Jagd­ver­band will Zahl der Wöl­fe be­gren­zen

„Al­le drei Jah­re ei­ne Ver­dop­pe­lung des Be­stan­des“– Be­ja­gung an­ge­regt

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Osnabrücker Land -

Der Zen­tral­ver­band der Jagd­ge­nos­sen­schaf­ten und Ei­gen­jag­den in Nie­der­sach­sen (ZJEN) spricht sich für ei­ne Re­gu­lie­rung des Wolfs­be­stan­des aus. Bei der jüngs­ten Mit­glie­der­ver­samm­lung in der Re­gi­on er­läu­ter­te der stell­ver­tre­ten­de Ge­schäfts­füh­rer Björn Roh­l­off die Grün­de.

Was Roh­l­off den Mit­glie­dern aus den Be­rei­chen Os­na­brück, Ber­sen­brück, Melle und Witt­la­ge prä­sen­tier­te, war ein Stück Zu­kunfts­mu­sik. Denn: Ei­ne Be­ja­gung des Wol­fes durch die Grün­rö­cke ist der­zeit ge­setz­lich un­ter­sagt. Laut Roh­l­off wer­de aber das zah­len­mä­ßi­ge An­stei­gen der Wol­f­ru­del ei­ne Re­gu­lie­rung un­um­gäng­lich ma­chen.

Der of­fi­zi­el­len Zahl von 80 bis 85 Wöl­fen in Nie­der­sach­sen stell­te Roh­l­off ei­ne be­haup­te­te Dun­kel­zif­fer von bis zu 120 Tie­ren ge­gen­über. „Ver­folgt man die Be­stands­ent­wick­lung seit der ers­ten An­sied­lung 2001, ha­ben wir ei­ne jähr­li­che Ver­meh­rung von bis zu 30 Pro­zent. Das heißt: al­le drei Jah­re ei­ne Ver­dop­pe­lung des Be­stan­des.“

Ne­ben den Ris­sen an Nutz­tie­ren wie Scha­fen und Rin­dern ja­ge der Wolf aber zu 99 Pro­zent Wild­tie­re. Zwar sei es schwie­rig, in Zah­len zu fas­sen, doch kön­ne die An­we­sen­heit des Wol­fes in Jagd­re­vie­ren zu „er­heb­li­chen Wert­min­de­run­gen“füh­ren. „Wir mei­nen: Ge­sell­schaft und Po­li­tik müs­sen die­se Pro­blem­la­ge er­ken­nen und für ei­nen an­ge­mes­se­nen In­ter­es­sen­aus­gleich sor­gen.“

Das ge­sche­he aber der­zeit nicht, mein­te Roh­l­off. Viel­mehr sei es das Cre­do im nie­der­säch­si­schen Um­welt­mi­nis­te­ri­um, dass der Wolf über Zäu­ne da­von ab­ge­hal­ten wer­den kön­ne, Nutz­tie­re zu rei­ßen. Wolfs­dich­te Zäu­ne be­deu­te­ten gleich­zei­tig auch un­über­wind­ba­re Hin­der­nis­se für das Wan­der­ver­hal­ten der Tie­re, so Roh­l­off. „Ei­ne Ver­bar­ri­ka­die­rung der Land­schaft mit wild­dich­ten Zäu­nen wird von uns als Ver­band ab­ge­lehnt.“

Was aber tun ge­gen Wolfs­schä­den? Roh­l­off spricht sich für die Be­ja­gung aus. Das mei­ne nicht sei­ne Aus­rot­tung. Die Aus­le­gung gel­ten­den Rechts lie­ße ein „Ma­nage­ment des Wol­fes“so­gar zu, zi­tier­te der Ver­bands­mann die ent­spre­chen­den Pa­ra­gra­fen.

Kip­pe die Stim­mung im Land, und die Po­li­tik neh­me den Wolf in das Jagd­recht auf, soll­te die­ses Recht un­be­dingt von den Jä­gern aus­ge­übt wer­den. Ihr Image wer­de sich ver­bes­sern, und man sei so ge­feit ge­gen even­tu­ell staat­lich ein­ge­setz­te Wolfs­jä­ger. „Sie kön­nen nicht im In­ter­es­se der Jagd­rech­te­inha­ber sein“, sag­te Roh­l­off.

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