Es muss weh­tun

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Politik - Von Ma­ri­on Trim­born m.trim­born@noz.de

Es ist das We­sen ei­ner Will­kür­herr­schaft, dass der Herr­scher Angst und Schre­cken ver­brei­tet. Ein Mus­ter­bei­spiel da­für ist die Tür­kei. Dort will Prä­si­dent Er­do­gan sei­ne Macht fes­ti­gen, in­dem er kri­ti­sche Jour­na­lis­ten als Ter­ror­ver­däch­ti­ge brand­markt. Sie wer­den mund­tot ge­macht – oder schlim­mer – ver­haf­tet. Nur Ein­zel­fäl­le wie die der Jour­na­lis­ten De­niz Yücel und nun Me­sa­le To­lu wer­den be­kannt. Da­bei ge­hört die Tür­kei laut Re­por­ter oh­ne Gren­zen zu den Län­dern mit den meis­ten in­haf­tier­ten Jour­na­lis­ten welt­weit.

Und was macht die Bun­des­re­gie­rung? Sie ver­langt et­was hilf­los Zu­gang zu der In­haf­tier­ten. Die ist aber schon seit mehr als ei­ner Wo­che im Ge­fäng­nis. Man kann sich nur wun­dern. Wie kann es sein, dass von deut­scher Seite nur ge­be­ten wird, statt mit der Faust auf den Tisch zu hau­en?

Man darf sich nichts vor­ma­chen: Er­do­gan lässt sich von dem er­ho­be­nen Zei­ge­fin­ger Ber­lins kein biss­chen be­ein­dru­cken. Wer das schaf­fen will, muss da­hin zie­len, wo es dem Tür­ken­herr­scher weh­tut: aufs Geld. Das wür­de sei­ne Macht ank­rat­zen. Berlin soll­te ge­plan­te Fi­nanz­hil­fen zur Ab­fe­de­rung der tür­ki­schen Wirt­schafts­kri­se ein­frie­ren. War­um nicht auch über wirt­schaft­li­che Sank­tio­nen nach­den­ken? Die Bun­des­wehr soll­te auch In­cir­lik ver­las­sen – da­mit Er­do­gan nicht mehr die Trup­pen­be­su­che von Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten ver­bie­ten kann.

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