Zwei­fel am Be­fehls­ge­ber

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Politik - Von Dirk Fis­ser d.fis­ser@noz.de

Die Bun­des­wehr ist ei­ne Par­la­ments­ar­mee. Po­li­ti­ker ent­schei­den dar­über, wo­hin die Trup­pe mar­schiert. Die De­bat­te um rech­te Ten­den­zen und die Wehr­machts­ver­gan­gen­heit lie­fert al­len Grund zu zwei­feln – an den Be­fehls­ge­bern in der Po­li­tik.

Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­rin von der Ley­en ent­deckt ei­nen Vor­schlag wie­der, der fast so alt ist wie die Bun­des­wehr selbst: nach Wehr­machts­sol­da­ten be­nann­te

Ka­ser­nen um­be­nen­nen. Wenn die Idee der Mi­nis­te­rin auf dem In­ter­es­se be­ru­hen wür­de, die­se Form der Er­in­ne­rungs­kul­tur zu be­en­den, wä­re sie zu be­grü­ßen. Es dürf­te von der Ley­en aber viel mehr dar­um ge­hen, wie­der die Ober­hand in ei­ner Dis­kus­si­on zu ge­win­nen, die ihr auf­grund ei­ner un­klu­gen Pau­schal­kri­tik ent­glit­ten ist. Die Op­po­si­ti­on in­des gibt ihr die Schuld dar­an, dass beim Groß­rei­ne­ma­chen in den Ka­ser­nen ein Bild von Alt­Kanz­ler Schmidt in Wehr­machts­uni­form ab­ge­hängt wird. Die glei­che Op­po­si­ti­on, die sich über Wehr­machts­stahl­hel­me echauf­fier­te. Und nun soll es selbst­ver­ständ­lich sein, Schmidt so oh­ne wei­te­re Ei­n­ord­nung in den Kon­text zu zei­gen? Die zwei­fel­haf­te po­li­ti­sche Aus­ein­an­der­set­zung gip­felt in der For­de­rung, die Wehr­pflicht wie­der ein­zu­füh­ren, weil die Bun­des­wehr kei­nen Qu­er­schnitt der Be­völ­ke­rung mehr bil­de. So als sei die Ar­mee ei­ne ge­sell­schaft­li­che Res­ter­am­pe, de­ren Sol­da­ten am rech­ten Rand re­kru­tiert wer­den.

Der Be­fehls­ge­ber der Bun­des­wehr ver­ur­sacht der­zeit vor al­lem eins: Zwei­fel an sei­ner Auf­rich­tig­keit.

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