Schlach­ten­ge­mäl­de mit ma­gi­schem Schwert

„King Ar­thur – Le­gend of the Sword“: Char­lie Hun­nam fei­ert als Kö­nig Ar­tus die Schön­heit der Ge­walt

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Kultur - Von Daniel Be­ne­dict Wei­te­re Bil­der und Film­re­zen­sio­nen auf noz.de/kino

OS­NA­BRÜCK. Wenn’ s ein Er­folg wird, soll „Le­gend of the Sword“nur der ers­te von sechs „King Ar­thur“-Fil­men sein. Der Stoff muss ei­ne Wei­le vor­hal­ten; da über­rascht es nicht, dass Re­gis­seur Guy Rit­chie nicht all­zu viel von der be­kann­ten Ar­tus-Ge­schich­te er­zählt. Zu­min­dest Mer­lin hät­te man aber er­war­tet. Der Ma­gier ist es schließ­lich, der Ex­ca­li­bur in den Fels treibt, aus dem nur der recht­mä­ßi­ge Thron­fol­ger die Waf­fe her­aus­lö­sen kann. Zu­min­dest in der be­kann­ten Über­lie­fe­rung der Ar­tus-Sa­ge.

Aber für die Ge­schich­te der Fi­gur, die im 9. Jahr­hun­dert die Büh­ne be­tritt und 1975 selbst den Spott von Mon­ty Py­thon über­steht, in­ter­es­siert Rit­chie sich nicht. Sei­ne Ge­duld reicht kaum für den ei­ge­nen Ent­wurf. Im­mer wie­der drückt die Mon­ta­ge auf Tem­po, um mög­lichst bald zum Ei­gent­li­chen zu kom­men: Schlacht­ta­bleaus. Gleich zu Be­ginn fasst Rit­chie die Ju­gend des Ti­tel­hel­den im vir­tuo­sen Schnell­durch­lauf zu­sam­men: King Ar­thur wächst als Fin­del­kind im Groß­stadt­Mo­loch Lon­di­ni­um auf; die Stra­ße formt sei­nen Kör­per zum stäh­ler­nen Ge­fäß des ed­len Blu­tes. Sei­ne Iden­ti­tät er­kennt Ar­thur erst, als sein On­kel Vor­ti­gern al­le jun­gen Män­ner des Reichs zwingt, sich an Ex­ca­li­bur zu er­pro­ben. Als der Kö­nigs­sohn das Schwert in Hän­den hält, macht der Ty­rann ihm ei­nen Schau­pro­zess; der Hin­rich­tung ent­kommt Ar­thur durch

das Ein­grei­fen ei­ner Ma­gie­rin – und ei­nes bun­ten Trupps an Re­bel­len, die dem Schre­ckens­herr­scher Vor­ti­gern den Kampf an­sa­gen. Ro­binHood-Rou­ti­nen mi­schen sich in „King Ar­thur“mun­ter mit bi­bli­schen Mo­ti­ven und Res­ten der Ar­tus-Le­gen­de.

Der Start­ter­min von „King Ar­thur“wur­de mehr­fach ver­scho­ben, um der Kon­kur­renz an der Ki­no­kas­se aus­zu­wei­chen. Tat­säch­lich misst der Film sich aber viel mehr mit der Fern­seh­se­rie „Ga­me of Thro­nes“. De­ren hoch­bud­ge­tier­te Op­tik wird hier mit al­lem Bom­bast des Ki­nos nie­der­ge­walzt. Schon die Er­öff­nungs­se­quenz jagt gip­fel­ho­he Kamp­fe­le­fan­ten in ei­ne düs­te­re Ge­birgs­fes­tung. Die ver­hee­ren­de Wir­kung ma­gi­scher Wun­der­waf­fen il­lus­trie­ren Trick­auf­nah­men, in de­nen ge­sichts­lo­se Sol­da­ten wie im Atom­sturm zu Asche zer­fal­len. Im­mer wie­der sucht die Ka­me­ra die Herr­schafts­per­spek­ti­ve und über­höht die Hel­den­fi­gur durch den be­wun­dern­den Blick von un­ten. Je­de Ein­stel­lung un­ter­stützt so ei­ne hoch­par­tei­ische Sym­pa­thie­len­kung, die Char­lie Hun­nams blon­den Hel­den ge­gen Ju­de Laws bis zur Selbst­zer­stö­rung bös­ar­ti­gen Ty­ran­nen aus­spielt.

„King Ar­thur“be­rauscht sich an Fan­ta­si­en phy­si­scher Über­le­gen­heit, die am En­de in der Po­se des er­ho­be­nen Sch­werts gip­feln. Das Bild kon­kur­riert mit ei­nem an­de­ren Mo­tiv: Als Kö­nig Ar­thur sei­ne Burg Ca­me­lot er­obert hat, er­rich­tet er den Tisch für die Rit­ter der Ta­fel­run­de. Hier das Mö­bel, das al­le Un­ter­schie­de auf­hebt – dort ei­ne macht­gei­le Äs­t­he­tik. Schon um zu er­le­ben, wie Rit­chie die­sen Wi­der­spruch auf­löst, muss man auf ei­ne Fort­set­zung der „King Ar­thur“Rei­he hof­fen.

„King Ar­thur: Le­gend of the Sword“. USA/AUS 2017. R: Guy Rit­chie, D: Char­lie Hun­nam, Ju­de Law, Ka­tie McG­rath. 126 Mi­nu­ten, ab 12.

Foto: War­ner Bros.

Hel­den­fi­gur: Char­lie Hun­nam als Kö­nig Ar­tus.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.