Fall Ho­mann: CDU kri­ti­siert „er­schre­cken­de Un­wis­sen­heit“der Re­gie­rung

Wirt­schafts­mi­nis­te­ri­um ent­täuscht von Mül­ler-Kon­zern – „Wir kämp­fen wei­ter“– Spre­cher: Kei­ne EU-Sub­ven­tio­nen

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Osnabrücker Land -

Von Dirk Fis­ser

Die CDU im Nie­der­säch­si­schen Land­tag kri­ti­siert ei­ne „er­schre­cken­de Un­wis­sen­heit“der SPD­ge­führ­ten Lan­des­re­gie­rung bei der mög­li­chen Ver­la­ge­rung von Ho­mann nach Sach­sen. Zu­vor hat­te un­se­re Re­dak­ti­on be­rich­tet, dass seit Mo­na­ten Ge­sprä­che ge­führt wer­den. Oh­ne nie­der­säch­si­sche Be­tei­li­gung. Da­für dar­über, wel­che Sub­ven­tio­nen für ei­nen Neu­bau im Os­ten zu be­kom­men sind.

Uni­ons­frak­ti­ons­vi­ze Dirk To­e­pffer sagt: „Of­fen­bar ver­han­deln die säch­si­schen Ge­nos­sen seit Mo­na­ten mit dem Mül­ler-Kon­zern über ei­ne Ver­la­ge­rung der nie­der­säch­si­schen Ho­mann-Stand­or­te, oh­ne dass Wirt­schafts­mi­nis­ter Lies auch nur an­satz­wei­se et­was da­von weiß.“Der CDU-Po­li­ti­ker spielt auf das Par­tei­buch von Olaf Lies an. Eben­so wie sein Mi­nis­ter­kol­le­ge Mar­tin Du­lig aus Sach­sen ge­hört Lies der SPD an.

Als in Nie­der­sach­sen und am Ho­mann-Stamm­sitz in Dis­sen noch fest mit ei­ner Ent­schei­dung für den Kreis Os­na­brück ge­rech­net wur­de, sprach der Mül­ler-Kon­zern längst über die Um­sied­lung nach Sach­sen. Ei­ne Ant­wort der Bun­des­re­gie­rung of­fen­bart, dass am 23. Fe­bru­ar deut­sche Be­hör­den mit der EU-Kom­mis­si­on über ei­ne mög­li­che Sub­ven­tio­nie­rung des Vor­ha­bens spra­chen. Nach Re­cher­chen un­se­rer Re­dak­ti­on soll der Mut­ter­kon­zern Mül­ler, Ho­mann ist ein Toch­ter­un­ter­neh­men, schon im Ok­to­ber 2016 mit dem säch­si­schen Wirt­schafts­mi­nis­te­ri­um Kon­takt auf­ge­nom­men ha­ben.

„Das passt ins Bild“, kom­men­tiert ein Spre­cher des Mi­nis­te­ri­ums in Han­no­ver die Re­cher­chen. Man sei ent­täuscht vom Mül­ler-Kon­zern und des­sen Ver­hal­ten. Dass nie­mand die Re­gie­rung in Nie­der­sach­sen über die ver­trau­li­chen Ge­sprä­che in­for­miert ha­be, sei in­des nicht ver­wun­der­lich, so die Ein­schät­zung aus Han­no­ver. Auf Nach­fra­ge ist im Wirt­schafts­mi­nis­te­ri­um in Dres­den zu er­fah­ren, dass der säch­si­sche Mi­nis­ter Du­lig zum ers­ten Mal im April mit Nie­der­sach­sens Mi­nis­ter Lies über die Cau­sa Ho­mann ge­spro­chen hat – ver­trau­lich. Da war die Ent­schei­dung ge­gen Dis­sen und wei­te­re Stand­or­te in West­deutsch­land aber schon ge­fal­len.

Die Lan­des­re­gie­rung in Nie­der­sach­sen will sich trotz­dem noch nicht ge­schla­gen ge­ben. „Wir kämp­fen wei­ter“, sagt der Spre­cher des Wirt­schafts­mi­nis­te­ri­ums. Und er be­tont noch ein­mal: „Wir sind zu hun­dert Pro­zent si­cher, dass es kei­ne EU-För­de­rung für ei­ne mög­li­che Ver­la­ge­rung nach Sach­sen ge­ben wird.“

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