Trump droht frü­he­rem FBI-Chef

Wei­ter­ga­be von In­ter­na hät­te Fol­gen

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Politik -

Nach der Ent­las­sung von FBI-Di­rek­tor Ja­mes Co­mey hat US-Prä­si­dent Do­nald Trump sei­ne Dro­hun­gen ge­gen den bis­he­ri­gen Chef der Bun­des­po­li­zei ver­schärft. Trump warn­te Co­mey da­vor, mit In­for­ma­tio­nen an die Öf­fent­lich­keit zu ge­hen. Be­vor er In­ter­na wei­ter­ge­be, sol­le Co­mey „bes­ser hof­fen, dass es kei­ne ‚Auf­zeich­nun­gen‘ von un­se­ren Ge­sprä­chen gibt“, schrieb Trump bei Twit­ter. Er woll­te da­mit of­fen­bar an­deu­ten, dass er für Co­mey un­an­ge­neh­me In­for­ma­tio­nen in der Hin­ter­hand hat.

Trump hat­te zu­vor ei­nen Zu­sam­men­hang zwi­schen Co­meys Ent­las­sung und den Russ­land-Er­mitt­lun­gen des FBI her­ge­stellt. Der FBI-Chef hat­te im März be­stä­tigt, dass die Er­mitt­lun­gen zu mut­maß­li­chen rus­si­schen Ha­cker­an­grif­fen auf die De­mo­kra­ti­sche Par­tei von Trumps Ri­va­lin Hil­la­ry Cl­in­ton im Wahl­kampf auch ei­ne mög­li­che Ver­wick­lung von Trum­pMit­ar­bei­tern ein­be­zie­hen.

Der Prä­si­dent sag­te über den Raus­wurf: „Als ich mich ent­schloss, es zu tun, ha­be ich mir ge­sagt, die­se Sa­che mit Trump und Russ­land ist ei­ne er­fun­de­ne Ge­schich­te.“Zugleich be­schimpf­te er Co­mey als „Wich­tig­tu­er“und „An­ge­ber“und warf ihm vor, die Bun­des­po­li­zei in „Auf­ruhr“ver­setzt zu ha­ben. Im Ge­gen­satz zu sei­ner frü­he­ren Ver­si­on sag­te Trump nun, die Initia­ti­ve zur Ent­las­sung des FBI-Chefs sei von ihm selbst aus­ge­gan­gen: „Ich woll­te ihn un­ab­hän­gig von Emp­feh­lun­gen feu­ern.“

Die Op­po­si­ti­on sieht in Co­meys Ent­las­sung ei­nen Ver­such, die Er­mitt­lun­gen des FBI aus­zu­brem­sen, und for­dert des­halb die Ein­set­zung ei­nes Son­der­er­mitt­lers. Laut „New York Ti­mes“hat­te der Prä­si­dent im Ja­nu­ar von dem FBI-Chef ver­langt, sei­ne „Loya­li­tät“zu ihm zu be­kun­den. Dies ha­be ihm Co­mey ver­wei­gert. Co­mey glau­be, dass die­ses Ge­spräch der An­fang vom En­de sei­ner Amts­zeit ge­we­sen sei, schrieb das Blatt.

Trump griff am Frei­tag er­neut die Me­di­en an. In ei­nem Wu­t­aus­bruch auf Twit­ter warf er ih­nen vor, falsch über Co­meys Ent­las­sung zu be­rich­ten, und droh­te da­mit, die Pres­se­kon­fe­ren­zen des Wei­ßen Hau­ses ein­zu­stel­len. Die gra­vie­ren­den Un­ter­schie­de zwi­schen sei­nen Wor­ten und de­nen sei­ner Spre­cher be­grün­de­te er da­mit, dass er ein „sehr ak­ti­ver Prä­si­dent“sei und „vie­le Din­ge“ge­schä­hen.

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