He­le­ne Fi­scher: „Pu­rer geht nicht“

Pop-Schlager, emo­tio­na­le Bal­la­de und Eu­ro­dis­co-Song: Schla­ger­sän­ge­rin mel­det sich mit neu­em Al­bum zu­rück

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Kultur - „He­le­ne Fi­scher“, Po­ly­dor mehr da­zu auf noz.de/schlager

He­le­ne Fi­scher ist ein Phä­no­men. Sie tanzt, mo­de­riert, singt, ist En­ter­tai­ne­rin und Su­per­pro­mi. Von ih­rer Plat­te „Far­ben­spiel“– mitt­ler­wei­le drei­ein­halb Jah­re alt – kau­fen die Deut­schen je­de Wo­che im­mer noch so vie­le Ex­em­pla­re, dass das Al­bum seit sei­ner Ver­öf­fent­li­chung un­un­ter­bro­chen in den Charts steht. Jetzt hat die 32-Jäh­ri­ge erst­mals seit Lan­gem wie­der neue Lie­der am Start. Seit Frei­tag ist die Plat­te „He­le­ne Fi­scher“zu ha­ben.

Die Sän­ge­rin ist viel­leicht Deutsch­lands be­kann­tes­ter Schla­ger­star. Ih­re Fans ge­hö­ren si­cher­lich zu den treu­es­ten. Ih­re An­hän­ger hät­ten „in den letz­ten Jah­ren al­les an­ge­nom­men, was ich ih­nen auf der Büh­ne prä­sen­tiert ha­be“, sagt Fi­scher. Und das ist so ei­ni­ges: Wenn sie in ih­rer jähr­li­chen Weih­nachts­show mit in­ter­na­tio­na­len Stars zu­sam­men singt, sit­zen Mil­lio­nen vor dem Fern­se­her. Tritt sie in Sta­di­en oder gro­ßen Hal­len auf, zieht sie Zehn­tau­sen­de an – wohl­ge­merkt: pro Kon­zert.

Was dort den Schein des Leich­ten trägt, ist har­te Ar­beit. „Ge­ne­rell ist in mei­nem Job Dis­zi­plin wich­tig“, sagt sie. Und ge­ord­net scheint sie auch sonst zu sein. Wenn Me­di­en um ein In­ter­view bit­ten, ist das Pri­va­te in der Re­gel ta­bu. Ho­me­sto­rys gibt es ei­gent­lich kei­ne. All­zu sehr hin­ter ih­re Tü­ren lässt sich Fi­scher nicht schau­en.

Was ih­re Mu­sik an­geht, ist sie al­ler­dings ganz of­fen. Rund ein Jahr ha­be sie sich nun auf die zum Al­bum ge­hö­ri­ge Tour vor­be­rei­tet, sagt die aus­ge­bil­de­te Mu­si­caldar­stel­le­rin. Da brau­che sie auch „Dis­zi­plin im sport­li­chen Sin­ne“. Bald spielt sie fast 70 Shows in gro­ßen Hal­len. Man­che Kon­zer­te wa­ren schon aus­ver­kauft, noch be­vor nur ein Song von „He­le­ne He­le­ne Fi­scher. Rund ein Jahr hat sie sich auf ih­re neue Tour vor­be­rei­tet. Fi­scher“über­haupt ver­öf­fent­licht war. Als sie vor ei­ni­gen Wo­chen in der Fern­seh­sen­dung ih­res Part­ners Flo­ri­an Sil­be­rei­sen drei bis­lang un­be­kann­te Lie­der sang, stahl sie ihm da­mit ein we­nig die Show. Dass sie mit ih­rer neu­en Plat­te gleich die Chart­spit­ze er­obern wird, scheint bei­nah ei­ne aus­ge­mach­te Sa­che. Die Fra­ge kann dann ei­gent­lich nur lau­ten: Wie lan­ge wird sie sich dies­mal ganz oben hal­ten?

Vie­le der Songs auf „He­le­ne Fi­scher“dre­hen sich um Lie­be, Sehn­sucht und die Macht der Zwei­sam­keit – mal als Pop-Schlager, oft als emo­tio­na­le Bal­la­de. Doch zu­wei­len bricht sie aus den er­prob­ten We­gen aus – und macht „He­le­ne Fi­scher“erst rich­tig in­ter­es­sant. Da ist et­wa „Ach­ter­bahn“mit au­gen­zwin­kern­dem Schnips-Beat und Au­to­tu­ne überm Re­frain. Wirk­lich gut pro­du­ziert ist auch der Eu­ro­dis­co-Stamp­fer „Herz­be­ben“. Den singt Fi­scher trotz man­cher Text­schwä­che so vol­ler Drang, dass ih­re Stim­me end­lich mal ein we­nig nach Reib­ei­sen klingt. Und solch ei­nen Elec­tro-Beat muss man im Gen­re Schlager so­wie­so län­ger su­chen.

Fi­scher scheint zu wis­sen, wie sie al­le mög­li­chen Ge­schmä­cker be­dient. Soll­te sie mit dem ei­nen Song mal an­ecken, kommt beim nächs­ten schon ein an­de­rer Stil, mit dem sie die Hö­rer am En­de schließ­lich doch noch kriegt. Das spie­gelt ir­gend­wie ge­nau die Frau wi­der, die be­herrscht an ih­rem Er­folg ar­bei­tet. „Pu­rer He­le­ne Fi­scher geht nicht“, sagt sie selbst über die Plat­te. Die Welt des Schla­gers:

Ar­bei­tet dis­zi­pli­niert für ih­ren Er­folg: Fo­to: dpa

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