„Kunst an sich ist hoch­po­li­tisch“

Franz Er­hard Walt­her ist erst­mals auf Kunst­schau in Ve­ne­dig da­bei

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Kultur -

VE­NE­DIG. Der deut­sche Künst­ler Franz Er­hard Walt­her ist mit 77 Jah­ren zum ers­ten Mal bei der Kunst-Bi­en­na­le in Ve­ne­dig da­bei – und fühlt sich un­ter den jun­gen Teil­neh­mern sehr ge­ehrt. „Es war für mich äu­ßerst eh­ren­voll in mei­nem Al­ter, dass ich da­zu ge­be­ten wor­den bin und um mich rum nur jun­ge Leu­te sind“, sag­te der Bild­hau­er und Kon­zept­künst­ler aus Ful­da in Ve­ne­dig. „Und die jun­gen Leu­te, die hier vor­bei­kom­men, die he­ben den Dau­men und neh­men mich als je­man­den ih­rer Ge­ne­ra­ti­on, das ist toll.“

Für ihn sei das Kon­zept der Ku­ra­to­rin Chris­ti­ne Macel Be­stä­ti­gung sei­ner Ar­beit. „Weil in der Ar­beit von An­fang an das Mo­ment der Hand­lung Teil der Ar­beit ist und die Hand­lung selbst Werk­cha­rak­ter be­kommt.“Bei der Haupt­aus­stel­lung der Kunst-Bi­en­na­le mit dem Ti­tel „Vi­va Arte Vi­va“zeigt Walt­her ein groß­for­ma­ti­ges Werk aus Baum­woll­stof­fen. Auch wenn in die­sem Jahr kein po­li­ti­sches The­ma vor­ge­ge­ben sei, be­we­ge sich Kunst im­mer in solch ei­nem Rah­men. „Kunst an sich, als Ma­ni­fes­ta­ti­on von Frei­heit, von Krea­ti­vi­tät in Be­zug auf den Men­schen ist hoch­po­li­tisch, nicht par­tei­po­li­tisch. Aber Kunst in ei­nem frei­en, al­lein äs­the­ti­schen Raum gab es für mich nie, auch in der Ge­schich­te nicht.“

Zeigt ein groß­for­ma­ti­ges Werk aus Baum­woll­stof­fen auf der Bi­en­na­le: Franz Er­hard Walt­her. Fo­to: dpa

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