„Müll­tren­nung ist über­flüs­sig – wird eh al­les ver­brannt“

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Wirtschaft -

Ei­ni­ge Men­schen stel­len den Sinn der Müll­tren­nung in­fra­ge, weil sie über­zeugt sind, dass am En­de so­wie­so al­les zu­sam­men in der Ver­bren­nungs­an­la­ge lan­det. Stimmt das? Sta­tis­tisch be­trach­tet, pro­du­ziert je­der Deut­sche im Jahr et­wa 450 Ki­lo­gramm Ab­fall. Fast 90 Pro­zent des Haus­halts­mülls und so­gar 99 Pro­zents des In­halts aus gel­bem Sack und gel­ber Ton­ne wer­den nach An­ga­ben des Um­welt­bun­des­am­tes mitt­ler­wei­le „ver­wer­tet“. Al­ler­dings be­deu­tet „Ver­wer­tung“nicht un­be­dingt, dass der Müll auf­be­rei­tet und die Stof­fe wie­der neu ge­nutzt wer­den. Das hängt sehr von der Art des Ab­falls ab. Glas und Pa­pier bei­spiels­wei­se las­sen sich sehr gut re­cy­celn. Die Re­cy­cling­quo­te liegt in bei­den Fäl­len bei mehr als 80 Pro­zent. Der In­halt des gel­ben Sacks be­rei­tet deut­lich grö­ße­re Pro­ble­me. Wäh­rend sich Kon­ser­ven­do­sen gut re­cy­celn las­sen, weil sich Weiß­blech und Alu­mi­ni­um tech­nisch leicht aus­sor­tie­ren las­sen, ist das Sor­tie­ren und Auf­be­rei­ten der Kunst­stof­fe auf­wen­dig und teu­er. Be­son­ders bei so­ge­nann­ten Misch­kunst­stof­fen – al­so Plas­tik­ver­pa­ckun­gen, die aus meh­re­ren Werk­stof­fen be­ste­hen – ist das Re­cy­cling schwie­rig. Auch gibt es Kunst­stof­fe, die von den au­to­ma­ti­sier­ten Sor­tier­an­la­gen nicht er­kannt wer­den. Die­se lan­den dann eben­falls bei den Misch­kunst­stof­fen. Laut Na­tur­schutz­bund Na­bu ist es da­her bil­li­ger, un­auf­be­rei­te­te Misch­kunst­stof­fe und Sor­tier­res­te in Müll­ver­bren­nungs­an­la­gen und Kraft­wer­ken zu ver­bren­nen, denn die Kunst­stof­fe ha­ben ei­nen ho­hen Heiz­wert. Knapp die Hälf­te der Plas­ti­k­ab­fäl­le wird auf die­se Wei­se „en­er­ge­tisch ver­wer­tet“.

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