Für Stra­ßen­wüs­ten

Ge­fah­ren: VW Beet­le Ca­brio Du­ne

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Wohnwelt -

Von Lothar Haus­feld

Ist das Ca­brio ei­ne aus­ster­ben­de Spe­zi­es? Im­mer mehr Her­stel­ler stel­len ih­re of­fe­nen Mo­del­le ein. Auch bei VW ha­ben sie das Golf Ca­brio, ver­mut­lich für im­mer, ge­schlos­sen. Beim Beet­le in­des läuft es an­ders­her­um: Das Cou­pé rollt aus, das Ca­brio da­ge­gen noch wei­ter. Zum Glück. Im Test: Der 220 PS star­ke Beet­le Du­ne .

Die Ge­lehr­ten strei­ten sich im­mer noch dar­über, ob der ak­tu­el­le Beet­le dem Ur-Kä­fer tat­säch­lich ähn­lich sieht. Egal, wie man sich ent­schei­det (an die­ser Stel­le ein eben­so sub­jek­ti­ves wie ent­schie­de­nes „Ja“): Rein op­tisch ge­nießt der Beet­le ein Al­lein­stel­lungs­merk­mal. Die­se rund­li­che Form fin­det man kaum bei ei­nem an­de­ren Mo­dell.

Auch wenn der Früh­ling bis­her ei­ne ein­zi­ge Ent­täu­schung war: Die ei­ne oder an­de­re Frei­luft­fahrt war mög­lich. Der Wind pus­tet or­dent­lich durchs Cock­pit, wenn man das Stoff­dach öff­net – das funk­tio­niert bis Tem­po 50. Wie beim Klas­si­ker fal­tet sich das Dach hin­ter den Sit­zen zu ei­nem Wulst zu­sam­men, ver­schwin­det nicht im Kof­fer­raum. Dort wä­re auch kaum Platz, hin­ter der win­zi­gen Klap­pe pas­sen gera­de mal 225 Li­ter ins Ge­päck­fach.

Auch wenn der Beet­le mit hö­her­ge­leg­tem Fahr­werk und den An­bau­tei­len ein klit­ze­klei­nes biss­chen auf di­cke Ho­se und SUV-An­mu­tung macht, ein we­nig an die le­gen­dä­ren Strand­bug­gys der 70er-Jah­re er­in­nern will: Der Volks­wa­gen kann mit Sand, Strand oder Wüs­te nichts an­fan­gen, ist aus­schließ­lich für be­fes­tig­te Stra­ßen ge­dacht.

Vor al­lem in der städ­ti­schen Stra­ßen­wüs­te macht sich der Du­ne in der knal­li­gen Far­be „Sand­storm Yel­low“bes­tens, ern­tet manch wohl­wol­len­den Blick vom Bür­ger­steig. In­ner­halb ge­schlos­se­ner Ort­schaf­ten braucht man frei­lich we­ni­ger die ge­ball­te Kraft des 220 PS star­ken Vier­zy­lin­der­ben­zi­ners; die­se spielt der of­fe­ne Kä­fer auf der Au­to­bahn läs­sig aus – wo­bei er na­tür­lich kei­ner für die lin­ke Spur ist. Aber spon­ta­nes Über­ho­len ist mü­he­los mög­lich – wo­bei man sich in die­sem Au­to grund­sätz­lich die Fra­ge stellt: war­um die Ei­le?

Denn Au­to­fah­ren hat in die­sem Mo­dell durch­aus et­was Ge­nuss­vol­les an sich – auch das In­te­ri­eur, das den gel­ben Sand­sturm-Farb­ton der Au­ßen­haut an zahl­rei­chen Stel­len wie­der auf­nimmt, trägt da­zu bei. An der ei­nen oder an­de­ren Stel­le fragt man sich zwar, et­wa bei den Zu­satz­in­stru­men­ten auf der In­stru­men­ten­ta­fel (155 Eu­ro) mit Tur­bo-La­de­druck­an­zei­ge oder Stopp­uhr, muss das sein? Muss na­tür­lich nicht. Das fällt dann eher in die Ka­te­go­rie „nice to ha­ve“– so wie das gan­ze Au­to, das weit mehr ist als ein rei­nes von-A-nach-B-Ge­fährt. Son­dern viel­mehr ein rol­len­des Ac­ces­soire. Das frei­lich sei­nen Preis hat: Das güns­tigs­te Ca­brio kos­tet min­des­tens 28 600 Eu­ro; mit 220-PS-Mo­tor sind we­nigs­tens 34 300 Eu­ro zu in­ves­tie­ren.

OS­NA­BRÜCK.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.