Pol­ni­sche Kü­che für Os­na­brü­cker Gau­men

„Odra De­li“ver­sorgt nicht nur Lands­leu­te mit Spe­zia­li­tä­ten – Heu­te und mor­gen Grill­par­ty

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Osnabrück -

450 Ki­lo­me­ter sind es vom Ufer der Ha­se bis zum Strand der Oder. Den­noch liegt Po­len, das Land auf der an­de­ren Sei­te des Grenz­flus­ses, den Os­na­brü­ckern nä­her als vie­le glau­ben. Be­son­ders ku­li­na­risch.

Pi­rog­gen, Bi­gos, Ro­te-Be­te-Sup­pe: Die­se Klas­si­ker der pol­ni­schen Kü­che gibt es schon in vie­len hie­si­gen Su­per­märk­ten. War­um auch nicht? Dö­ner-Im­bis­se gibt es ja auch. Und noch vor den Tür­ken bil­den die Po­len die größ­te Grup­pe von Mi­gran­ten in Os­na­brück. Fast 5700 heu­ti­ge Os­na­brü­cker sind ent­we­der selbst aus dem Nach­bar­land hier­her ge­kom­men oder le­ben zu­sam­men mit min­des­tens ei­nem aus Po­len stam­men­den El­tern­teil.

Seit ei­ni­ger Zeit gibt es ei­ne Art „Be­geg­nungs­stät­te der pol­ni­schen Min­der­heit“in Os­na­brück: Der aus Chor­zow/Kö­nigs­hüt­te in Ober­schle­si­en stam­men­de ge­lern­te Koch Gre­gor Paul Fi­lip hat vor neun Mo­na­ten an der Na­tru­per Stra­ße ein Ge­schäft für pol­ni­sche Le­bens­mit­tel er­öff­net. Der Na­me „Odra De­li“be­deu­tet so viel wie De­li­ka­tes­sen von der Oder. Fi­lips An­spruch lau­tet, den Kun­den fri­sche­re Wa­re aus Po­len an­zu­bie­ten, als es die Su­per­märk­te mit ih­ren Kon­ser­ven­und Tief­kühl­pro­duk­ten kön­nen.

Der pol­ni­schen Vor­lie­be ent­spre­chend, ist die Be­dien­the­ke mit Wurst und Schin­ken der Mit­tel­punkt von Fi­lips La­den. Auch Räu­cher­fisch lässt er sich di­rekt aus Po­len an­lie­fern – eben­so den Ser Ko­rycin­ski, ei­nen ge­reif­ten Kä­se aus ro­her Kuh­voll­milch aus der Grenz­re­gi­on zu Li­tau­en, den Fi­lip nach ei­ge­nen An­ga­ben als Ein­zi­ger in Deutsch­land ver­kauft. „Ich be­kom­me je­den Tag fri­sche Wa­re“, sagt der 57-Jäh­ri­ge, der im frü­he­ren Be­rufs­le­ben Ka­pi­täns­koch auf dem Li­ni­en­schiff „Ste­fan Ba­to­ry“war, das noch bis 1987 zwi­schen Gdy­nia/Gdin­gen und Ame­ri­ka ver­kehr­te.

„Der Um­gang mit Kun­den ist mir sehr wich­tig“, sagt der Ge­schäfts­in­ha­ber, der von

sei­ner Frau und sei­ner Toch­ter Ju­lia (18) un­ter­stützt wird. Die rus­ti­ka­le Ein­rich­tung des La­dens mit viel Holz soll Fi­lips Lands­leu­ten ein Hei­mat­ge­fühl ge­ben, doch lockt das An­ge­bot, zu dem un­ter an­de­rem haus­ge­mach­tes Bi­gos ge­hört, auch neu­gie­ri­ge deut­sche Käu­fer an. Auch ara­bi­sche Kund­schaft hat Ju­lia schon aus­ge­macht.

Aber die ha­be sich bis­her nur an die Sü­ßig­kei­ten her­an­ge­traut.

Mit ei­ner Grill­par­ty bei Live­mu­sik am heu­ti­gen Frei­tag und mor­gi­gen Sams­tag je­weils ab 12 Uhr will der In­ha­ber auf dem Hof hin­ter sei­nem Ge­schäft noch mehr Leu­ten pol­ni­sche Kü­che schmack­haft ma­chen. Fi­lip ver­spricht zi­vi­le Prei­se.

Fo­tos: Nor­bert Mey­er

Fa­mi­li­en­be­trieb: Toch­ter Ju­lia (18) hilft Ge­schäfts­in­ha­ber Gre­gor Paul Fi­lip nach der Schu­le.

Ge­schütz­te re­gio­na­le Spe­zia­li­tät: Ko­rycin­ski-Kä­se aus der pol­nisch-li­taui­schen Grenz­re­gi­on. Odra De­li hat ei­ne ex­klu­si­ve Ver­kaufs­li­zenz für Deutsch­land.

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