Vie­le Park­häu­ser on­line ver­schwun­den

OPG und OPG Cen­ter Par­king schei­den sich nicht ganz in Har­mo­nie

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Osnabrück -

Kurz mal im In­ter­net schau­en, wel­che Park­häu­ser in Os­na­brück gera­de frei sind? Das geht mo­men­tan nur ein­ge­schränkt. Was ist denn da pas­siert?

Von San­dra Dorn

22 ge­büh­ren­pflich­ti­ge Park­stät­ten sind von der Seite opg-par­ken.de ver­schwun­den, Zwölf sind üb­rig ge­blie­ben. Grund ist, dass die Os­na­brü­cker Park­stät­ten-Be­triebs­ge­sell­schaft (OPG) ih­re An­la­gen seit Kur­zem wie­der selbst be­wirt­schaf­tet. Bis­lang tat das die Toch­ter OPG Cen­ter Par­king Gm­bH.

Klingt kom­pli­ziert? Ist es auch. Ganz har­mo­nisch geht die Tren­nung of­fen­bar nicht von­stat­ten. Denn: Wer on­line nach­se­hen will, wie hoch zum Bei­spiel gera­de die Aus­las­tung der Bahn­hofs­ga­ra­ge ist, fin­det kei­ner­lei In­fos mehr – und Links der On­line-Platt­form „Par­ko­pe­dia“füh­ren ins Lee­re. Die Bahn­hofs­ga­ra­ge ist näm­lich ei­ne der laut OPG 22 An­la­gen, die die städ­ti­sche Ge­sell­schaft jetzt wie­der in Ei­gen­re­gie be­wirt­schaf­tet und für die es noch kei­nen neu­en In­ter­net­auf­tritt gibt. „Wir ar­bei­ten dar­an“, sagt OPG-Ge­schäfts­füh­rer Wi­gand Maeth­ner, in ei­ni­gen Ta­gen wür­den Au­to­fah­rer auf ei­ne vor­läu­fi­ge Ver­si­on der In­ter­net­prä­senz www.par­ken-os­nabru­eck.de zu­grei­fen kön­nen. Dau­er­par­ker, die ih­re Kar­te ver­län­gern wol­len, kön­nen das fürs Ers­te nur per­sön­lich in der OPGGe­schäfts­stel­le am Vi­ti­hof (Tel. 05 41/33 12 50) tun.

Das L+T-Park­haus zählt nicht zu den aus dem In­ter­net ver­schwun­de­nen Park­stät­ten. Es wird wei­ter von der Cen­ter Par­king ge­steu­ert – und ist mit sämt­li­chen In­fos wie Aus­las­tung, Ge­büh­ren, Öff­nungs­zei­ten, Ein­fahrts­hö­he und ex­ak­ter An­schrift auf opg-par­ken.de zu fin­den.

OPG ist nicht gleich OPG

Al­le Park­häu­ser tra­gen zwar das Lo­go der OPG, auch die Ge­büh­ren sind die­sel­ben – aber OPG ist nicht gleich OPG. Wer die Spal­tung ver­ste­hen will, muss weit zu­rück­bli­cken: Vor 50 Jah­ren wur­de die Os­na­brü­cker Park­stät­ten-Be­triebs­ge­sell­schaft (OPG) ge­grün­det. Sie bau­te die ers­ten gro­ßen Park­ga­ra­gen in der Stadt – 1971 die am Kol­le­gi­en­wall. Es ka­men im­mer mehr hin­zu, ir­gend­wann ex­pan­dier­te die OPG auch in an­de­re Städ­te und grün­de­te da­für als Toch­ter­un­ter­neh­men die OPG-Cen­ter-Par­king-Ge­sell­schaft.

Ein kom­mu­na­les Un­ter­neh­men muss sich je­doch auf Ge­schäf­te vor Ort be­schrän­ken, so will es das Ge­setz. 2013 sah sich die Stadt Os­na­brück da­her ge­zwun­gen, ih­re OPG um­zu­struk­tu­rie­ren, und ver­kauf­te 75,96 Pro­zent ih­rer An­tei­le an der Cen­ter Par­king. Mehr­heits­ge­sell­schaf­ter ist mitt­ler­wei­le die Fir­ma Gold­beck aus Bie­le­feld. 72 Park­häu­ser in 22 Städ­ten bun­des­weit be­treibt die Cen­ter Par­king. Beim Ver­kauf der städ­ti­schen An­tei­le ging das ope­ra­ti­ve Ge­schäft, sprich die Be­wirt­schaf­tung der Os­na­brü­cker Park­an­la­gen, kom­plett an die Cen­ter Par­king.

