Jä­ger be­ken­nen sich zur Ar­ten­viel­falt

Lan­des­jä­ger­schaft sieht Lan­des­re­gie­rung in der Pflicht

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Osnabrücker Land -

Die Lan­des­jä­ger­schaft Nie­der­sach­sen will sich wei­ter in­ten­siv für die Pra­xis­taug­lich­keit von Maß­nah­men zum Er­halt und zur För­de­rung der Ar­ten­viel­falt ein­set­zen. Das hat Prä­si­dent Hel­mut Dam­mann-Tam­ke jetzt bei der Mit­glie­der­ver­samm­lung der Jä­ger im ems­län­di­schen Spel­le deut­lich ge­macht. Mehr als 300 Jä­ger so­wie Gäs­te aus Po­li­tik und Ge­sell­schaft aus ganz Nie­der­sach­sen hat­ten sich zur Ver­samm­lung bei der Ma­schi­nen­fa­brik Ber­nard Kro­ne ein­ge­fun­den.

Im Mit­tel­punkt der Mit­glie­der­ver­samm­lung stand die Ar­ten­viel­falt in der Agrar­land­schaft. Dam­mann-Tam­ke for­der­te die nie­der­säch­si­sche Lan­des­re­gie­rung auf, sich stär­ker für pra­xis­na­he Pro­gram­me für mehr Ar­ten­viel­falt in der mo­der­nen Agrar­land­schaft ein­zu­set­zen.

„Die im­mer in­ten­si­ve­re Nut­zung der Agrar­land­schaft ist ei­ner der Grün­de für den Rück­gang klas­si­scher Feld­be­woh­ner wie bei­spiels­wei­se Reb­huhn, Feld­ler­che oder Kie­bitz“, so der Prä­si­dent. Er be­klag­te, dass die bis­her von der Lan­des­re­gie­rung an­ge­bo­te­nen Agrar­um­welt­pro­gram­me häu­fig mit ho­hem bü­ro­kra­ti­schen Auf­wand ver­bun­den und da­her we­nig pra­xis­taug­lich sei­en.

Als ech­te Al­ter­na­ti­ve zum Mais­an­bau für Bio­gas­an­la­gen emp­fahl Dam­mann-Tam­ke die Nut­zung von Wild­pflan­zen­mi­schun­gen. In ei­nem For­schungs­pro­jekt ha­be die Lan­des­jä­ger­schaft ge­mein­sam mit dem Land­wirt­schafts­mi­nis­te­ri­um den öko­lo­gi­schen und öko­no­mi­schen Nut­zen fest­ge­stellt. Die Po­li­tik sei ge­for­dert, die Initia­ti­ven für le­bens­raum­ver­bes­sern­de Maß­nah­men wie Blüh­strei­fen, Ack­er­rand­strei­fen, Stop­pel­bra­che oder Ener­gie­pflan­zen für die Land­wir­te und an­de­re Flä­chen­be­wirt­schaf­ter at­trak­ti­ver zu ma­chen.

Dam­mann-Tam­ke ging auch auf die Si­tua­ti­on des Wol­fes in Nie­der­sach­sen ein. Die Wolf­s­po­pu­la­ti­on wach­se sehr stark an. Es wer­de kei­nen Selbst­rei­ni­gungs­me­cha­nis­mus ge­ben: „Wenn der Wolf in der frei­en Wild­bahn kei­ne Nah­rung mehr fin­det, wech­selt er zu Scha­fen und Rin­dern bis hin zu Foh­len.“

Rein­hard Win­ter, Land­rat des Krei­ses Ems­land, stell­te fest, dass die Jä­ger eben­so wie der Land­kreis Ems­land den Auf­trag hät­ten, die wert­ge­ben­den Ar­ten zu schüt­zen und Le­bens­räu­me zu er­hal­ten und zu schaf­fen. Da­für gel­te es Re­ge­lun­gen zu tref­fen.

„Land­wirt­schaft und Ar­ten­schutz im Wi­der­spruch?“Die­ser Fra­ge ging Wer­ner Kuhn in ei­nem Vor­trag nach. Der Land­wirt und pas­sio­nier­te Nie­der­wild­jä­ger aus Fran­ken kann auf ei­ne mehr als 20-jäh­ri­ge Er­fah­rung und Do­ku­men­ta­ti­on zu­rück­bli­cken. Er prä­sen­tier­te zahl­rei­che Bei­spie­le aus der Pra­xis, wie sich Land­wirt­schaft und Ar­ten­schutz er­folg­reich er­gän­zen. Mit In­ter­es­se wur­den die Er­fah­run­gen mit dem Wild­pflan­zen­an­bau für Bio­gas­an­la­gen auf­ge­nom­men. „Man kann viel er­rei­chen, ob­wohl man nur we­nig tut“, gab Kuhn den Jä­gern Tipps mit auf den Weg.

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