Viel Ge­schich­te und roya­ler Glanz

Her­zo­gin Ka­te in Luxemburg – Lon­do­ner Ver­trag vor 150 Jah­ren si­cher­te Un­ab­hän­gig­keit des Groß­her­zog­tums

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Weltspiegel -

dpa LUXEMBURG. Sie kommt. Ka­te, Her­zo­gin von Cam­bridge, be­sucht das Groß­her­zog­tum Luxemburg. Oh­ne Ehe­mann Wil­li­am, oh­ne Kin­der, aber im Auf­trag der bri­ti­schen Kö­ni­gin Eliz­a­beth. Die roya­le Vi­si­te am heu­ti­gen Don­ners­tag ist Teil der Fei­er­lich­kei­ten zum 150. Jah­res­tag je­nes Lon­do­ner Ver­tra­ges von 1867, oh­ne den es das knapp 580 000 Ein­woh­ner zäh­len­de Luxemburg in sei­ner heu­ti­gen Form gar nicht mehr gä­be. Da­her ist das Er­in­ne­rungs­fest ein wich­ti­ges Er­eig­nis für Luxemburg, das zum ers­ten Mal groß ge­fei­ert wird. Geht auf Rei­sen: Her­zo­gin Ka­te. Foto: dpa

Wie kam es zu dem Lon­do­ner Ver­trag? Er war die Fol­ge ei­nes Kon­flikts: Frank­reichs Kai­ser Na­po­le­on III. woll­te Luxemburg da­mals für fünf Mil­lio­nen Gul­den vom nie­der­län­di­schen Kö­nig kau­fen, der das Groß­her­zog­tum in Per­so­nal­uni­on mit­führ­te. Der Kö­nig sag­te Ja, der preu­ßi­sche Mi­nis­ter­prä­si­dent Ot­to von Bis­marck aber nicht – weil die da­ma­li­ge Fe­s­tung in Luxemburg-Stadt für ihn ein wich­ti­ger Teil der West­gren­ze des Nord­deut­schen Bun­des zu Frank­reich war. Schließ­lich wa­ren auf der Fe­s­tung rund 4000 preu­ßi­sche Sol­da­ten sta­tio­niert. Mit der Lon­do­ner Kon­fe­renz (Teil­neh­mer: Groß­bri­tan­ni­en, Frank­reich, Preu­ßen, Ös­ter­reich, Italien, Russ­land) wur­de die Kri­se dann ent­schärft: Luxemburg wur­de nicht ver­kauft und blieb un­ab­hän­gig, wur­de aber zu­gleich auch neu­tral – und Preu­ßen muss­te die Sol­da­ten von der Fe­s­tung ab­zie­hen.

„Ich glau­be, das ist ein Da­tum, das un­ter­schätzt wird“, sagt Ma­rie-Pau­le Jung­blut, His­to­ri­ke­rin und wis­sen­schaft­li­che Mit­ar­bei­te­rin an der Uni Luxemburg. Vie­len sei nicht klar, wie be­deut­sam die­ser Ver­trag sei. „Wä­re es zu kei­ner Ei­ni­gung ge­kom­men, wä­re es zu ei­nem preu­ßisch­fran­zö­si­schen Krieg ge­kom­men. Und da­mit wä­re auf je­den Fall die Un­ab­hän­gig­keit flö­ten ge­gan­gen“, sagt sie.

Lu­xem­burgs Pre­mier­mi­nis­ter Xa­vier Bet­tel hat zu dem Ge­denk­tag Ver­tre­ter aus neun Län­dern ein­ge­la­den: Star­gast ist Ka­te (35), die zum ers­ten Mal nach Luxemburg reist. Im Mu­se­um für zeit­ge­nös­si­sche Kunst (Mu­dam) be­sucht sie ei­ne Aus­stel­lung der zwei bri­ti­schen Künst­ler To­ny Cragg und Dar­ren Al­mond. Da­nach geht sie im rad­sport­ver­rück­ten Luxemburg zu ei­ner Ver­an­stal­tung, bei der Kin­der Tour-deFran­ce-Tri­kots ent­wer­fen.

Spä­ter ist die Her­zo­gin bei den Haupt­fei­er­lich­kei­ten zum Jah­res­tag des Lon­do­ner Ver­tra­ges da­bei: im Fe­s­tungs­mu­se­um Dräi Ee­che­len, in dem die Aus­stel­lung „1867. Luxemburg – of­fe­ne Stadt“er­öff­net wird.

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