Die Iro­nie der gro­ßen Eis­schmel­ze

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Politik - M.glas­fort@noz.de

Die Ark­tis schmilzt. Me­teo­ro­lo­gen mel­den ei­nen Wär­me­re­kord nach dem an­de­ren im ho­hen Nor­den, und es zeigt sich: Das ewi­ge Eis ist eben nicht ewig. Spä­tes­tens in ei­ni­gen Jahr­zehn­ten dürf­te die Ark­tis im Som­mer weit­ge­hend eis­frei sein.

Das weckt Be­gehr­lich­kei­ten, denn un­ter dem Eis schlum­mern rie­si­ge Roh­stoff­vor­rä­te: Öl, Gas und Me­tall­er­ze. Auf 90 Mil­li­ar­den Fass Öl ta­xier­ten ame- Von Ma­nu­el Glas­fort

ri­ka­ni­sche Geo­lo­gen das Vor­kom­men im Nord­po­lar­meer. Es ist nicht oh­ne Iro­nie: Das Schmel­zen des Ei­ses macht aus­ge­rech­net die Roh­stof­fe zu­gäng­lich, de­ren Ver­bren­nung das Schmel­zen über­haupt erst ver­ur­sacht hat.

Es gibt aber auch gu­te Nach­rich­ten für die Um­welt. Der Ab­bau von Öl und Gas im Nord­po­lar­meer ist vor­erst zu ri­si­ko­reich und kost­spie­lig für die Kon­zer­ne. Shell gab des­halb 2015 sei­ne Er­kun­dun­gen vor Alas­ka auf. Im Jahr dar­auf über­schrieb der Öl­mul­ti sei­ne Bohr­li­zen­zen vor Ka­na­da so­gar ei­ner Um­welt­schutz­or­ga­ni­sa­ti­on.

Doch ei­nes ist klar: Die Ark­tis-An­rai­ner ha­ben ein In­ter­es­se dar­an, die Schät­ze zu he­ben. Und die Öl­prei­se wer­den frü­her oder spä­ter an­zie­hen und die För­de­rung ren­ta­bel ma­chen. Um­so wich­ti­ger ist es, jetzt schon Pf­lö­cke ein­zu­schla­gen für größt­mög­li­chen Um­welt­schutz. Im bes­ten Fall be­schlie­ßen die Staa­ten nicht nur stren­ge Auf­la­gen, son­dern ein gro­ßes Mee­res­schutz­ge­biet – so wie zu­letzt in der Ant­ark­tis.

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