Er­geb­nis­se müs­sen te­le­fo­nisch über­mit­telt wer­den – zum Schutz vor Ha­cker­an­grif­fen

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Einblicke -

Bei der Land­tags­wahl in Nord­rhein-West­fa­len am Sonn­tag dür­fen die Wahl­krei­se ih­re Er­geb­nis­se aus­schließ­lich te­le­fo­nisch an den Lan­des­wahl­lei­ter wei­ter­ge­ben. In die­sem Jahr er­ließ der Lan­des­wahl­lei­ter Wolf­gang Schel­len ex­tra ei­ne Ver­ord­nung, die die te­le­fo­ni­sche Über­mitt­lung als ein­zi­ge Mög­lich­keit zu­lässt, wie To­bi­as Dun­kel, Spre­cher des Lan­des­wahl­lei­ters, un­se­rer Re­dak­ti­on sag­te. „In Zei­ten von Smart­pho­nes wird die schnel­le Be­nach­rich­ti­gung über Mails und Whatsapp im­mer at­trak­ti­ver“, sagt Dun­kel. Doch wür­den die Wah­l­er­geb­nis­se elek­tro­nisch über­mit­telt, be­stün­de die Ge­fahr ei­nes Ha­cker­an­griffs. Kon­kre­te Hin­wei­se auf ei­nen ge­plan­ten An­griff lie­gen laut Dun­kel zwar nicht vor. Den­noch ha­be der Lan­des­wahl­lei­ter die­se Ge­fahr von vorn­her­ein aus­schlie­ßen wol­len. „Das Kreuz­chen set­zen und den Wahl­schein in die Ur­ne wer­fen, das läuft ana­log ab. Mit der te­le­fo­ni­schen Über­mitt­lung geht die Wahl auch ana­log wei­ter, und wir kom­men nicht in die Ge­fahr, dass Mails ab­ge­fan­gen wer­den.“Die Über­tra­gung der Wah­l­er­geb­nis­se am Sonn­tag muss man sich als ei­ne Art Mel­de­ket­te vor­stel­len. Die Wahl­kreis­lei­ter, die be­reits vor­her iden­ti­fi­ziert wur­den, ru­fen beim Wahl­lei­ter und des­sen Mit­ar­bei­tern an, wenn ih­re Er­geb­nis­se vor­lie­gen. Zum Schutz vor Be­trug wird der An­ru­fer au­then­ti­fi­ziert. An­schlie­ßend ru­fen der Wahl­lei­ter oder des­sen Mit­ar­bei­ter den Wahl­kreis­lei­ter un­ter ei­ner vor­ab fest­ge­leg­ten Num­mer zu­rück. Er­neut fin­det ei­ne Au­then­ti­fi­zie­rung statt. „Ei­ne Hand­voll ge­schul­ter Mit­ar­bei­ter neh­men die Er­geb­nis­se dann auf “, er­klärt Dun­kel. Da­mit es da­bei nicht zu Miss­ver­ständ­nis­sen kommt, gibt es be­stimm­te Vor­ga­ben. „Die Er­geb­nis­se müs­sen in ei­ner be­stimm­ten Rei­hen­fol­ge vor­ge­le­sen wer­den. Statt ‚zwei‘ wird bei­spiels­wei­se ‚zwo‘ ge­sagt, da­mit nicht aus Ver­se­hen ‚drei‘ ver­stan­den wer­den kann. An­schlie­ßend wer­den die An­ga­ben noch mehr­mals von bei­den ge­prüft.“Da­nach ge­lan­gen die Zah­len in die Wahl­soft­ware. Er­neut wer­den die An­ga­ben ge­prüft: Gibt es Un­re­gel­mä­ßig­kei­ten? Er­ge­ben al­le Zah­len 100 Pro­zent? Er­scheint ei­ne An­ga­be als merk­wür­dig und muss sie er­neut ge­prüft wer­den? Erst wenn al­les über­prüft wor­den ist, wer­den die Zah­len be­reit­ge­stellt. Bis es so weit ist, kann es ei­ne Wei­le dau­ern. ngr

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