­nah­me­zah­len beim Über­gang von der Grund­schu­le in den Se­kund­ar­be­reich blie­ben die Wer­te bei den Ge­samt­schu­len sta­bil (al­ler­dings bei ei­ner nach wie vor nicht un­er­heb­li­chen Zahl an Ab­leh­nun­gen), wäh­rend sie bei den Haupt-, Ober- und Re­al­schu­len dem Be­richt zu­fol­ge ab­nah­men. Leich­te Zu­wäch­se konn­ten hin­ge­gen die Gym­na­si­en ver­zeich­nen.

Wie wer­den Po­li­tik und Ver­wal­tung nun mit den Zah­len um­ge­hen? Der Vor­sit­zen­de des Schul­aus­schus­ses, Jens Mar­tin (SPD), skiz­zier­te das wei­te­re Vor­ge­hen. Nach sei­nen Vor­stel­lun­gen soll in den kom­men­den Mo­na­ten ein Ar­beits­kreis, be­ste­hend aus je­weils ei­nem Mit­glied al­ler Rats­frak­tio­nen, Mit­ar­bei­tern der Ver­wal­tung, Ab­ge­sand­ten des Stadt­el­tern­ra­tes und De­le­gier­ten des Stadt­schü­ler­ra­tes, die Ar­beit an der kon­zep­tio­nel­len Wei­ter­ent­wick­lung der Schul­land­schaft auf­neh­men. „Wir wer­den die Pla­nun­gen in die­sem Ar­beits­kreis dis­ku­tie­ren und dann an die Öf­fent­lich­keit ge­hen, wenn wir gu­te Ide­en ent­wi­ckelt ha­ben“, so Mar­tin. Sein Vor­schlag fand brei­te Zu­stim­mung. Wie über­haupt der Aus­schuss in vie­len Punk­ten Ei­nig­keit zeig­te, wie zum Bei­spiel bei der ge­ne­rel­len Ab­leh­nung von Con­tai­ner­klas­sen.

Es war­ten al­so gro­ße Auf­ga­ben auf Po­li­tik und Ver­wal­tung. Da­bei drängt die Zeit. Für die Um­set­zung von G9 tickt die Uhr eben­so wie für die Neue Schu­le, die – auch da herrsch­te quer durch die Frak­tio­nen Ei­nig­keit – mög­lichst zeit­nah um­ge­setzt wer­den muss, da die För­der­schu­le an der Ro­lands­mau­er aus­läuft und da­mit auch das Per­so­nal von die­sem Stand­ort ab­ge­zo­gen wird.

Be­cker­mann kün­dig­te denn auch an, die wich­tigs­ten schul­po­li­ti­schen Ent­schei­dun­gen mit dem nächs­ten Haus­halt auf den Weg brin­gen zu wol­len.

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