Vor­sicht beim The­ma Steu­ern!

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Vorderseite - U.west­do­erp@noz.de

Welch schö­nes Wahl­kampf­the­ma: Die Steu­er­quel­len spru­deln so stark wie nie, und das führt na­tür­lich zu der na­he­lie­gen­den Fra­ge, ob man die arg ge­beu­tel­ten Bür­ger nicht end­lich mal ent­las­ten soll­te. Das ist nur all­zu ver­ständ­lich. Denn wäh­rend Va­ter Staat von Jahr zu Jahr fet­ter wird, war­ten die Steu­er­zah­ler im­mer noch ver­ge­bens dar­auf, an­ge­mes­sen am Wirt­schafts­wachs­tum be­tei­ligt zu wer­den.

Doch nie­mand täu­sche sich – gro­ße Ve­rän­de­run­gen sind nicht zu er­war­ten, al­len­falls maß­vol­le Sen­kun-

gen, wie Fi­nanz­mi­nis­ter Wolf­gang Schäu­b­le sie an­deu­tet. Das liegt vor al­lem dar­an, dass nicht nur Ar­beit­neh­me­rin­nen und Ar­beit­neh­mer Ent­las­tun­gen er­war­ten. Auch die Wirt­schaft for­dert Ver­bes­se­run­gen.

Zu­dem setzt sich mehr und mehr die Er­kennt­nis durch, dass es höchs­te Zeit ist, den In­ves­ti­ti­ons­stau auf­zu­lö­sen. Ma­ro­de Stra­ßen und Brü­cken sind ein kla­res In­diz da­für, dass Deutsch­land von der Sub­stanz lebt, um nur ein Bei­spiel zu nen­nen. Zu­dem ist frag­lich, wie dau­er­haft die staat­li­chen Über­schüs­se sind. Son­der­fak­to­ren wie den schwa­chen Eu­ro und Mi­ni-Zin­sen wird es nicht ewig ge­ben.

Im Üb­ri­gen ist grund­sätz­lich Vor­sicht an­ge­bracht, wenn Par­tei­en mit Steu­er­sen­kun­gen lo­cken. All­zu oft hieß die Bi­lanz spä­ter: Kaum ver­spro­chen, schon ge­bro­chen.

Von Uwe West­dörp

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