De­ba­kel für SPD – CDU tri­um­phiert

La­schet ge­winnt Land­tags­wahl in Nord­rhein-West­fa­len – Kraft tritt als Par­tei­che­fin zu­rück

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Vorderseite - Von Florian Pfitz­ner und Bea­te Ten­fel­de

In ih­rer eins­ti­gen Hoch­burg er­lei­den die So­zi­al­de­mo­kra­ten ei­ne kra­chen­de Nie­der­la­ge. Mi­nis­ter­prä­si­den­tin Han­ne­lo­re Kraft tritt noch am Wahl­abend zu­rück. Auch ihr grü­ner Ko­ali­ti­ons­part­ner wird ab­ge­straft.

De­ba­kel für die SPD, Tri­umph für die CDU: Vier Mo­na­te vor der Bun­des­tags­wahl hat die Uni­on auch die drit­te und wich­tigs­te Land­tags­wahl des Jah­res in Nord­rhein-West­fa­len deut­lich ge­won­nen.

Mi­nis­ter­prä­si­den­tin Han­ne­lo­re Kraft leg­te nach der Ab­wahl von Rot-Grün al­le Äm­ter in der SPD-Füh­rung nie­der. Für SPD-Kanz­ler­kan­di­dat Schulz ist es der bis­her här­tes­te Tief­schlag seit sei­ner No­mi­nie­rung An­fang des Jah­res. Die SPD fuhr in NRW ihr schlech­tes­tes Er­geb­nis in der Lan­des­ge­schich­te ein und muss da­mit nach den Wahl­schlap­pen im Saar­land und in Schles­wig-Hol­stein die drit­te Nie­der­la­ge in Fol­ge ver­kraf­ten.

Schulz selbst sag­te bei der SPD-Wahl­par­ty in Ber­lin: „Das ist ein schwe­rer Tag für die SPD und für mich selbst. Ich stam­me aus dem Land, in dem wir ei­ne kra­chen­de Wahl­nie­der­la­ge er­lit­ten ha­ben“, sagt er. „Ich bin heu­te Abend rich­tig ge­trof­fen“, gab Schulz zu.

Nach ers­ten Hoch­rech­nun­gen deu­te­te vie­les dar­auf

hin, dass es in NRW ei­ne Gro­ße Ko­ali­ti­on ge­ben könn­te. Soll­te die Lin­ke den Ein­zug in den Land­tag ver­pas­sen, wä­re auch ei­ne schwarz-gel­be Mehr­heit denk­bar. FDPChef Chris­ti­an Lind­ner sag­te, sei­ne Par­tei ste­he für Ge­sprä­che mit der CDU be­reit. Zu­gleich be­ton­te er: „Ei­ne schwarz-gel­be Mehr­heit heißt aber nicht, dass es ei­ne schwarz-gel­be Re­gie­rung gibt.“

Gro­ße Freu­de herrsch­te bei Ar­min La­schet. Der nord­rhein-west­fä­li­sche CDUSpit­zen­kan­di­dat rech­ne­te bei sei­nem ers­ten Auf­tritt nach Be­kannt­wer­den des Er­geb­nis­ses er­neut mit den „schlech­ten rot-grü­nen Re­gie­rungs­jah­ren“ ab. Aus dem „100-Ta­ge-So­fort­pro­gramm“der CDU zi­tier­te er das zen­tra­le Wahl­ver­spre­chen sei­ner Par­tei: ei­nen „Neu­an­fang bei der in­ne­ren Si­cher­heit“. La­schet, der in der schwarz-gel­ben Lan­des­re­gie­rung un­ter Jür­gen Rütt­gers (CDU) ein­mal der bun­des­weit ers­te In­te­gra­ti­ons­mi­nis­ter war, kün­digt ei­nen „Zwei­klang“an: „Wir wol­len ein li­be­ra­les, ein welt­of­fe­nes, ein to­le­ran­tes Land sein“, sagt er – und schränkt ein: „aber: Null-To­le­ranz ge­gen Rechts­bre­cher und Kri­mi­nel­le.“

Nach ei­ner Hoch­rech­nung der ARD lag die CDU mit 33 Pro­zent vor der SPD mit 31,5 Pro­zent. Da­hin­ter folg­te die FDP mit 12,7 Pro­zent. Mit 7,3 Pro­zent zieht erst­mals die AfD in den Düs­sel­dor­fer Land­tag ein. Die bis­lang an der Re­gie­rung be­tei­lig­ten Grü­nen stürz­ten dem­nach um 5 Punk­te auf 6,3 Pro­zent ab. Die Link­s­par­tei muss­te hin­ge­gen zit­tern. Hoch­rech­nun­gen sa­hen sie am Abend bei 4,9 Pro­zent.

Ju­beln­der Sie­ger: CDU-Kan­di­dat Ar­min La­schet stürzt Mi­nis­ter­prä­si­den­tin Han­ne­lo­re Kraft. Fo­to: dpa

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