Der Ego­isTT

Ge­fah­ren: Au­di TT 2.0 TFSI quat­tro

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Wohnwelt -

Der ers­te Au­di TT gilt als Sti­li­ko­ne – die drit­te Auf­la­ge um­weht nicht mehr der Hauch des ganz Be­son­de­ren. Zu­min­dest für ego­is­ti­sche Men­schen ist der TT – im Test: der 2.0 TFSI quat­tro – im­mer noch spe­zi­ell.

Von Lothar Haus­feld

Grau­er All­tag: Es gibt vier Sitz­pols­ter im TT – nutz­bar sind da­von nur die bei­den vor­de­ren. Hin­ten ha­ben zu­min­dest die Bei­ne er­wach­se­ner Men­schen so gut wie kei­nen Platz, der Kopf muss an­ge­sichts der fla­chen Heck­klap­pe ein­ge­zo­gen wer­den.

Ins Blaue fah­ren: Der 230 PS star­ke Vier­zy­lin­der stammt aus dem VW Golf, hat mit den rund 1,4 Ton­nen kei­ner­lei Schwie­rig­kei­ten. Sto­isch, aber kraft­voll schiebt der TFSI an, bleibt da­bei in je­der Hin­sicht un­auf­ge­regt. Kein Ge­bol­ler aus dem Aus­puff (nicht ein­mal im Sport­mo­dus), die S tro­nic wech­selt gänz­lich un­spek­ta­ku­lär die Gän­ge, der bei Be­darf zu­ge­schal­te­te All­rad­an­trieb hält den TT un­er­bitt­lich in der Spur. Gut, das mag jetzt al­les eher nicht nach rein­ras­si­gem Sport­wa­gen klin­gen. Ist der TT über­haupt ein „ech­ter“Sport­wa­gen? Dar­über strei­ten Fans und Ex­per­ten – viel­leicht gilt der Kom­pro­miss, dass der Au­di TT ein sport­li­ches Au­to ist. Und ei­nes, das Fah­rer und Bei­fah­rer auf lan­gen Stre­cken nicht nervt oder an­strengt: Auch nach rund 500 Ki­lo­me­tern am Stück steigt man oh­ne Kopf- oder Rü­cken­schmer­zen aus.

Grü­ne Wel­le: 6,4 Li­ter auf 100 Ki­lo­me­tern wer­den auf dem Rol­len­prüf­stand er­reicht. Wie ge­habt: Der Wert ist we­nig pra­xis­nah; wer re­gel­mä­ßig im Eco-Mo­dus un­ter­wegs ist und das ver­brauch­arme Se­geln nutzt, das bei Fah­ren im Leer­lauf die Dreh­zahl ab­senkt, der schafft ei­nen Wert un­ter acht Li­tern. Die Fra­ge ist: Wie vie­le Fah­rer nut­zen in ei­nem zu­min­dest sport­li­chen Au­to wie dem Au­di TT re­gel­mä­ßig

die­sen ef­fi­zi­en­ten Fahr­mo­dus?

Ro­sa Bril­le: Das „Vir­tu­al Cock­pit“mit sei­nem groß­zü­gi­gen Dis­play ge­nau im Blick­feld des Fah­rers be­geis­tert noch im­mer. Al­le Anzeigen sind für den Fah­rer ge­dacht – vom Bei­fah­rer­sitz muss man ei­nen lan­gen Hals ma­chen, um sich über An­kunfts­zeit, ak­tu­el­le Mu­sik­ti­tel oder Au­ßen­tem­pe­ra­tur zu in­for­mie­ren. Als Ego­ist hat man‘ s gut im Au­di TT. Ro­tes Tuch: Das Bild der Rück­fahr­ka­me­ra wird eben­falls ins Vir­tu­al Cock­pit zwi­schen Dreh­zahl­mes­ser und Ta­cho pro­ji­ziert – Lenk­rad­be­we­gun­gen beim Rück­wärts­fah­ren stö­ren da­bei den Blick. Über­haupt: Über­sicht­lich ist der TT über­haupt nicht. Schwarz auf weiß: Gut 40000 Eu­ro kos­tet das 230PS-All­rad-Cou­pé min­des­tens. Der Ein­stieg in die TTWelt star­tet bei 32 950 Eu­ro – wohl­wis­send, dass die Auf­preis­lis­te in je­dem Fall lang ist.

Kla­re Kan­te: Der Au­di TT ist in drit­ter Ge­ne­ra­ti­on schär­fer in sei­nen Kon­tu­ren ge­wor­den. Fotos: Au­di

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