EC-Kar­ten ein­zie­hen!

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Im Leben -

Von Joa­chim Schmitz

Wer kennt das nicht? Man hat gera­de den Ein­kauf im Su­per­markt er­le­digt, steht an der Kas­se, will nach Hau­se – aber es dau­ert und dau­ert und dau­ert. Und wäh­rend man gera­de dar­über nach­denkt, was man mit die­ser „ab­ge­stan­de­nen“Le­bens­zeit sonst so hät­te an­fan­gen kön­nen, macht man ei­ne Be­ob­ach­tung: Im­mer mehr Men­schen be­zah­len auch den kleins­ten Ein­kauf mit ih­rer EC-Kar­te. Der ei­ne 59 Cent für sei­ne Li­mo, der nächs­te 89 Cent für ei­nen Scho­ko­rie­gel, und der drit­te in­ves­tiert un­fass­ba­re 2,49 Eu­ro in sei­ne Tief­kühl­piz­za. Und das dau­ert.

Bar­geld­los zu zah­len mag ja ganz schön sein, kann aber auch un­glaub­lich ner­ven – vor al­lem die an­de­ren. Kar­te rein ins Le­se­ge­rät – war­ten auf die Ver­bin­dung. Rech­nungs­be­trag kon­trol­lie­ren – PIN-Num­mer ein­ge­ben. Zah­lung ak­zep­tiert – war­ten auf den Bon. Ge­fühlt ver­ge­hen da­bei Licht­jah­re. Bis der drit­te Kun­de sei­ne Piz­za be­zahlt hat, hat der ers­te sei­ne Li­mo schon ge­trun­ken.

Was soll das? Ist Bar­geld mitt­ler­wei­le so un­cool? Ist man mit ei­ner EC-Kar­te heut­zu­ta­ge arm, aber se­xy? Macht Schlan­ge ste­hen et­wa Spaß? Lei­den nicht auch EC-Kar­ten-Zah­ler un­ter EC-Kar­ten-Zah­lern? Die krie­gen am Mo­nats­en­de wahr­schein­lich ei­ne vier­sei­ti­ge Abrech­nung ih­rer Bank mit ei­nem Ge­samt­be­trag von 27,34 Eu­ro. Des­halb soll­ten Ban­ken künf­tig so ver­fah­ren wie bei der fal­schen Ein­ga­be ei­ner PIN-Num­mer. Je­de EC-Kar­te, mit der drei­mal ein Be­trag un­ter fünf Eu­ro be­zahlt wur­de, wird ein­ge­zo­gen. Auf Nim­mer­wie­der­se­hen.

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