Die al­te OPG-Mut­ter, die nach wie vor zu 100 Pro­zent dem Kon­zern Stadt ge­hört (ge­nau­er: zu 94 Pro­zent den Stadt­wer­ken und zu sechs Pro­zent der Stadt di­rekt), wur­de zu ei­ner rei­nen Be­sitz­ge­sell­schaft – bis Fe­bru­ar die­ses Jah­res. Laut OPG hat die Cen­ter Par­king ein In­ter­es­se dar­an, nun auch die üb­ri­gen 25,04 Pro­zent der An­tei­le zu er­wer­ben. „Wir sind in Ge­sprä­chen, und die Ver­hand­lun­gen lau­fen“, be­stä­tig­te Stadt­wer­ke-Spre­cher Mar­co Hör­mey­er. Die Stadt­wer­ke hät­ten ein In­ter­es­se dar­an, die städ­ti­sche OPG vor Ort zu stär­ken. Hin­ter­grund sind neue Mo­bi­li­täts­kon­zep­te.

„Als kom­mu­na­les Un­ter­neh­men kön­nen wir an­de­re Schwer­punk­te set­zen“, sagt der zwei­te OPG-Ge­schäfts­füh­rer Vol­ker Häns­ler. „So ar­bei­ten wir an der in­tel­li­gen­ten Ver­knüp­fung von Au­to, Rad oder Bus mit den Stadt­wer­ken und der Stadt zu­sam­men.“Sein Kol­le­ge Maeth­ner, der En­de ver­gan­ge­nen Jah­res von den Stadt­wer­ken als Ge­schäfts­füh­rer zur OPG ge­wech­selt war, sagt: „Der Ver­kehr soll sinn­voll ge­steu­ert wer­den.“Ziel sei die Ent­wick­lung ei­ner ein­heit­li­chen Mo­bi­li­täts­platt­form mit den Stadt­wer­ken – Stichwort „Park and ri­de“. Auch ein kar­ten­lo­ser Zu­gang für Dau­er­par­ker zu ih­ren Stell­plät­zen sei in Pla­nung.

Zwei Leit­stel­len

Seit dem 3. Mai 2017 hat die städ­ti­sche OPG für ih­re 18 ei­ge­nen An­la­gen wie­der ei­ne ei­ge­ne Leit­stel­le an ih­rem Sitz am Vi­ti­hof. Wer al­so in der Bahn­hofs­ga­ra­ge ein Pro­blem mit sei­nem Ti­cket hat und auf den Hilfs­knopf drückt, des­sen Hil­fe­ruf lan­det dort. Wer hin­ge­gen im L+T-Park­haus vor ver­schlos­se­ner Schran­ke steht und den Knopf drückt, spricht mit ei­nem Mit­ar­bei­ter, der sich am Flug­ha­fen Müns­ter/Os­na­brück be­fin­det. Dort hat die Cen­ter Par­king seit Fe­bru­ar ih­ren Sitz. Wel­che der zu­sam­men 34 Park­stät­ten jetzt von wem ge­steu­ert wer­den, sei auf Ba­sis „his­to­risch ge­wach­se­ner Ver­trags­struk­tu­ren“ent­schie­den wor­den, sagt Häns­ler.

Kos­ten sei­en durch die Tren­nung des ope­ra­ti­ven Ge­schäfts nicht ent­stan­den, so Häns­ler. Am Park­leit­sys­tem in den Stra­ßen än­de­re sich nichts, auch die Ge­büh­ren von der­zeit 1,50 Eu­ro pro St­un­de wol­le die OPG erst ein­mal nicht an­pa­cken. Und wenn doch, hat dar­über der Os­na­brü­cker Rat zu ent­schei­den.

Das Park­haus Vi­ti­hof exis­tiert – im In­ter­net ist es je­doch zur­zeit nicht zu fin­den. Rund zwei Drit­tel der städ­ti­schen Park­stät­ten wer­den wie­der von der OPG selbst be­wirt­schaf­tet und sind von der Web­site der OPG-Cen­ter-Par­king-Ge­sell­schaft ge­flo­gen, die bis Fe­bru­ar für die Be­wirt­schaf­tung zu­stän­dig war. Fo­to: Jörn Mar­tens

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