„Schau­spie­le­rei ist ein Hand­werk“ La­ra Man­do­ki star­tet im Ki­no und Fern­se­hen durch

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Medien / Fernsehen Am Sonntag -

Ihr ak­tu­el­ler Ki­no­film „Ein­sam­keit und Sex und Mit­leid“war mit drei No­mi­nie­run­gen beim Deut­schen Film­preis ver­tre­ten, au­ßer­dem ist sie dem­nächst im Fern­se­hen und bei Net­flix zu se­hen. Schau­spie­le­rin La­ra Man­do­ki spricht über ih­re un­ga­ri­schen Wur­zeln und Pop­stars auf der hei­mi­schen Couch.

Von Mar­cel Ka­wen­tel

„Ich woll­te im­mer schon Schau­spie­le­rin wer­den,“er­zählt La­ra Man­do­ki. Schon wäh­rend ih­rer Gym­na­si­al­zeit war sie Mit­glied des Ju­gend­ensem­bles der Münch­ner Kam­mer­spie­le. „Die gan­ze Auf­re­gung, Schweiß und Trä­nen, das war ein­fach groß­ar­tig. Da ha­be ich Blut ge­leckt und bin nach dem Abitur auf die Schau­spiel­schu­le ge­gan­gen.“

Ihr Va­ter, Mu­sik­pro­du­zent Les­lie Man­do­ki, der 1979 als Mit­glied der Grup­pe „Dsching­his Khan“be­kannt wur­de, riet ihr nicht da­von ab, wie es man­che El­tern tun, die selbst Er­fah­run­gen im Show­busi­ness ha­ben. Trotz­dem gab es ei­ne Be­din­gung.

„Ein­fach so la­ri­fa­ri mal ir­gend­was ma­chen, das ging nicht. Mei­ne Ge­schwis­ter und ich muss­ten al­les, was wir ar­bei­ten woll­ten, auch an­stän­dig ler­nen.“Doch La­ra Man­do­ki hält das für rich­tig. „Schau­spie­le­rei ist ein Hand­werk. Es hilft mir, ge­nau zu wis­sen, was ich da tue, denn es gibt beim Dreh Si­tua­tio­nen, in de­nen man sehr ex­po­niert ist.“Ne­ben der Schau­spiel­aus­bil­dung in Deutsch­land nahm Man­do­ki auch in den USA Un­ter­richt. Die Kom­bi­na­ti­on aus bei­den Her­an­ge­hens­wei­sen emp­fin­det sie als ide­al. „In den USA ging es eher dar­um, phy­sisch prä­sent zu sein, in Deutsch­land ha­ben wir ei­nen grö­ße­ren Fo­kus auf Spra­che. Vor al­lem im Thea­ter ist das es­sen­zi­ell, da kommt man nicht weit mit: Ich bin jetzt mal kurz prä­sent.“

Ih­re ers­te Film­rol­le hat­te La­ra Man­do­ki in „Die Holz­ba­ro­nin“mit Chris­ti­ne Neu­bau­er. Au­ßer­dem spiel­te sie an der Seite von Hei­no Ferch in „Un­term Ra­dar“, so­wie un­ter der Re­gie von Die­ter We­del bei den Bad Hers­fel­der Fest­spie­len. Ak­tu­ell ist sie im Ki­no zu se­hen in Lars Mon­tags Ver­fil­mung von Hel­mut Kraus­sers „Ein­sam­keit und Sex und Mit­leid“, auf die La­ra Man­do­ki be­son­ders stolz ist. „Ich glau­be, der Film wird für viel Fu­ro­re sor­gen. Man wird an Stel­len la­chen, an de­nen man nicht la­chen möch­te, und man schaut als In­di­vi­du­um und als Ge­sell­schaft in den Spie­gel. Der Film könn­te auch hei­ßen: ‚Deutsch­land 2016‘ .“

In Un­garn hat Man­do­ki ei­ne Pro­duk­ti­on für Net­flix ge­dreht, ei­nen his­to­ri­schen Stoff aus dem Zwei­ten Welt­krieg. „Ein schö­ner Dreh, aber ei­ne hef­ti­ge Rol­le“, sagt sie. Um auch in den Pau­sen in der rich­ti­gen Stim­mung zu blei­ben, wur­den so­gar die Wohn­wa­gen der Schau­spie­ler his­to­risch pas­send aus­ge­stat­tet. Ein Bei­spiel für das nach eu­ro­päi­schen Maß­stä­ben ho­he Bud­get.

Für La­ra Man­do­ki, de­ren El­tern un­ga­ri­sche Wur­zeln ha­ben, war es vor al­lem ei­ne be­son­de­re Freu­de, in Un­garn zu dre­hen. „Un­ga­risch ist mei­ne Mut­ter­spra­che,“so Man­do­ki. „Wir ha­ben ei­ne Woh­nung in Bu­da­pest und ein Haus au­ßer­halb und sind öf­ter da. Auf­ge­wach­sen bin ich im tiefs­ten Ober­bay­ern, zu Hau­se ist für mich am Starn­ber­ger See. Den­noch sind mir mei­ne un­ga­ri­schen Wur­zeln im­mens wich­tig. Ins­ge­samt aber füh­le ich mich eu­ro­pä­isch.“

Mit den vie­len neu­en Rol­len, un­ter an­de­rem ne­ben Han­nes Ja­e­ni­cke im TV-Film „Ein Dorf rockt ab“, dürf­te La­ra Man­do­kis Be­kannt­heits­grad stei­gen. Doch dar­auf ist sie von Haus aus gut vor­be­rei­tet. Durch die Pro­du­zen­ten­tä­tig­keit ih­res Va­ters kam sie schon früh mit pro­mi­nen­ten Mu­si­kern in Kon­takt. „Am En­de mei­ner Grund­schul­zeit wa­ren die ‚No An­gels‘ sehr an­ge­sagt. Mei­ne Schul­ka­me­ra­den sind krei­schend mit den Pos­tern rum­ge­lau­fen, und bei uns zu Hau­se sa­ßen die abends auf dem So­fa. Das war schon sehr skur­ril“, er­in­nert sich die 1989 ge­bo­re­ne Man­do­ki. „Vor al­lem war ich schnell die ar­ro­gan­te Kuh, wenn ich am nächs­ten Tag er­zählt ha­be: Ich hab ges­tern mit San­dy ge­quatscht. Aber es war in­ter­es­sant zu se­hen, wie es ist, be­rühmt zu sein.“

Hat ih­ren Be­ruf in Deutsch­land und den USA ge­lernt: die Schau­spie­le­rin La­ra Man­do­ki. Fo­to: imago/Ac­tion Pic­tu­res

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