Sil­ben­ana­ly­ti­sche Me­tho­de

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Leserbriefe -

Zum Ar­ti­kel „Wie Kin­der schrei­ben ler­nen“(Aus­ga­be vom 9. Mai).

„Ja, ganz ent­schei­dend ist im Erst­le­se- und Erst­schreib­un­ter­richt wie auch im spä­te­ren Recht­schreib­un­ter­richt, wie kom­pe­tent die Deutsch­lehr­kräf­te sind. Das heißt, dass sie nicht nur selbst die Recht­schrei­bung be­herr­schen, son­dern sich vor al­lem auch die Sys­te­ma­tik der deut­schen Or­tho­gra­fie er­schlos­sen ha­ben müs­sen, um die­se dann an­ge­mes­sen ver­mit­teln zu kön­nen.

Ein me­tho­disch-di­dak­ti­scher An­satz, nach dem lei­der bis­her an zu we­ni­gen Schu­len un­ter­rich­tet wird, vi­el­leicht weil es da­zu noch kei­ne Fi­bel gibt oder die Me­tho­de viel sprach­wis­sen­schaft­li­ches Fach­wis­sen vor­aus­setzt, ist hier­zu die Sil­ben­ana­ly­ti­sche Me­tho­de von Prof. Chris­ta Rö­ber (PH Frei­burg).

Da­bei wird eben­falls von Sil­ben mit ih­ren je­wei­li­gen Bau­prin­zi­pi­en, aus de­nen sich dann die Schrei­bung und das rich­ti­ge Er­le­sen von Wör­tern lo­gisch er­ge­ben, aus­ge­gan­gen.

Wort­schrei­bun­gen aus­wen­dig zu ler­nen, das ist bei der Me­tho­de so gut wie über­flüs­sig. Viel­mehr wer­den das Er­ken­nen von Re­gu­la­ri­tä­ten und das selbst­stän­di­ge Prü­fen des Ge­schrie­be­nen ge­for­dert, was nicht nur ei­ne ho­he Or­tho­gra­fie­kom­pe­tenz auf­baut, son­dern das Ver­trau­en in ei­gen­stän­di­ges Ana­ly­sie­ren und Den­ken stärkt. Lehr­kräf­te, die nach die­ser Me­tho­de ge­schult sind, wer­den auch Or­tho­gra­fie­feh­ler von Mi­gran­ten­kin­dern eher auf die Re­gu­la­ri­tä­ten der Her­kunfts­spra­che zu­rück­füh­ren und ge­ziel­ter ein­grei­fen kön­nen. Auch im För­der­un­ter­richt bis in die Se­kun­dar­stu­fe II und in der Lern­the­ra­pie ist die Me­tho­de her­vor­ra­gend ein­setz­bar. Für die Sprach­för­de­rung in Kin­der­gär­ten wur­de auf Ba­sis der Sil­ben­ana­ly­ti­schen Me­tho­de von Prof. Dr. Do­ris To­phin­ke (Uni Pa­der­born) ein Pro­gramm ent­wi­ckelt und un­ter an­de­rem in Os­na­brück er­probt.“Dr. Ma­ri­an­ne Leh­ker Os­na­brück

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