Car­toons mit Lu­ther-Zi­ta­ten

Künst­ler stel­len Ar­bei­ten zu 500 Jah­re Re­for­ma­ti­on in ha­se 29 aus

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Kultur Regional - Von Tom Bull­mann

Ei­ne Rock­band starrt vor ei­nem leuch­tend ro­ten Hin­ter­grund auf ei­ne Sprech­bla­se: „Wenn der Bür­ger­meis­ter sei­ne Pflicht tut, wer­den kaum vier da sein, die ihn mö­gen“steht dort ge­schrie­ben. Es ist ein Lu­ther­wort, das den Mu­si­kern zu den­ken gibt. Eben­so wie dem Be­trach­ter der Sze­ne, die Oli­ver Gra­je­w­ski ge­malt hat. Ei­ne gan­ze Wand im Aus­stel­lungs­raum Ha­se 29 ist mit sei­nen Ar­bei­ten be­deckt: Al­le ha­ben das­sel­be For­mat und äh­neln rie­sen­gro­ßen Co­mics. Aus sei­nem Ar­chiv sucht sich der Künst­ler Mo­ti­ve aus der Me­di­en­welt, ver­frem­det sie und stellt sie in ei­nen ei­ge­nen Zu­sam­men­hang – wie bei dem Pro­mo­ti­ons­fo­to der iri­schen Rock­band U2. Gra­je­w­ski hat vie­le Aus­sa­gen und Sprü­che von Mar­tin Lu­ther in sei­ne Kunst­car­toons ein­ge­fügt.

„Re-For­med“lau­tet der Ti­tel der Aus­stel­lung, die an­läss­lich des Re­for­ma­ti­ons­ju­bi­lä­ums für den Kunst­raum

zu­sam­men­ge­stellt wur­de. Zu den von Eli­sa­beth Lum­me ku­ra­tier­ten Künst­lern ge­hört An­na Lan­ge. Ab­wei­chend von den Plä­nen der Nie­der­län­de­rin wird ihr Vi­deo „Cor­pus Chris­ti“in der Ha­se­stra­ße ge­zeigt. Ur­sprüng­lich woll­te sie die fil­mi­sche, mit pro­vo­kan­ten Sym­bo­len auf­ge­la­de­ne Aus­ein­an­der­set­zung mit Le­ben und Ar­beit in ei­nem Klos­ter in der Ma­ri­en­kir­che oder im Diö­ze­san­mu­se­um zei­gen – was vom ver­ant­wort­li­chen Pas­tor und dem Lei­ter des Mu­se­ums al­ler­dings ab­ge­lehnt wur­de. Im Be­gleit­pro­gramm zur Aus­stel­lung

ist ei­ne Dis­kus­si­ons­ver­an­stal­tung ge­plant, in der the­ma­ti­siert wer­den soll, ob es sich hier, wie die Künst­le­rin meint, um ei­nen Akt der Zen­sur han­delt.

Mit dem Wort „Frei­heit“hat sich Eli­sa­beth (Lis) Schrö­der be­schäf­tigt. Ein Jahr lang tipp­te sie das Wort je­den Tag in den ver­schie­dens­ten Kon­stel­la­tio­nen auf ein DIN-A4-Blatt – mit ei­ner prä­pa­rier­ten Schreib­ma­schi­ne. Die mi­ni­ma­lis­ti­sche Be­schrän­kung auf sechs Ty­pen führ­te auf den 365 Blät­tern zu star­ken künst­le­ri­schen Va­ria­tio­nen.

Auf den Spu­ren der Re­for­ma­ti­on be­wegt sich auch Si­grid Sand­mann mit ih­rem „Tem­po­rä­ren Eh­ren­amt für die Er­for­schung so­zia­ler Uto­pi­en“. Di­rek­te Ge­sprä­che mit Be­su­chern über ei­ne „bes­se­re Welt“do­ku­men­tiert sie auf be­druck­ten Fo­li­en, die wäh­rend der Pro­jekt­zeit nach und nach wie ei­ne Text­col­la­ge in den Schau­fens­tern aus­ge­stellt wer­den. Dar­über hin­aus wird ei­ne künst­le­ri­sche In­ter­ven­ti­on von Su­san­ne Tunn rea­li­siert.

„Die Aus­stel­lung lockt si­cher­lich vie­le jun­ge Men­schen an, die sich hier auf be­son­de­re Art mit Lu­thers The­sen und der Re­for­ma­ti­on be­fas­sen kön­nen“, sagt Patri­cia Mer­sin­ger, Lei­te­rin des städ­ti­schen Fach­be­reichs Kul­tur, der das Pro­jekt mit dem Land­schafts­ver­band Os­na­brü­cker Land und der Stif­tung Os­na­brü­cker Club för­dert.

„Re-For­med“, ha­se 29: 14. Mai (Er­öff­nung um 11.30 Uhr) bis 6. Au­gust. Di., Mi. und Fr. 14–18 Uhr, Do. 16–20 Uhr, Sa. 11–15 Uhr.

Fo­to: Micha­el Grün­del

In der Aus­stel­lung Re-For­med zeigt Oli­ver Gra­je­w­ski ei­ne gan­ze Wand mit sei­nen Car­toons.

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