Gaf­fen steht künf­tig un­ter Stra­fe

Bun­des­rat bil­ligt Rei­he neu­er Ge­set­ze

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Politik -

Der Bun­des­rat hat am Frei­tag ne­ben an­de­ren Be­stim­mun­gen auch ein Ge­setz der Gro­ßen Ko­ali­ti­on ge­bil­ligt, das das „Gaf­fen“an Un­fall­stel­len oder das Blo­ckie­ren ei­ner Ret­tungs­gas­se un­ter Stra­fe stellt. Hier­für sorgt ei­ne neue Straf­vor­schrift „Be­hin­de­rung von hil­fe­leis­ten­den Per­so­nen“.

Der nie­der­säch­si­sche In­nen­mi­nis­ter Bo­ris Pis­to­ri­us (SPD) hält die­se Neu­re­ge­lung für un­er­läss­lich, „weil schließ­lich die Be­hin­de­rung der Hel­fe­rin­nen und Hel­fer an den Un­fall­or­ten da­zu füh­ren kann, dass wert­vol­le Se­kun­den ver­strei­chen und ei­ne Hil­fe für die Op­fer mög­li­cher­wei­se zu spät kommt“, wie er im Bun­des­rat sag­te.

Zu­dem wer­den An­grif­fe auf Po­li­zis­ten, Ret­tungs­kräf­te und Feu­er­wehr­leu­te künf­tig hö­her be­straft. In Zu­kunft dro­hen für sol­che Atta­cken bis zu fünf Jah­re Haft. Das gilt auch für Über­grif­fe ge­gen Ein­satz­kräf­te bei Strei­fen­fahr­ten oder Un­fall­auf­nah­men. 2016 wur­den nach Re­gie­rungs­an­ga­ben über 71 000 Po­li­zis­ten Op­fer von Ge­walt­de­lik­ten, 11,2 Pro­zent mehr als im Jahr da­vor.

Au­ßer­dem ver­ab­schie­de­te der Bun­des­rat das Ge­setz der Gro­ßen Ko­ali­ti­on für mehr Lohn­ge­rech­tig­keit zwi­schen Män­nern und Frau­en. Kern der Neu­re­ge­lung ist die Ein­füh­rung ei­nes Aus­kunfts­an­spruchs: In Be­trie­ben mit mehr als 200 Be­schäf­tig­ten kön­nen Ar­beit­neh­mer künf­tig In­for­ma­tio­nen dar­über ein­for­dern, wie ih­re Kol­le­gen für ei­ne gleich­ar­ti­ge Tä­tig­keit be­zahlt wer­den. Be­nach­tei­li­gun­gen sol­len so leich­ter er­kannt und be­ho­ben wer­den.

Des Wei­te­ren stimm­te der Bun­des­rat dem Ge­setz zur Re­form des Mut­ter­schut­zes zu. Da­mit kön­nen künf­tig auch Schü­le­rin­nen und Stu­den­tin­nen die Re­ge­lung in An­spruch neh­men. Es gilt al­so auch für sie ei­ne sechs­wö­chi­ge Schutz­frist vor der Ge­burt, in der die wer­den­de Mut­ter nicht mehr ar­bei­ten muss, und das acht­wö­chi­ge Be­schäf­ti­gungs­ver­bot nach der Ent­bin­dung.

Bei der Ge­burt ei­nes be­hin­der­ten Kin­des ver­län­gert sich die an­schlie­ßen­de Schutz­frist auf zwölf Wo­chen. Für Frau­en mit ei­ner Fehl­ge­burt nach der zwölf­ten Schwan­ger­schafts­wo­che gibt es ei­nen Kün­di­gungs­schutz. Für die Ar­beit nach 20 bis 22 Uhr wird zu­dem ein be­hörd­li­ches Ge­neh­mi­gungs­ver­fah­ren ein­ge­führt.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.