Kei­ne neu­en Sol­da­ten nach Af­gha­nis­tan

Mer­kel vor­erst ge­gen Aus­bau des Na­to-Kon­tin­gents – Tref­fen mit Stol­ten­berg

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Politik -

Kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel (CDU) will trotz Ru­fen nach ei­ner stär­ke­ren Na­to-Prä­senz vor­erst kei­ne wei­te­ren deut­schen Sol­da­ten nach Af­gha­nis­tan schi­cken. „Ich glau­be nicht, dass wir an ers­ter Stel­le ste­hen, wenn es dar­um geht, un­se­re Ka­pa­zi­tä­ten dort zu er­hö­hen“, sag­te Mer­kel nach ei­nem Ge­spräch mit Na­to-Ge­ne­ral­se­kre­tär Jens Stol­ten­berg.

Die Kanz­le­rin zeig­te sich aber of­fen für Dis­kus­sio­nen über ei­ne mög­li­che Ein­bin­dung der Na­to in den Kampf ge­gen die Ter­ror­mi­liz Is­la­mi­scher Staat (IS) im Irak und in Sy­ri­en. Sie ha­be Stol­ten­berg er­mu­tigt, Ge­sprä­che dar­über wei­ter­zu­füh­ren, sag­te Mer­kel. Viel­leicht könn­ten sie beim ers­ten Na­to-Gip­fel mit dem neu­en US-Prä­si­den­ten Do­nald Trump am 25. Mai ab­ge­schlos­sen wer­den.

Ei­ne mög­li­che Na­to-Be­tei­li­gung be­deu­te aber nicht, dass ir­gend­ei­ne mi­li­tä­ri­sche Ak­ti­vi­tät Deutsch­lands er­wei­tert wer­de, sag­te Mer­kel. Bis­lang hat­te sich die Bun­des­re­gie­rung strikt ge­gen ei­ne Be­tei­li­gung der Na­to aus­ge­spro­chen, die die USA ins Ge­spräch ge­bracht hat­ten. Als Grund hieß es, dies könn­te Kon­flik­te der Re­gi­on ver­schär­fen. An der An­ti-IS-Ko­ali­ti­on sind die Mit­glied­staa­ten der Na­to be­tei­ligt, nicht aber das Bünd­nis an sich.

Mit Blick auf Af­gha­nis­tan se­hen sich die Na­to-Staa­ten mit For­de­run­gen von Mi­li­tärs nach zu­sätz­li­chen Trup­pen kon­fron­tiert. Hin­ter­grund ist das Er­star­ken der ra­di­kal­is­la­mi­schen Ta­li­ban. Deutsch­land be­tei­lig­te sich zu­letzt mit rund 960 Bun­des­wehr­sol­da­ten. Die meis­ten ver­wal­ten das Na­to-La­ger in Nord­af­gha­nis­tan. An­de­re ar­bei­ten als Be­ra­ter der Ar­mee. Stol­ten­berg be­ton­te, „dass es nicht dar­um geht, dass man zu ei­nem Kampf­ein­satz zu­rück­keh­ren wür­de“.

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