De Mai­ziè­re will afri­ka­ni­sche Mi­gran­ten frü­her stop­pen

Ber­lin und Rom for­dern EU-Ein­satz an Li­by­ens Süd­gren­ze

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Politik -

Deutsch­land und Ita­li­en for­dern ei­nen EU-Ein­satz an der Süd­gren­ze Li­by­ens, um Mi­gran­ten auf dem Weg nach Eu­ro­pa früh­zei­tig zu stop­pen. Die bis­he­ri­gen Maß­nah­men zum Kap­pen der Flücht­lings­rou­te über das Mit­tel­meer reich­ten nicht, zi­tiert die „Welt am Sonn­tag“aus ei­nem Schrei­ben von In­nen­mi­nis­ter Tho­mas de Mai­ziè­re und sei­nem ita­lie­ni­schen Kol­le­gen Mar­co Min­niti an die EUKom­mis­si­on. Die­se be­stä­tig­te den Ein­gang des Briefs.

Die EU setzt bis­her ver­geb­lich dar­auf, über ei­ne en­ge Part­ner­schaft mit der „Ein­heits­re­gie­rung“des zer­fal­le­nen Kri­sen­staa­tes Li­by­en die Über­fahr­ten von Afri­ka­nern nach Eu­ro­pa zu brem­sen. Die­se Re­gie­rung be­herrscht aber nur klei­ne Tei­le des Lan­des, in dem Mi­li­zen und Ter­ror­ban­den ri­va­li­sie­ren. Auf die Süd­gren­ze zu Tschad, Ni­ger und Su­dan hat die Ein­heits­re­gie­rung in Tri­po­lis kei­nen di­rek­ten Zu­griff.

„Die ers­ten Mo­na­te die­ses Jah­res ha­ben ge­zeigt, dass un­se­re bis­he­ri­gen Maß­nah­men un­zu­rei­chend sind“, schrei­ben de Mai­ziè­re und Min­niti laut „Welt am Sonn­tag“. „Wir müs­sen ver­hin­dern, dass Hun­der­tau­sen­de Men­schen, die sich in den Hän­den von Schmugg­lern be­fin­den, er­neut ihr Le­ben in Li­by­en und im Mit­tel­meer ris­kie­ren.“

Man kön­ne die Lö­sung des Pro­blems nicht ein­zel­nen Län­dern wie Ita­li­en über­las­sen, schrei­ben die Mi­nis­ter. „Das Ziel ist, schnellst­mög­lich ei­ne EU-Mis­si­on an der Gren­ze zwi­schen Li­by­en und Ni­ger auf­zu­bau­en.“Da­mit wür­den Mi­gran­ten ge­stoppt, be­vor sie das von ei­nem jah­re­lan­gen Bür­ger­krieg zer­rüt­te­te Li­by­en er­rei­chen.

Denn die „Ein­heits­re­gie­rung“des nord­afri­ka­ni­schen Staa­tes, von dem die meis­ten il­le­gal rei­sen­den Men­schen auf dem Weg nach Eu­ro­pa in See ste­chen, er­weist sich als sehr schwie­ri­ger Part­ner. So soll sie nach fran­zö­si­schen An­ga­ben das UN-Waf­fen­em­bar­go un­ter­lau­fen, wie der „Spie­gel“mel­de­te. Die Re­gie­rung in Tri­po­lis schmug­ge­le ver­mut­lich Waf­fen für be­freun­de­te Mi­li­zen oder is­la­mis­ti­sche Grup­pen. Sol­da­ten des EU-Ma­ri­ne­e­in­sat­zes „So­phia“hät­ten ein da­für ge­nutz­tes Boot mehr­fach ge­stoppt.

Nach An­ga­ben der UN ka­men die­ses Jahr schon mehr als 43 000 Men­schen auf der Rou­te nach Ita­li­en, mehr als 1150 ver­lo­ren bei der ge­fähr­li­chen Über­fahrt ihr Le­ben. Am Wo­che­n­en­de wur­den wie­der meh­re­re to­te Mi­gran­ten aus dem Mit­tel­meer ge­bor­gen. Sie­ben Lei­chen sei­en ge­fun­den wor­den, teil­te die ita­lie­ni­schen Küs­ten­wa­che in der Nacht zu Sonn­tag mit. Ins­ge­samt sei­en am Sams­tag 484 Mi­gran­ten bei vier Ein­sät­zen ge­ret­tet wor­den.

Fo­to: dpa

Ver­folgt neu­en Plan: Tho­mas de Mai­ziè­re.

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